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Reifenknappheit in der DTM: Team bietet Michelin-Pneus um das Dreifache an

Nach wie vor liefert Michelin kaum Reifen für DTM-Tests aus, wodurch ein Team seine Bestände teuer verkauft: Die Michelin-Verantwortlichen reagieren verschnupft

(Motorsport-Total.com) - Die Reifenknappheit in der DTM treibt kuriose Blüten: Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' hat das SSR-Team vor dem Nürburgring-Testtag, der am vergangenen Sonntag mit elf von 13 Teams über die Bühne gegangen ist, privat Michelin-Reifen um teures Geld angeboten.

Laurens Vanthoor

Das SSR-Team besitzt offenbar mehr Michelin-Reifen, als man derzeit benötigt Zoom

Die Pneus, die beim Hersteller pro Satz 2.000 Euro kosten, wurden vom Porsche-Team um das Dreifache, also um 6.000 Euro, beworben.

Eine Aktion, über die sich die Begeisterung von Reifenhersteller Michelin in Grenzen hält. "Wir haben davon gehört", sagt Michelins Kundensport-Chef Julien Vial im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "So etwas wollen wir nicht sehen."

So reagiert Michelin auf den SSR-Reifenhandel

Warum die Franzosen verschnupft reagieren? "Dadurch gehen die Kosten für die Teams nach oben", so Vial. "Das ist der Grund, warum wir seit einigen Monaten sehr hart arbeiten, um die aktuelle Situation zu verbessern. Die Kosten für den Motorsport müssen unter Kontrolle bleiben."

Im Rallyebereich, wo die Reifenknappheit ebenfalls ein Problem ist, habe man ähnliche Erfahrungen gemacht. "Auch dort gibt es Teamchefs, die daraus ein Geschäft machen wollen. Das wollen wir stoppen."

Die Tatsache, dass Michelin die DTM-Teams als alleiniger Ausstatter nicht im gewohnten Ausmaß mit Reifen der S8-Mischung beliefern kann, ist auch auf den Krieg in der Ukraine zurückzuführen. Derzeit können nicht die üblichen Transportrouten zum Werk in Frankreich genutzt werden, wodurch es zu Verzögerungen kommt - und einige wichtige Rohmaterialien stammen aus Russland.

Michelin will Lieferengpässe bis November lösen

Um private Tests nicht komplett zu verunmöglichen, hat sich Michelin mit der DTM-Dachorganisation ITR darauf geeinigt, jedem Team pro Auto einen frischen S8-Reifensatz für Versuchsfahrten zur Verfügung zu stellen. "Wir geben allen genau gleich viel, damit keiner einen Vorteil hat. Wir arbeiten diesbezüglich sehr eng mit der ITR zusammen", erklärt Vial.

Wenn ein Team mehr frische Reifensätze nutzen kann, dann habe das damit zu tun, dass möglicherweise bei den Rennen Reifen übriggeblieben sind oder weil es noch Restbestände gibt.

Doch wie lange müssen sich die Teams noch mit der Reifenknappheit herumschlagen? "In den kommenden Monaten könnte es noch schwierig werden, frische Reifensätze zum Testen zu bekommen, aber im Oktober oder November sollte das gelöst sein", verspricht Vial. "Dann ist nächstes Jahr wieder alles normal."

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