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  • 24.05.2015 · 16:56

  • von Dominik Sharaf

Auch ohne Gridgirls: Sebastian Vettel schäumt vor Glück

Monaco war ein Sechser im Lotto für den Ferrari-Star, dessen Team sich über die Strategie der "supertollen" Mercedes-Crew nur wunderte: "Wir hielten es für Show"

(Motorsport-Total.com) - Unverhofft kommt oft und sorgt für gute Laune: Für Sebastian Vettel sah beim Monaco-Grand-Prix am Sonntag alles nach einer Prozession in Richtung Rang drei aus, ehe der Ferrari-Star in der Safety-Car-Phase im letzten Renndrittel den längst enteilten Silberpfeil Lewis Hamiltons neben sich entdeckte, überholte und sich auf den zweiten Platz schob. Das hatte die Wirkung einer Happypille: "Ich bin glücklich!", jubelt Vettel ungefragt und breit grinsend beim Podiuminterview und herzte Martin Brundle.

Das rote Glückskind inmitten einer betreten aus der Wäsche guckenden Mercedes-Crew war mit seinem Auftritt im Fürstentum rundherum zufrieden. "Es war heute unser Maximum. Natürlich hatten wir Fortuna auf unserer Seite, sonst häteen wir Lewis nie bekommen", stellt Vettel fest. Obwohl er den Mercedes nach der grünen Ampel im Getriebe hing und in Sainte Devote sogar neben Rosberg war, ging von Startplatz drei aus nichts nach vorne. "Wir haben gehofft, am Start näher dran zu sein. Nach dem Boxenstopp war es knapp mit Nico, aber ich musste ihm den Vortritt lassen."

Anschließend war Ferrari solide unterwegs, ehe es zum Unfall Max Verstappens und der "dubiosen Szene" kam. Das Rennen hin zur Safety-Car-Linie gegen den aus der Boxengasse kommenden Hamilton beschreibt Vettel so: "Ich habe versucht, den Platz gutzumachen. Es hat funktioniert, aber es war sehr knapp und ich vielleicht eine Nasenspitze vorne", so der Heppenheimer. "Die Wendung war eine Überraschung. Wir waren zur Stelle, als es darauf ankam. Es war sehr eng, aber ich war sicher, dass ich vorne wäre."

Mercedes? "Die halten sich wohl für supertoll!"

An der Boxenmauer staunte Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene nicht schlecht über das von Anfang an zum Scheitern verurteilte Hamilton-Manöver der Mercedes-Kollegen. "Wir hielten das für eine Show! Das konnte doch nicht wahr sein", reibt sich der Italiener bei 'Sky' die Augen. "Als wir merkten, dass es doch wahr ist, dachten wir nur, dass sich die Jungs wohl für supertoll halten. Wir sind cool geblieben, und haben uns nur gedacht: 'Na, wenn ihr so gut seid, dann kommt doch mal!'"


Fotos: Ferrari, Großer Preis von Monaco


Anschließend um den Sieg zu kämpfen, war nicht mehr drin: "Es war enorm schwierig, die Pneus aufzuwärmen. Diese Reifen sind nicht dafür gemacht, abzukühlen und dann wieder gefordert zu werden", beschreibt Vettel die lange Fahrt hinter dem Führungsfahrzeug, hatte jedoch einen Vorteil gegenüber dem mit angeschwollenem Kamm anstürmenden Hamilton. "Nico und ich haben die Reifen geschont, weil wir wussten, dass es schwierig werden würde, uns gleichzeitig zu duellieren und auf Lewis aufzuholen."

Die Hintern von George und Dave entzücken nicht

Trotz frischer Supersoft war für den Briten im Leitplanken-Dschungel Monacos nichts mehr drin, wofür Vettel einige Worte des Bedauerns findet. "Man muss nicht alles verstehen. Es ist bitter für Lewis und ein kleiner Fehler mit großer Wirkung. Sie wollten ihm bestimmt nichts Böses und er hätte es verdient zu gewinnen."

Sebastian Vettel

Der Lausbub' Sebastian Vettel vermisst die Mädels auf dem Grid Zoom

Der Glücksfall in Form des Hamilton-Fauxpas' täuscht Vettel nicht darüber hinweg, dass die Nummer eins in der Formel 1 in Silber fährt. "Die Lücke zu Mercedes war sehr groß - im Rennen selbst waren wir aber gut unterwegs, die Rundenzeiten waren solide. Wenn ich Druck machen musste, konnte ich", bewertet der viermalige Weltmeister den Kampf um die Vorherrschaft in der Königsklasse. "Es gibt keinen Grund, ein Wort über die Meisterschaft zu verlieren."

Rosberg kann er nur gratulieren: "Ich war nahe an Nico dran und habe das ganze Rennen versucht, Druck auf ihn auszuüben, aber er hatte genügend Reserven, um zu antworten. Wir waren jedoch deutlich näher dran", spielt Vettel auf große Rückstände in den jüngsten Qualifyings an und hofft, dass der Trend Fortbestand hat. Etwas zu meckern findet der hessische Glückspilz dann doch noch: "Nur eine Sache hat überhaupt nicht gepasst", klagt Vettel mit schelmischem Lausbub'-Grinsen auf den Wangen. "Wir hatten keine Gridgirls! Das sollten wir wieder ändern, das war wirklich sehr schade!"

Der männliche Ersatz wusste Vettel nicht zu überzeugen: "Ich bin am Boden zerstört. Wenn ich auf Männer stehen würde, wäre es etwas anderes, aber das Auto abzustellen und mir den Hintern von George und Dave anzusehen, damit bin ich nicht glücklich. Das ist Monaco, das ist gute Tradition und damit sollten wir nicht brechen! Lächerlich!"

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