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Sechs Jahre Wartezeit: So schwierig ist es, ein DTM-Meisterauto zu kaufen

Rene Rast würde seine Meisterautos von 2017, 2019 und 2020 am liebsten kaufen, doch Audi-Kollege Mike Rockenfeller weiß genau, dass das nicht so einfach geht ...

(Motorsport-Total.com) - DTM-Champion Rene Rast hat vor, seine Meisterautos 2017, 2019 und 2020 von Audi zu kaufen - blitzt damit aber offenbar ab: Die Originale "kommen ins Museum", bestätigt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. Weshalb zwischen dem dreimaligen Champion und Audi nun darüber verhandelt wird, welche Autos an Rast verkauft werden können und welche nicht.

Rene Rast

Rene Rast möchte seine Meisterautos am liebsten von Audi kaufen Zoom

Am liebsten würde der 34-Jährige "zumindest je ein Auto aus jeder Generation kaufen, in der ich Meister geworden bin". Denkbar, dass er Audi zwei Showcars abnimmt und ein einsatzfähiges Rennauto, mit dem er "irgendwann mal wieder bei einem Track-Day fahren kann".

"Ich hätte als Andenken gern ein Auto mit dem V8, also das 2017er-Modell, und ein Auto mit dem Vierzylinder-Turbo", präzisiert Rast seinen Wunsch ans Christkind. Selbst wenn er die Wunschautos bekommen sollte, wird er diese vermutlich aber nicht gratis bekommen. "Wir sind noch in Gesprächen, wie das ablaufen kann", sagt er.

"Ich habe wegen ihrer Geschichte Interesse an den Autos. Ich habe in den Jahren 2017 und 2019 mit den Autos die Meisterschaft gewonnen. Als Rennfahrer baut man da immer eine Verbindung zu seinem Auto auf", erklärt Rast.

Autos haben einen besonderen emotionalen Wert

"Sie haben für mich nicht nur einen materiellen, sondern auch einen emotionalen Wert. Die DTM war immer mein Lebensziel. Es wäre ziemlich cool, diese Autos in der Garage zu haben und zu sagen: 'Schau, Sohn, das sind die Autos.'"

Dahinter steckt der mit Manager Dennis Rostek geschmiedete Plan, aus jeder Saison, die Rast im Motorsport bestritten hat, ein Auto zu kaufen. Ob daraus irgendwann ein Rene-Rast-Museum werden soll oder nur eine ziemlich imposante Privatgarage, ist derzeit nicht bekannt.


Fotostrecke: DTM-Champion Rene Rast

"Wir versuchen, jedes Auto zu kaufen, mit dem ich gefahren bin", verrät Rast. "Wir haben mit den Go-Karts begonnen. Wir haben einige Tourenwagen, wie das Auto, mit dem ich den Porsche-Supercup gewonnen habe, oder das aus dem Carrera-Cup, Polo-Cup, GT-Cup. Ich nehme alles, was ich kriegen kann, für meine Sammlung."

Zu der gehören auch "ein paar Formel-1-Autos", sagt Rast. Zum Beispiel ein Toyota, heißt es. "Für mich gehört das auch zum Racing, ein paar nette Autos zu sammeln - vor allem die, mit denen ich gewonnen habe."

"Im Porsche-Supercup", erinnert er sich, "haben wir immer ein 911er-Straßenauto für den Sieg bekommen. Ich habe dreimal gewonnen und habe dreimal einen Porsche Carrera bekommen. Davon haben wir auch noch welche. Deswegen will ich auch diese DTM-Autos haben, weil sie in die Sammlung passen."

Gass: Normalerweise gibt's von Audi nix geschenkt ...

"Normalerweise bekommen Fahrer bei uns ihre Rennautos nicht als Belohnung, denn die kommen ins Museum", stellt Gass klar. Wenn dann doch jemand eins kaufen will, gebe es "ein System", wie der Preis fair ermittelt wird. "Das ist Teil der internen Revision", sagt Gass. "Und Renes Auto würden wir auch nach diesem Modell an ihn verkaufen."


Tracktest: Der Audi RS 5 DTM von Champion Rene Rast

Einer, der Audi schon mal ein Auto aus seinem Meister-Jahrgang abgekauft hat, ist Mike Rockenfeller. Er war 2013 Champion in der DTM, hat für sein Wunschfahrzeug aber "noch nicht bezahlt", weil es "noch aufgebaut" wird: "Ich warte seit 2014 drauf", lacht er - und witzelt, dass es "spottbillig" sei: "Audi entscheidet, was das Auto wert ist. Darüber reden wir aber nicht."

Ein großer Unterschied zu früher ist: "Heute nutzt man ein Monocoque einige Jahre lang", verrät Gass. "Das bedeutet, dass sogar die Meisterautos teilweise weiterverwendet wurden und zum Einsatz kamen. Wir werden diese Autos im exakt gleichen Zustand mit den Ersatzteilen aufbauen, zumindest was die Karosserie angeht. Danach kommen sie ins Museum."

Bei der bewegten Geschichte des Meister-RS-5 von 2017 hatte übrigens auch 'Motorsport-Total.com' die Finger im Spiel. Denn die letzte Ausfahrt mit dem Auto, bevor es ins Museum geschoben wurde, absolvierte kurz nach Rasts Premierentitel unser damaliger DTM-Ressortleiter Roman Wittemeier auf Mallorca.

"Ein solches Auto am Limit zu bewegen erfordert Mut, Können und unglaubliches Vertrauen in das Verhalten des Fahrzeuges", schrieb Wittemeier damals in seiner Kolumne. "Dann im harten Wettbewerb gegen 17 andere Fahrer den entscheidenden Vorteil zu finden, ist für mich unvorstellbar."

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