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  • 27.04.2008 · 23:25

  • von Britta Weddige

Monza: Peugeot-Sieg nach umstrittenem Manöver

Pedro Lamy rammte sich in Monza an Mike Rockenfeller vorbei und holte den zweiten Saisonsieg für Peugeot - Audi-Youngster Meisterschaftsführende

(Motorsport-Total.com) - Pedro Lamy und Stéphane Sarrazin haben in Monza für Peugeot den zweiten Saisonsieg in der Le-Mans-Series LMS geholt. Die Audi-Youngster Mike Rockenfeller und Alexandre Prémat belegten mit ihrem R10 TDI den zweiten Platz. Und: Die beiden DTM-Piloten führen nach zwei Saisonrennen die Fahrerwertung der LMS an. Die Pescarolo-Piloten Harold Primat und Christophe Tinseau wurden Dritte. Es waren turbulente 1000 Kilometer im Königlichen Park - und eines, das durch ein umstrittenes Manöver entschieden wurde.

Peugeot 908

Pedro Lamy überquerte nach einem strittigen Manöver die Ziellinie als Erster

Bis neun Runden vor Schluss lagen Rockenfeller und Prémat sogar noch in Führung. Dabei mussten sie aus der Boxengasse starten, weil ein Sicherheitsventil der Kraftstoffzufuhr undicht war. Doch dank einer guten Strategie und einer starken Leistung der beiden jungen Piloten konnte Rockenfeller die Führung übernehmen.#w1#

Rammstoß von Lamy

Dann jedoch kam die Attacke von Peugeot-Pilot Lamy. Schon 15 Runden vor Schluss versuchte er, an Rockenfeller vorbeizugehen, kürzte dabei aber die Schikane ab und musste dem Audi-Piloten die Führung wieder überlassen. Ein paar Runden später kassierte Lamy eine Stop-and-Go-Strafe, weil er in einer Gelbphase ein Auto überrundet hat.

Doch anstatt in die Box zu fahren und die Strafe abzusitzen, blieb Lamy für eine weitere Runde auf der Strecke und versuchte ein weiteres Manöver gegen Rockenfeller. Dabei rammte er Rockenfeller derart, dass der sich einen Reifenschaden am Audi R10 zuzog. Während der Deutsche zurück zur Box humpelte, konnte Lamy genug Zeit gut machen, um seine Strafe abzusitzen und trotzdem in Führung zu bleiben. Und so mussten sich Rockenfeller und Prémat mit Platz zwei begnügen statt den eigentlich sicheren Sieg zu holen.

"Ja, wir haben uns berührt, aber das ist Racing, dafür sind wir hier", erklärte Lamy, der nichts Unrechtes in seiner Aktion sah. Prémat war anderer Meinung: "Ich denke, dass das von Peugeot sehr unfair war", schimpfte der Franzose. "Der ACO sollte reagieren, denn Peugeot hat uns gerammt und wenn das nicht passiert wäre, hätten wir die Chance auf den Sieg gehabt." Von einem Protest sah Audi dann aber doch ab.

Probleme bei den anderen beiden Dieseln

Marc Gene und Nicolas Minassian im zweiten Peugeot hatten mehr als die Hälfte des Rennens geführt, verloren dann aber sechs Runden wegen eines Problems im Antriebsstrang. Das Duo kämpfte sich zurück und belegte Rang fünf. Dahinter kamen Rinaldo Capello und Allan McNish im zweiten Audi R10 ins Ziel. Das Auto war in der ersten Stunde des Rennens in einen Unfall verwickelt. Während der Reparaturarbeiten verstrichen 15 Minuten oder neun Runden.

In der LMP2-Klasse ging der Sieg an Casper Elgaard und John Nielsen im Porsche RS Spyder des Essex-Teams. Auf Rang zwei landeten Jos Verstappen und Peter van Merksteijn im Van-Merksteijn-Porsche, die zur Rennmitte wegen Reparaturarbeiten die Box ansteuern mussten. Das Schweizer Horag-Team belegte nach einem Ausritt von Pilot Didier Theys den dritten Platz.

In der GT1-Klasse gab es ebenfalls einen heißen Fight um den Sieg. Fünf Stunden lang lag die Luc-Alphand-Corvette mit Olivier Beretta am Steuer in Führung. Doch dann konnte Tomas Enge vorbei ziehen und für Aston Martin den ersten Sieg des Jahres holen.

In der GT2-Klasse wurde das ursprüngliche Ergebnis drei Stunden nach dem Rennen revidiert. Dem Team IMSA Matmut Performance und den Fahrern Richard Lietz und Raymond Narac wurde der Sieg aberkannt, weil sich am Fahrzeug die Leitung zum Datenaufzeichnungsgerät des Veranstalters gelöst hatte. Damit rückte das eigentlich zweitplatzierte Porsche-Team Farnbacher auf den ersten Platz vor. Sieger der GT2-Klasse in Monza sind damit Porsche-Werksfahrer Richard Westbrook, Allan Simonsen und Lars Erik Nielsen.

Horrorcrash von Ortelli

Überschattet wurde das Rennen von einem schweren Unfall von Stéphane Ortelli. Beim Anbremsen in die Rettifilo-Schikane stellte sich Ortellis Courage quer, dabei geriet ein Luftstrom unter das Fahrzeug und der Bolide hob ab. Nach mehreren Überschlägen blieb das Auto auf der Seite liegen. Ortelli wollte zwar sofort aus dem Wrack aussteigen, entschied sich dann aber doch, zu warten, bis die Rettungskräfte kamen. Der Franzose hat sich ein Fußgelenk gebrochen. Die Ursache für den Unfall ist noch unklar, es wird aber über einen Bremsdefekt spekuliert.

Ergebnis Monza:

01. Lamy/Sarrazin (Peugeot) - 4:59:07.955 Minuten - LMP1
02. Premat/Rockenfeller (Audi) + 47.672 Sekunden - LMP1
03. Primat/Tinseau (Pescarolo Judd) + 4 Runden - LMP1
04. Kerr/Jouanny/Hall (Creation) + 4 Runden - LMP1
05. Gene/Minassian (Peugeot) + 6 Runden - LMP1
06. Capello/McNish (Audi) + 7 Runden - LMP1
07. Tappy/Ickx/Short (Pescarolo Judd) + 7 Runden - LMP1
08. Elgaard/Nielsen (Porsche) + 8 Runden - LMP2
09. Van Merksteijn/Verstappen (Porsche) + 8 Runden - LMP2
10. Lienhard/Theys/Lammers (Porsche) + 9 Runden - LMP2
11. Erdos/Newton (MG Lola) + 9 Runden - LMP2
12. Ragues/Lahaye (Pescarolo Judd) + 10 Runden - LMP2
13. de Pourtales/Noda (Lola Mazda) + 11 Runden - LMP2
14. Amaral/Pla (Lola AER) + 12 Runden - LMP2
15. Garcia/Enge (Aston Martin) + 14 Runden - GT1
16. Beretta/Moreau/Goueslard (Corvette) + 14 Runden - GT1
17. Mücke/Charouz (Lola Aston Martin) + 15 Runden - LMP1
18. Hughes/Haberfield (WF01 Zytek) + 18 Runden - LMP2
19. Blanchemain/Dumez/Manopoulos (Corvette) + 18 Runden - GT1
20. Rusinov/Kox (Lamborghini) + 20 Runden - GT1
21. Nielsen/Westbrook/Simonsen (Porsche) + 22 Runden - GT2
22. Belicchi/Pompidou/Zacchia (Lola Judd) + 22 Runden - LMP2
23. Ehret/Kaffer (Ferrari) + 22 Runden - GT2
24. Aucott/Daoudi (Ferrari) + 23 Runden - GT2
25. Chiesa/Leuenberger (Spyker) + 26 Runden - GT2
26. Kutemann/MacCormick/Casadei (Ferrari) + 27 Runden - GT2
27. Lieb/Davison (Porsche) + 32 Runden - GT2
28. Daniels/Paltalla/Fortsen (Porsche) + 33 Runden - GT2

Ausfälle:

Dumbreck/Kelleners/Vasiliev (Spyker) + 24 Runden - GT2
Kane/Foster (WF01 Zytek) + 27 Runden - LMP2
Nicolet/Faggionato/Hein (Pescarolo Judd) + 39 Runden - LMP1
Ortelli/Ayari (Courage-Oreca) + 43 Runden - LMP1
Collard/Boullion (Pescarolo Judd) + 52 Runden - LMP1
Bell/Bruni (Ferrari) + 54 Runden - GT2
Barazi/Vergers (Zytek) + 57 Runden - LMP2
Didaio/Francioni/Savoldi (Lucchini Judd) + 58 Runden - LMP2
Ojjeh/Gosselin/Schroyen (Zytek) + 79 Runden - LMP2
Balandras/Lecourt/Belloc (Porsche) + 87 Runden - GT2
Burgueno/De Castro (Epsilon Euskadi) +100 Runden - LMP1
Salini/Salini/Roussel (WR Zytek) + 102 Runden - LMP2
Panis/Lapierre (Courage-Oreca) + 146 Runden - LMP1
Ried/Felbermayr/Felbermayr (Porsche) + 151 Runden - GT2
Rostan/Peterson/Lueders (Radical AER) + 167 Runden - LMP2

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