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Benzin in der Nuckelflasche: Wieso Verstappen Formel 1 kann

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost erklärt das Anforderungsprofil der modernen Königsklasse und den Grund, warum Computerkids den einfacheren Einstieg haben

(Motorsport-Total.com) - Während die halbe Formel-1-Welt an Max Verstappen zweifelt und Altmeister den Teenager als Sicherheitsrisiko bezeichnen, ist sein Teamchef von dem Teenager überzeugt. Franz Tost glaubt, dass seine Kindheit der Schlüssel ist, um auf Anhieb nicht nur zu bestehen, sondern erfolgreich zu sein. "Für Max war die Rennstrecke die Schule", erklärt Tost. "Er wuchs dort auf. Als Teil der Computergeneration ist er gewohnt, Knöpfchen zu drücken und ständig am Lenkrad zu fummeln."

Max Verstappen

Max Verstappen war als Kind auf der Rennstrecke zu Hause Zoom

Der Österreicher verweist darauf, dass sich das Anforderungsprofil der Königsklasse jüngst massiv verändert hat. Mit der Abschaffung der H-Schaltung, spätestens aber seit der Einführung der V6-Turbomotoren sind die körperlichen Ansprüche gesunken. "Technisch gesehen ist die Formel 1 aber komplizierter als jemals zuvor", kontert Tost mit Verweis auf die Verstellung der Bremsbalance sowie der Motoreneinstellung, ERS und DRS. Er kommt zu dem Schluss: "In den Cockpits gibt es mehr zu tun."

Sein erster Eindruck von Verstappen als Formel-1-Pilot ist überaus positiv. Er rekapituliert den ersten Freitagseinsatz in Suzuka: "Man hatte immer das Gefühl, dass er das Auto unter Kontrolle hat und nicht nur Passagier ist. Ich bin überzeugt, dass er mit einem guten Auto schon sehr bald WM-Punkte holt. Er wird nicht lange warten müssen." Aufgefallen ist Verstappen Tost schon zu seinen Kartzeiten, in der Formel 3 habe er sich mit wenig Erfahrung in einem starken Feld souverän behauptet.

Wenn es für den Niederländer überhaupt ein Problem gibt, dann sind es aus Sicht des Teamchefs die Reifen. "Wir werden Fahrern erklären müssen, wie sie die Pneus nutzen", blickt Tost voraus, schließlich ist auch der angehende Stallgefährte Carlos Sainz jun. ein Rookie. "Die Erfahrung machen und das Gefühl entwickeln müssen sie selbst." Toro Rosso hat sich für die Testfahrten in Jerez Maßnahmen einfallen lassen: "Normalerweise würden wir es bei vier Runden belassen, aber ich will acht Umläufe mit konstanten Zeiten sehen. Daran müssen sich die Fahrer gewöhnen", so Tost.