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Timo Scheider über DTM-Zeit bei Opel: "Habe ihnen alles zu verdanken"

Timo Scheider begann seine DTM-Karriere bei Opel: Wie er als Youngster um seine Chance kämpfte und wie emotional das Rennen in Zandvoort 2003 wirklich war

(Motorsport-Total.com) - Timo Scheider wurde in der DTM in Diensten von Audi zum Star. Zwei Meisterschaften, sieben Siege, 24 Podestplätze, all das feierte er als Fahrer der "Vier Ringe". Doch seine erste Chance in der Serie gab ihm Opel im Jahr 2000, was Scheider bis heute nicht vergessen hat.

Timo Scheider

Timo Scheiders Karriere wäre so ohne Opel nicht möglich gewesen Zoom

"Ich habe Opel eigentlich alles zu verdanken", unterstreicht Scheider im Podcast von 'ran racing'. Der zweifache DTM-Champion plaudert bei der Gelegenheit aus dem Nähkästchen und gibt die eine oder andere Anekdote aus seiner Opel-Zeit preis.

Timo Scheider bettelt bei Volker Strycek

Zum Beispiel die, dass der damalige Sportchef Volker Strycek zunächst alles andere als angetan war von Scheiders DTM-Ambitionen. Rückblende: Wir schreiben das Jahr 1998. Die alte DTM ist Geschichte, stattdessen ist nun der Supertourenwagen-Cup die neue Nummer eins im deutschen Motorsport. Hinter den Kulissen wird aber bereits an einer neuen DTM gearbeitet.

Konkreter wurden diese Pläne, als Opel auf der Essen Motor Show eine DTM-Konzeptstudie auf Basis des Astra vorstellt. Für Scheider, damals mit Opel-Triebwerken in der Formel 3 unterwegs, die große Chance. "Da stand ich bei Volker Strycek zur Neugründung der DTM auf der Essen Motor Show und habe gebettelt: 'Gib mir einen Drive im DTM-Auto.' Da hat er gesagt: 'Junge, du bist Formel-Fahrer, das funktioniert nicht.'"

Doch Scheider sah keine andere Möglichkeit und blieb hartnäckig: "Der Weg Richtung Formel 3000 hat nicht funktioniert, weil das Geld nicht da war. Aber ich wollte da fahren, bin zwei Wochen da gesessen und er hat gesagt: 'Junge, geh nach Hause'." Das zahlte sich letztlich aus.


DTM Hockenheim 2000: Die Highlights in 52 Minuten

"Ich habe gebettelt und gebettelt und irgendwann habe ich die Chance bekommen. Er hat gesagt: 'Okay, du bist bei der neuen DTM im Jahr 2000 dabei', und plötzlich saß ich in einem Opel Astra vom Team Holzer und bin im Quali 1 in Hockenheim auf Platz drei gestanden, in meinem allerersten DTM-Quali neben Manuel Reuter, Bernd Schneider. Für mich war plötzlich Heaven", erinnert sich Scheider.

Die Podestverweigerer Scheider und Opel

An seinem allerersten DTM-Wochenende, gleichzeitig der Auftakt der damals brandneuen DTM, erreichte Scheider in beiden Läufen den vierten Platz. Am Ende des Jahres wurde er Zwölfter in der Gesamtwertung. Doch der Durchbruch sollte mit Opel nicht gelingen.

"Mit dem Opel war man sowieso immer so ein bisschen Underdog, außer im ersten Jahr, wo die Motoren überlegen waren. Danach war es immer schwer. Wenn es mal gut gelaufen ist, bist du mal Vierter, Dritter, Siebter geworden, irgendwie so", blickt Scheider zurück. Siege oder gar der Titelkampf, das war für Opel nach dem Jahr 2000 aber nicht mehr drin.

Nach dem Saisonauftakt 2000 sah Scheider in Opel-Diensten die Zielflagge noch drei Mal als Vierter, hinzu kommen einige fünfte Plätze. Der Sprung auf das Siegertreppchen blieb ihm in dieser Zeit jedoch verwehrt. "Man hat in den Opel-Jahren zu mir gesagt: Podestverweigerer. So nach dem Motto: 'Du wolltest ja nie da oben stehen.' Dieses Image des Podestverweigerers hatte ich, weil es irgendwie nie funktioniert hat", berichtet Scheider.


DTM Estoril 2004: Die Highlights in 52 Minuten

Als Beispiel führt er das Rennen in Estoril 2004 an, wo Scheider seinen Vectra auf den dritten Startplatz stellte und auch im Rennen lange Zeit auf Rang drei lag. "Wir hatten schon in Portugal Rennen, wo wir auf Podiumskurs waren und dann ist plötzlich das Gas hängen geblieben. Es ist immer irgendwas passiert", erklärt er.

Standing Ovations in Zandvoort 2003

Die größte Gelegenheit auf Erfolg bot sich ihm allerdings 2003 beim DTM-Rennen in Zandvoort. Scheider holte dort die erste Pole seiner DTM-Karriere und führte nach 21 von 36 Rennrunden, als er zu seinem zweiten Boxenstopp herein kam. Dort lief jedoch alles schief.

"Leider Gottes ist der Lollipop-Mann ein bisschen schnell gewesen und da war vorne rechts das Rad nicht drauf. Das habe ich am Ausgang der Boxengasse verloren, in Führung liegend", so Scheider, der weiter zu Protokoll gibt: "Christijan Albers war damals das Rennen über Zweiter. Ich habe geführt und kam aus der Box raus, das wäre wieder ein super enges Match gewesen."

Scheiders Malheur hat Albers schließlich einen ganz wichtigen Erfolg im damaligen Titelkampf gegen Schneider beschert. Scheider berichtet davon, dass in diesem Moment 60.000 bis 70.000 Fans ausgeflippt seien. Trotzdem wurde auch er mit jeder Menge Beifall und Respekt bedacht. Berührende Momente durchlebte Scheider so nach seinem Ausfall.


DTM Zandvoort 2003: Die Highlights in 52 Minuten

"Das war wahrscheinlich die emotionalste Situation, die ich in der DTM erlebt hatte. Die faire holländische Kulisse hat auf dem Weg, von wo das Auto stand, bis zur Box geklatscht stehenderweise, aus Respekt davor. Ich habe damals Mercedes-Teammitglieder applaudieren sehen. Einfach aus Mitleid, für Opel, für mich. Ich habe viel Respekt bekommen dafür", so Scheider.

Die emotionalen Momente gingen an jenem Tag allerdings noch weiter: "Damals hat mein Teammanager, der in dem Fall auch Lollipop-Mann war, den ganzen Abend geheult. Weil er einfach zu früh das "Go" gegeben hat, weil er natürlich auch so gepumpt war und wollte, dass es irgendwie für den Sieg reicht. Hat es dann aber eben nicht, weil wir ausgefallen sind. Das war glaube ich danach die größte Party, die ich jemals gefeiert habe in der DTM, am Abend in Zandvoort."

Scheider musste anschließend noch rund vier Jahre warten, ehe er erstmals in seiner DTM-Karriere auf das Siegertreppchen klettern durfte. Beim Saisonfinale 2007 in Hockenheim war es schließlich soweit: Platz zwei im Abt-Audi A4. Ein halbes Jahr später holte er in Oschersleben seinen ersten Sieg, Ende 2008 seinen ersten Titel. Angefangen hat jedoch alles bei Opel.

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