Änderungen im Wahlprozess: Will die FIA Carlos Sainz sen. verhindern?

Einem Medienbericht zufolge will die FIA die Regeln zur Präsidentschaftswahl verändern - zum Nachteil von neuen Bewerbern wie Carlos Sainz sen.

(Motorsport-Total.com) - Der Automobil-Weltverband FIA steht erneut im Fokus - diesmal wegen möglicher Regeländerungen im Vorfeld der Präsidentenwahl im Dezember. Laut Berichten der BBC plant der amtierende Präsident Mohammed bin Sulayem, eine Reihe von Änderungen an den Statuten voranzutreiben, die potenziell Gegenkandidaten benachteiligen oder gar ausschließen könnten.

Titel-Bild zur News: Carlos Sainz

Carlos Sainz sen. könnten bei einer Kandidatur Steine in den Weg gelegt werden Zoom

Kern der geplanten Änderungen ist eine Vorverlegung der Frist zur Bekanntgabe einer Kandidatur für das Präsidentenamt. Dies würde insbesondere mögliche neue Bewerber wie etwa Carlos Sainz sen. unter erheblichen Zeitdruck setzen. Motorsport-Total.com hatte vergangene Woche exklusiv berichtet, dass der zweimalige Rallye-Weltmeister ernsthaft über eine Kandidatur nachdenkt.

Sollte Sainz sich zur Wahl stellen wollen, müsste er sich laut den neuen Plänen deutlich früher als bisher darum bemühen, die notwendige Unterstützung von stimmberechtigten Mitgliedsclubs zu erhalten - was seine Erfolgschancen spürbar mindern könnte.

Integritätsklausel könnte weitere Hürde darstellen

Zusätzlich zu dieser Vorverlegung soll laut BBC ein weiterer Passus eingeführt werden, der vorsieht, dass gegen Mitglieder einer Präsidentenliste "nichts in deren Vergangenheit vorliegen darf, was deren berufliche Integrität infrage stellt". Im Ethikkodex der FIA heißt es zudem, dass alle Beteiligten "Interessenkonflikte vermeiden und potenzielle Konfliktsituationen offenlegen" müssen.

Da Carlos Sainz sen. der Vater des gleichnamigen Williams-Formel-1-Fahrers ist, könnte genau das von der Ethikkommission als Interessenkonflikt gewertet werden. Was zu einem Ausschluss von der Wahl führen könnte.

Die offizielle Begründung für die geplanten Änderungen lautet laut BBC, man wolle "Konsistenz zwischen den Amtszeiten schaffen und die Wahlen stärker bündeln". Kritiker sehen darin allerdings den Versuch, mögliche Herausforderer gezielt auszubremsen.