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Valencia-Rennen könnte zum Taktikpoker werden

Reifenflüsterer gesucht: Der aggressive Asphalt setzt den Pneus auf dem Circuit Ricardo Tomo heftig zu - Wer schafft einen langen Stint?

(Motorsport-Total.com) - Das Zusammenspiel von Reifen, Setup und Streckentemperatur spielt beim aktuellen DTM-Wochenende in Valencia eine große Rolle. Schon in den Trainings und im Qualifying wurde deutlich, wie empfindlich die DTM-Reifen auf schwankende Asphalttemperaturen reagieren. Wer seine schnelle Runde im Schatten unter einer Wolke am spanischen Himmel drehte, hatte großes Glück: Jeder Sonnenstrahl sorgte für Sorgen.

Martin Tomczyk

Die überraschende Erkenntnis aus Valencia: Wolken sind gut Zoom

"Wir haben festgestellt, dass es hier einen ausgeprägteren 'Drop-off' gibt, also die Rundenzeiten nach einigen Umläufen erheblich langsamer werden", erklärt Hankook-Chefingenieur Michael Eckert. "Normalerweise liegt der Unterschied zwischen einem frischen Pneu und einem, der 100 Kilometer alt ist, bei weniger als einer halben Sekunde. Hier ist es aber deutlich mehr als eine Sekunde."

Diese Erkenntnis kam auch für die Techniker des Reifenausrüsters überraschend. Man hatte im Februar auf der Strecke vor den Toren Valencias getestet und dort keine solchen Erfahrungen gemacht. "Ein Fahrer könnte hier gemeinsam mit seinem Ingenieur ein Setup austüfteln, damit dieser Effekt nicht so ausgeprägt ist", sagt Eckert. "Es kommt auf dieser Strecke sehr auf Traktion und Bremsleistung an. Allerdings müsste man mit einem Quali-Setup im Rennen mit nachlassenden Rundenzeiten rechnen."

"Hier kann man auf der rechten Seite mehr negativen Sturz als auf der linken Seite fahren. Allerdings nicht zu viel. In der engen Haarnadel im Infield läuft man sonst Gefahr, sich einen Bremsplatten einzufangen. Da kann das Rad stehenbleiben", beschreibt der Hankook-Ingenieur die besondere Situation. "Es ist tricky. Normalerweise hat man beim asymetrischen Setup ein Viertelgrad Unterschied beim Sturz. Hier ist es deutlich mehr."


Fotos: DTM in Valencia


Gesucht wird nun ein "Jenson Button der DTM" - ein Reifenflüsterer also, der sich beispielsweise mit einem längeren ersten Stint nach vorne arbeiten könnte. Überholen auf der Strecke ist schwierig, Taktik ist gefragt. "Wenn es warm wird, dann müsste man eigentlich das Rennen dritteln, sprich nach 15 und 30 Runden zu den Stopps hereinkommen. Wenn jemand aber ein Setup gefunden hat, das längere konstant gute Stints erlaubt - und dann der Fahrstil auch dazu passt -, dann könnte man sich vielleicht einen Vorteil erarbeiten", sagt Eckert.

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