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Longin/Kumpen siegen, Bartels/Bertolini sichern den Titel

Wahnsinnsfinale der FIA-GT-Serie: Anthony Kumpen und Bert Longin feiern sensationellen Sieg, Michael Bartels und Andrea Bertolini holen die Krone

(Motorsport-Total.com) - Eine traumhafte Strecke, ein spektakuläres Rennen, überraschende Sieger sowie hier und da ein kleines Drama: Das Finale der FIA-GT-Serie auf der neuen Piste im argentinischen San Luis bot alles, was das Herz eines Motorsport-Fans wünscht. Anthony Kumpen und Bert Longin feierten einen sensationellen Sieg auf der Berg- und Talbahn, Marcel Fässler und Ricardo Risatti warfen den sicheren Sieg weg und Michael Bartels und Andrea Bertolini kührten sich zu Champions.

Sensationelle Sieger in Argentinien: Longin/Kumpen im alten Saleen S7 Zoom

Die erste Phase des Rennens gehörte allerdings eindeutig Frederic Makowiecki im Larbre-Saleen. Der Franzose konnte Polesetter Marcel Fässler beim Start beeindruckend ausbeschleunigen und zog unwiderstehlich in Front. In den ersten Runden konnte der schweizerische Ex-DTM-Pilot zwar Druck machen, aber Makowiecki wehrte sich erfolgreich. "Ich schaute mir die Sache dann erstmal in Ruhe an", kommentierte Fässler die frühe Rennphase, "ich wusste, dass der Saleen keinen solch starken zweiten Piloten hat."#w1#

Fässler zunächst sicher auf Siegkurs

Kurz vor der ersten Runde der Boxenstopps machte Fässler dann doch kurzen Prozess mit seinem französischen Konkurrenten und übergab die Phoenix-Corvette somit in Führung an Aushilfspartner Ricardo Risatti, der in Argentinien als Ersatz für Jean-Denis Deletraz agierte. Makowiecki musste gleichzeitig für seinen ebenfalls recht unerfahrenen Landsmann Roland Berville Platz machen. Anschließend konnte sich die Phoenix-Corvette vorne absetzen.

Sicher zum Titelgewinn: Michael Bartels und Andrea Bertolini auf Platz fünf Zoom

Andrea Bertolini hielt derweil den Vitaphone-Maserati auf Titelkurs. Zwar musste sich der Italiener zwischenzeitlich dem Meisterschaftskonkurrenten Mike Hezemans beugen, aber die siebte Position reichte ihm jederzeit - außerdem waren Hezemans/Gollin weit weg vom ersehnten Sieg. Für das größte GT1-Spektakel sorgte der alte Ferrari 550 Maranello von Lopez/Tuero, der im Warmup die Bestzeit markiert hatte. Jose-Maria Lopez prügelte den argentinischen ACA-Wagen innerhalb weniger Minuten in die Spitzengruppe und tauchte bereits nach 40 Minuten auf Platz drei auf.

Nach gut einer Stunde war der anfangs führende Saleen endgültig aus der Entscheidung heraus. Wegen technischer Probleme rutschte Berville leicht in die Mauer und musste anschließend einen zweiten Stopp einlegen. Der Labre-Wagen fiel dadurch auf Rang 17 zurück. Ähnlich schlimm erwischte es den zweiten Maserati von Negrao/Ramos. Xandi Negrao musste beim Überrunden eines GT2-Ferrari plötzlich ausweichen und touchierte die Mauer.

"Der Wagen vor mir hatte ein Reifenproblem und ich wollte außen vorbei. Dabei kam ich auf den Dreck und rutschte in die Wand. Dabei wurde der Kühler beschädigt", fasste Negrao an der Box enttäuscht zusammen. Das Schwesterauto der Titelfavoriten Bartolini/Bartels fiel damit auf den vorletzten Rang zurück. Und es kam noch schlimmer, denn unterdessen hatte sich Fabrizio Gollin klammheimlich auf Rang zwei vorgeschoben - vor ihm nur noch Phoenix-Kollege Risatti.

PK-Sport-Saleen ringt Phoenix-Corvette nieder

Der 22-jährige Argentinier hatte das Fahrzeug mit 45 Sekunden Vorsprung übernommen, verlor aber nach und nach an Boden. Runde 20 Minuten vor Schluss der große Schreck: Risatti rutschte mit den alten Reifen (man hatte die Pneus nicht gewechselt) von der Ideallinie, konnte die Corvette nicht mehr halten und schlug in die Begrenzung. Des einen Leid, des anderen Freud: Fabrizio Gollin erbte den Spitzenrang und führte das Rennen knapp vor dem überraschend starken Saleen von PK Sport an.

Pech für Prospeed: Richard Westbrook und Emmanuel Collard schieden aus Zoom

Rund zehn Minuten vor Schluss sorgte ein leichter Drift des Italieners für die Sensation: Bert Longin zog konsequent an der Phoenix-Corvette vorbei und konnte sich in der Folge sogar etwas absetzen. Erst in der letzten Runde erhöhte Gollin noch einmal den Druck, doch ohne Erfolg. Der deutlich leichtere Saleen konnte sich ins Ziel retten und siegte. In der Auslaufrunde dann noch eine kuriose Begegnung: Die beiden Spitzenfahrzeuge mussten einem Nachzügler ausweichen und kollidierten dabei heftig. Longin brachte den Saleen nicht mehr bis in den Parce Fermé. Unterdessen feierte Andrea Bertolini als Fünfter im Rennen seinen Titel im Maserati mit Donuts.

In der GT2-Klasse war der Kampf um Gesamtrang zwei bereits früh entschieden. Nach nur fünf Runden hatte Emmanuel Collard den Prospeed-Porsche in die Mauer geschickt, dadurch hatten Malucelli/Ruberti den zweiten Platz in der Gesamtwertung sicher. Richard Westbrook blieb nur der Trost, auf Gesamtrang drei bester Porsche-Vertreter zu sein. Bruni/Vilander standen schon vor dem Finalrennen als GT2-Champions fest. Am Ende setzten sich die Lokalmatadoren Russo/Companc knapp gegen alle Ferrari-Markenkollegen durch.

Das Rennergebnis in der Übersicht:
01. GT1 Longin/Kumpen (Saleen S7) - 51 Runden
02. GT1 Hezemans/Gollin (Corvette Z06) - 0.561 Sekunden zurück
03. GT1 Soulet/Ledesma/Fumal (Corvette Z06) - 34.211
04. GT1 Lopez/Tuero (Ferrari 550 Maranello) - 1:42.310 Minuten zurück
05. GT1 Bartels/Bertolini (Maserati MC 12) - 2:13.996
06. GT2 Russo/Companc (Ferrari F430) - 1 Runde zurück
07. GT2 Bruni/Vilander (Ferrari F430) - 1 Runde
08. GT2 Montanari/Biagi (Ferrari F430) - 1 Runde
09. GT2 Kirkaldy/Bell (Ferrari F430) - 2 Runden
10. GT2 Palttala/Forsten (Porsche 911 GT3 RS) - 2 Runden
11. GT2 Malucelli/Ruberti (Ferrari F430) - 2 Runden
12. GT2 Babini/Davies (Ferrari F430) - 2 Runden
13. GT2 Cadei/Moser (Ferrari F430) - 2 Runden
14. GT2 Mullen/Narchos (Ferrari F430) - 5 Runden
15. GT2 Camathias/Balbiani (Ferrari F430) - 6 Runden

Ausfälle:
Fässler/Risatti (Corvette Z06) - 10 Runden zurück
Leinders/Kuppens (Gilet Vertigo) - 24 Runden
Makowiecki/Berville (Saleen S7) - 26 Runden
Negrao/Ramos (Maserati MC 12) - 31 Runden
Basso/Mazzacane (Ferrari 550 Maranello) - 34 Runden
Collard/Westbrook (Porsche 911 GT3 RS) - 46 Runden

GT1-Gesamtstand nach dem Saisonfinale (Top 5):
01. Bertolini/Bartels - 70 Punkte
02. Hezemans/Gollin - 66
03. Ramos/Negrao - 52,5
04. Fässler/Deletraz - 45,5
05. Wendlinger/Sharp - 44

GT2-Gesamtstand nach dem Saisonfinale (Top 5):
01. Bruni/Vilander - 93 Punkte
02. Malucelli/Ruberti - 60,5
03. Westbrook - 51
04. Montanari/Biagi - 45
05. Collard - 41

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