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  • 30.04.2022 · 14:12

  • von Alex Kalinauckas, Co-Autor: Andre Wiegold

Anderer Charakter und Fahrstil: Williams vergleicht Russell und Albon

Alex Albon ist der Nachfolger von George Russell bei Williams - Die beiden Formel-1-Youngsters arbeiten laut dem Team mit völlig anderen Ansatzweisen

(Motorsport-Total.com) - George Russell hat den Sprung von Williams ins Topteam Mercedes geschafft, bei dem er als neuer Teamkollege von Lewis Hamilton fungiert. Alex Albon feiert in der Königsklasse sein Comeback und hat Russells Nachfolge beim Traditionsrennstall angetreten. Laut Dave Robson, der bei Williams federführend für die Leistung zuständig ist, haben die beiden Piloten völlig andere Charaktere und Fahrstile.

Alexander Albon im Williams FW44 in Melbourne 2022

Alexander Albon hat einen anderen Fahrstil als George Russell Zoom

Deshalb musste sich in Williams im Winter erst einmal umstellen, um den Bedürfnissen von Albon gerecht zu werden. "Das hat uns bei den Tests im Winter und sogar noch einige Rennen Zeit gekostet, diesen Fahrstil etwas besser zu verstehen", sagt Robson. "Alex ist schnell und sein Verhalten sowie seine Einstellung sind tadellos. Ich bin damit sehr zufrieden."

Albon ist nach einem Jahr in der DTM in die Formel 1 zurückgekehrt und hat sofort mit guten Ergebnissen überzeugt. Der ehemalige AlphaTauri- und Red-Bull-Pilot fuhr in den Farben von Williams in Australien auf Platz zehn und holte damit den ersten Punkt für den Rennstall. In allen vier Rennen schlug er seinen neuen Teamkollegen Nicholas Latifi.

Anderer Fahrstil

Doch was macht den Fahrstil von Albon im Vergleich zu Russell eigentlich aus? Williams hat herausgefunden, dass der Thailänder besonderen Wert auf das Fahrverhalten des Autos im Kurveneingang legt. "Er fokussiert sich da auf die Balance beim Einlenken", sagt Robson. "Das bedeutet ihm viel." Wenn es dann in Richtung Kurvenausgang geht, komme Albon mit dem Fahrverhalten klar, da er sich an das Auto anpassen könne.


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Bei Russell soll es in Vergangenheit genau andersherum gewesen sein. Der heutige Mercedes-Pilot war am Kurveneingang "toleranter", war dann aber ein wenig "feinfühliger", was die Balance des Autos angeht. "Das kann aber auch an den Autos liegen", erklärt Robson. "Ich weiß nicht, wie George im Mercedes zurechtkommt. Es kommt nicht nur auf die Fahrer allein, sondern auch auf die Autos an."

Die neuen Formel-1-Autos unterscheiden sich massiv von der alten Generation. Die Ground-Effekt-Boliden nutzen die Aerodynamik anders aus, weshalb sich die Charakteristiken massiv unterscheiden. "Wenn Alex ein Auto hat, das an der Front gut funktioniert, wenn er einlenkt, ist er glücklich", so Robson, der außerdem auch die Persönlichkeiten der beiden Formel-1-Piloten vergleicht.

Entspannter als Russell

Während Russell ein akribischer Arbeiter sei, würde sich Albon etwas entspannter mit der Materie auseinandersetzen, so Robson. Das heiße aber nicht, dass der jetzige Williams-Pilot weniger Leidenschaft, Energie und Arbeit in seinen Job hineinstecken würde. "Es ist halt etwas anderes", sagt er. "Alex ist voll fokussiert, aber er drückt sich anders aus als George. Es ist also alles gut."

George Russell

George Russell ist im Vergleich zu Albon deutlich akribischer am Arbeiten Zoom

Ein Beispiel sind die letzten Runden des Grand Prix in Australien. Albon war auf dem Weg, seinen ersten Punkt mit Williams zu sammeln, als es im Funk des 26-Jährigen plötzlich stiller wurde. Der Rennstall weiß, dass Albon allein auf der Strecke mit dem Druck umgehen könne, weshalb es weniger Funkverkehr gegeben habe.

"Er hat sehr, sehr wenig gesprochen, war aber einfach glücklich und in seinem Tunnel", erinnert sich Robson an die Situation. Albon sei damals "einfach im Rhythmus" gewesen und hätte solide seine Runden abgespult. "Er hatte keine Sorgen und alles lief gut", berichtet der Williams-Strippenzieher. Es lief alles absolut in Ordnung."

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