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  • 20.09.2022 · 11:13

  • von Kevin Hermann, Co-Autor: Jonathan Noble

Alan Permane: FIA muss bei Startaufstellung schneller werden

Alpine-Sportdirektor Alan Permane zeigt Unverständnis für die FIA: Warum dauerte das Veröffentlichen der Startaufstellung nach dem Qualifying in Italien so lange?

(Motorsport-Total.com) - Nach dem Formel-1-Qualifying zum Großen Preis von Italien herrschte zunächst große Verwirrung. Zwar konnte sich Charles Leclerc vor Max Verstappen und Carlos Sainz die Poleposition sichern, doch lange Zeit war unklar, wie die Startaufstellung für das Rennen aussehen würde, da es insgesamt neun Fahrer mit Startplatzstrafen gab.

Alan Permane

Alpine-Sportdirektor Alan Permane in einer FIA-Pressekonferenz Zoom

Fast fünf Stunden dauerte es nach Ablauf des Qualifyings, ehe die Formel 1 die provisorische Startaufstellung für das Rennen bekannt gab. Besonders ärgerlich für die Fans, doch auch Alpine-Sportdirektor Alan Permane, der sich schon vorher im Klaren darüber war, wie die Startaufstellung aussehen würde, hat kein Verständnis für die lange Wartezeit.

"Wir haben Richtlinien aus dem Jahr 2020 und ich glaube, die Startaufstellung wurde genau so gebildet, wie es in dieser Richtlinie steht", so Permane. "Und diese Richtlinie wurde in Zusammenarbeit mit der Formel 1 und der FIA entwickelt und wird seither konsequent angewendet. Ich glaube also nicht, dass es bei der Startaufstellung irgendwelche Überraschungen gab."

"Vielleicht gab es welche bei Leuten, die die Richtlinie nicht kannten, denke ich. Aber ich stimme zu, dass vier Stunden Wartezeit ein bisschen lang sind, um auf eine Startaufstellung zu warten", sagt der Sportdirektor von Alpine.

Warum gibt es keinen Algorithmus?

"Ich denke, es wäre relativ einfach für sie, sie zu veröffentlichen, wenn das letzte Auto die Linie überquert, unter dem Vorbehalt, dass sie sich nach der Abnahme oder was auch immer ändern könnte. Sie könnten alle bekannten Strafen schon einbauen. Ich bin sicher, dass [die FIA] da zustimmen wird. So wäre es für alle besser."

Die lange Wartezeit ist für Permane umso unverständlicher, da man die Startaufstellung ohnehin mit einem Algorithmus berechnen könnte, der direkt nach dem Qualifying die Startpositionen für den Rennsonntag ausspuckt.

"Das kann ich mir gut vorstellen. Ich bin kein Experte, aber am Ende des Qualifyings hat man alle Informationen und ich bin sicher, dass sie sich das ansehen werden. Ich weiß nicht genau, warum es so lange gedauert hat. Ich schätze, sie haben alles doppelt und dreifach überprüft."

"Das ändert doch nichts, oder? Die Startaufstellung muss vier Stunden vor dem Start eines Rennens veröffentlicht werden, also ist alles gut. Das, was wir am Samstagabend bekommen, ist ein Bonus und sie veröffentlichen eine vorläufige Startaufstellung. Ich verstehe aber, dass es für euch wichtig ist, und für uns ist es wichtig, unsere Strategien und solche Dinge zu entwickeln", erklärt Permane.

Ist die FIA beratungsresistent?


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Auf die Frage, ob die FIA offen gegenüber Verbesserungsvorschlägen ist, sagt der Alpine-Sportdirektor: "Wir haben seit Kurzem einen neuen Mann namens Francois Sicard, der lange in der Formel 2 gearbeitet hat und der definitiv zuhört. Er ist ein guter Mann, aber er ist noch nicht lange dabei, ich glaube, Baku war sein erstes Rennen."

"Sie hören zu, aber es gibt noch viel zu tun. Wir, alle Teams, sind gerne bereit zu helfen. Eines der schönen Dinge an der Gruppe, die ich im sportlichen Beirat sehe, ist, dass wir im Allgemeinen eine ziemlich breite Übereinstimmung haben. Wir sind nicht wie die Techniker, die nur das Beste für ihr Team und Auto wollen. Bei den sportlichen Regeln ist das definitiv nicht so offensichtlich."

"Diese gelten in der Regel pauschal für alle, für alle das Gleiche. Wir sind also eine einigermaßen konstruktive Gruppe. Aber wir hatten in diesem Jahr erst ein oder zwei Sitzungen, wir sind also noch dabei, uns mit dem neuen Regime zurechtzufinden, und dieser neue Mann, Francois, war, glaube ich, nur bei einer davon anwesend. Es werden aber Fortschritte gemacht."