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  • 22.04.2007 · 17:28

Schwerer Unfall überschattet Audi-Doppelsieg

Mattias Ekström und Martin Tomczyk sicherten Audi einen etwas unerwarteten Doppelsieg beim DTM-Auftakt - Haug: "Unfall, wie er nicht sein sollte"

(Motorsport-Total.com/sid) - Zwei Audi-Fahrer vorne, aber zwei andere im Krankenhaus: Für den Ingolstädter Automobilkonzern gab es beim Saisonauftakt der DTM ein Wechselbad der Gefühle. Der Doppelsieg von Mattias Ekström (Schweden) und Martin Tomczyk (Rosenheim) war der erste Audi-Erfolg in Hockenheim seit fünf Jahren, den der schwere Unfall von Tom Kristensen (Dänemark) und Alexandre Premat (Frankreich) überschattete. Bei dem Crash in der ersten Runde erlitten beide glücklicherweise keine lebensbedrohlichen Verletzungen, wurden allerdings ins Krankenhaus gebracht.

Tom Kristensen

Bilder, die die Welt nicht braucht: Bergung Tom Kristensen nach dem Crash

"Das waren extreme Tiefen und extreme Höhen an einem Tag", meinte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich, den unmittelbar nach dem Unfall beruhigt hatte, dass er "mit beiden Fahrern sprechen konnte". Nach einer 24-minütigen Pause wegen des Unfalls, in den auch noch Mercedes-Pilotin Susie Stoddart und Audi-Mann Adam Carroll (beide Großbritannien) verwickelt waren, wurde das Rennen hinter dem Safety-Car neu gestartet, und die Audi-Truppe zeigte eine strategische Meisterleistung.#w1#

Ekström mit starker Strategie

Dank zweier perfekt platzierter Boxenstopps brachte das Team Ekström an die Spitze vor den lange führenden Mercedes-Piloten Bruno Spengler (Kanada), der beim Debüt der neuen C-Klasse wegen einer ausgefallenen Servolenkung auch den zweiten Platz nicht ins Ziel bringen konnte. Am Ende kam der Trainingsschnellste hinter Tomczyk nur als Dritter ins Ziel, erhielt aber nachträglich noch eine Zeitstrafe von 50 Sekunden für eine Kollision mit Audi-Pilot Timo Scheider (Braubach), die ihn auf Position 14 zurückwarf. Dritter wurde dadurch Markenkollege Daniel la Rosa (Hanau) in einer Vorjahres-C-Klasse. Die Mercedes-Stars Bernd Schneider (St. Ingbert) und Mika Häkkinen (Finnland) landeten mit ihren neuen Autos dagegen lediglich auf den Rängen sieben und zehn.

"Das ist gigantisch, wir haben den ganzen Winter so hart gearbeitet." Mattias Ekström

"Das ist gigantisch, wir haben den ganzen Winter so hart gearbeitet. Dadurch, dass Martin am Ende noch Zweiter geworden ist, könnte es gar nicht besser sein", meinte Ekström, der DTM-Champion von 2004. Den letzten Audi-Erfolg in Hockenheim hatte der Franzose Laurent Aiello am 21. April 2002 geholt, danach hatte neunmal in Folge Mercedes triumphiert.

"Glückwunsch an Audi, sie haben eine gute Leistung gezeigt", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, der eingestand, "dass wir uns mit unserer Gesamtflotte noch verbessern müssen. Wir müssen nicht nur eine, sondern mehrere neue C-Klassen nach vorne bringen."

Überschattet wurde das erste Rennwochenende der Saison, zu dem insgesamt 101.000 Zuschauer nach Hockenheim kamen, von dem schweren Unfall in der ersten Runde. Kristensen hatte sich nach einer Berührung mit seinem Teamkollegen Timo Scheider gedreht und schleuderte quer über die Strecke.

Premat und Stoddart krachten in Kristensen

Dort wurde sein Audi A4 in vollem Tempo von Premat und dem Mercedes von Stoddart getroffen. Die Schottin blieb unverletzt, konnte aber auch nicht mehr zum Neustart antreten, weil ihr Auto zu sehr beschädigt worden war. Auch für Carroll war der Arbeitstag vorbei; Trümmerteile hatten seinen Audi A4 in Mitleidenschaft gezogen.

"Das war ein Unfall, wie er nicht sein sollte." Norbert Haug

Sowohl der siebenmalige Le-Mans-Champion Kristensen, seit acht Tagen zum dritten Mal Vater, als auch Premat wurden mit Krankenwagen ins Streckenhospital gebracht. Nach Aussage des Streckenarztes Klaus Zerbian haben beide keine lebensbedrohlichen Verletzungen erlitten. Zur Kontrolle wurden sie dennoch direkt in nahe liegende Krankenhäuser weitertransportiert - Premat per Hubschrauber, Kristensen im Rettungswagen.

"Das war ein Unfall, wie er nicht sein sollte. Zum Glück sind die Autos sehr sicher, aber wenn ein Fahrzeug mittig getroffen wird, dann kommt es zu riesigen Beschleunigungen", meinte Haug. "Für die Hinterherfahrenden war der Unfall leider nicht vermeidbar."

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