powered by Motorsport.com
  • 06.02.2008 · 14:29

Haug: Schumacher-Entscheidung im Februar

Noch im Februar wird die Entscheidung über Ralf Schumachers Zukunft fallen - Norbert Haug: "Wir suchen keinen neuen Häkkinen"

(Motorsport-Total.com/sid) - Ralf Schumacher hat sich nach erneuten Testfahrten im DTM-Silberpfeil für eine Fortsetzung seiner Karriere entschieden. Der ehemalige Formel-1-Pilot soll Mercedes-Benz sein Ja-Wort für die DTM gegeben haben. Jetzt liegt es an den Stuttgartern, die Startampel für den 33-Jährigen auf Grün zu stellen.

Ralf Schumacher

Ralf Schumacher bei seinem zweiten DTM-Test im portugiesischen Estoril

"Ich gehe davon aus, dass eine Entscheidung im Februar fällt", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Wenn sich Ralf für die Sache interessiert und einsetzt, dann spricht nichts gegen eine Zusammenarbeit." Gedacht ist laut Haug an einen Einjahresvertrag plus Option.#w1#

Nur ein Jahreswagen für Schumacher?

Für "Schumi II" gibt es in der DTM keine Extrawurst. Wie der 'sid' erfahren hat, muss der Rennfahrer mit dem berühmten Namen zunächst in einem "Gebrauchtwagen" über die Runden kommen. "Meine Empfehlung für Ralf ist ein C-Klasse-Modell aus dem Jahr 2007. Das ist besser zum Lernen und nimmt auch ein bisschen den Druck weg", sagte Haug. Es gebe acht neue Fahrzeuge, daher wäre alles außerhalb der Top 8 für Schumacher schon eine Niederlage, erläuterte Haug.

"In dem Lehrjahr ginge es einfach noch nicht um Siege." Ralf Schumacher

Dass er einen Vorjahres-Silberpfeil fahren solle, sei auch sein eigener Wunsch gewesen, betonte Schumacher: "Ich müsste mich an das Metier ja erst gewöhnen und alles kennen lernen, dazu brauche ich keinen Neuwagen. In dem Lehrjahr ginge es einfach noch nicht um Siege", sagte Schumacher der 'Bild'-Zeitung.

Schumacher, der in der Formel 1 bei Toyota ausgemustert wurde, ist jedenfalls schon Feuer und Flamme für die DTM: "Ich wäre nicht hier, wenn mir das Fahren nicht riesig Spaß machen würde", sagte der Bruder des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher am Rande der Tests auf der einstigen Grand-Prix-Strecke im portugiesischen Estoril. Dort hatte er im Januar den ersten DTM-Schnupperkurs absolviert.

Dass Schumacher zum zweiten Mal einen Mercedes testet, sei laut Haug kein Nachsitzen und auch kein Eignungstest. Vielmehr gehe es darum, dass sich der Wahlsalzburger an das DTM-Auto gewöhne: "Formel 1 und DTM sind grundverschieden, das hat auch schon Mika Häkkinen erfahren müssen", meinte der Mercedes-Sportchef.

Mercedes sucht keinen neuen Häkkinen

Der zweimalige Formel-1-Weltmeister aus Finnland war auf Anhieb der Publikumsliebling der DTM. Doch Häkkinen hat seinen Helm nach der Saison 2007 endgültig an den Nagel gehängt, seitdem sucht die DTM händeringend einen Nachfolger. Dem aber widerspricht Haug: "Wir suchen keinen neuen Häkkinen und wollen Ralf auch nicht wegen der Schlagzeilen." Man wolle Schumacher eine faire Chance geben und keinesfalls eine PR-Nummer daraus machen.

"Wer nur aufs Geld schaut, der ist bei uns an der falschen Adresse." Norbert Haug

Für Schumacher, zuletzt mit geschätzten 14 Millionen Euro bei Toyota einer der Formel-1-Spitzenverdiener, gibt es in der DTM angeblich keine Reichtümer zu verdienen: "Wer nur aufs Geld schaut, der ist bei uns an der falschen Adresse", sagt Haug und versichert, dass der künftige DTM-Superstar "keine Millionengage" erhalten wird.

Er habe sich mit Schumacher bereits in Stuttgart getroffen und alles besprochen, sagte Haug: "Ralf hat gesagt, dass er möglichst viel mit einem DTM-Auto fahren wolle. Das ist auch unsere Ansicht, denn wir wollen, dass er Vertrauen in das Auto hat." Und deshalb habe das Team ihm den zweiten Testeinsatz ermöglicht.