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Glock nach Classics-Auftritt: "Das war mein Highlight des Jahres"

Wie BMW-Pilot Timo Glock die eigene Stimmung mit dem Tourenwagen-Classics-Auftritt aufhellte und wie er den M3 aus dem Jahr 1988 mit dem DTM-Auto vergleicht

(Motorsport-Total.com) - BMW-Pilot Timo Glock ließ sich am Wochenende des 500. DTM-Rennens zu einem besonderen Seitensprung hinreißen: Der Routinier trat auf dem Lausitzring im Qualifying der populären Rahmenserie Tourenwagen-Classics in einem BMW M3 E30 aus dem Jahr 1988 an - das erfolgreichste Rennauto der DTM-Geschichte.

Timo Glock. Tourenwagen-Classics, BMW M3 E30

Treffen der Generationen: Timo Glock zwischen seinen beiden BMW-Boliden Zoom

Und stellte danach klar: "Das war für mich das Highlight des Jahres, es hat sehr viel Spaß gemacht." Eine Anspielung daran, dass ihm nach wie vor das Pech an den Fersen klebt, auch wenn es vor einigen Rennen so aussah, als könnte es nicht mehr schlimmer kommen.

"Ich hatte noch nie so ein Jahr", sagt Glock, der auf dem Lausitzring - wie schon in Brands Hatch - nach einem Antriebswellendefekt und einem Handling-Problem punktelos blieb und in der Meisterschaft auf Platz 13 liegt. "Bei mir ist in allen Belangen der Wurm drin. Und dann ist man irgendwann froh, wenn das Jahr vorbei ist. So extrem war das noch nie."

Unterschied wie Tag und Nacht

Kein Wunder also, dass Glock den Zeitsprung in die Vergangenheit als willkommene Abwechslung empfand: Das ehemalige Zakspeed-Werksauto, das über 275 PS verfügt, wird bei den Tourenwagen-Classics üblicherweise von Christian Menzel und Marc Hessel gesteuert. Die beiden Legenden erhielten diesmal Unterstützung durch Glock, auch wenn es sich wegen des engen Zeitplans nur um ein paar Runden handelte.

Timo Glock, Tourenwagen-Classics, BMW M3 E30

H- statt Wippschaltung: Timo Glock im aufgeräumten Cockpit Zoom

"Das ist pures Autofahren", frohlockt Glock nach seinem Kurzeinsatz im 20-minütigen Qualifying, bei dem er in 2:02.184 die achtbeste Zeit fuhr (Glocks DTM-Qualifying-Zeit: 1:35.926) und auch körperlich gefordert wurde. "Wenn du so ein Auto eine halbe Stunde bewegst, dann weißt du, was du getan hast. Du hast keine Servolenkung, du musst kuppeln, du musst schalten, die Schaltvorgänge müssen passen, du musst mit Zwischengas fahren, was ich gefühlt schon Jahrzehnte nicht mehr gemacht habe."

Glock zeigt großen Respekt vor Ravaglia & Co.

Der aktueller DTM-Bolide BMW M4 sei im Vergleich zum M3 E30, der insgesamt 42 Siege holte und mit dem Eric van de Poele und Roberto Ravaglia 1987 und 1989 den DTM-Titel holten, "ein Unterschied wie Tag und Nacht." Das liegt vor allem an der Schaltung. "Du fährst mit einer Hand in die Ecke rein, und die Schaltvorgänge müssen schnell sein, denn du kannst dabei viel Zeit gewinnen oder verlieren", geht Glock ins Detail.

Roberto Ravaglia, BMW M3 E30

Roberto Ravaglia mit dem M3 E30 im Jahr 1989 auf der Nürburgring-Nordschleife Zoom

"Die Jungs sind damals mit diesen Autos auf Messers Schneide und Rad an Rad über die Nordschleife gefahren. Man kann nur den Hut vor dem ziehen, was die damals geleistet haben. Es ist eine Kunst, so ein Auto schnell zu bewegen", zeigt der ehemalige Formel-1-Pilot großen Respekt.

So vergleicht Glock den M3 E30 mit dem aktuellen M4

Welches Auto mehr Spaß mache? "Das kann man nicht vergleichen, die Autos sind so unterschiedlich, und jedes macht auf seine Art und Weise sehr viel Spaß", antwortet Glock. Der Reiz des alten M3 E30 sei, dass "alles mechanisch ist. Es gibt keinen aerodynamischen Abtrieb und du kannst als Fahrer großen Einfluss zum Beispiel darauf nehmen, wie das Auto in die Kurve einlenkt."

Timo Glock

Stolzer Timo Glock: Wird der BMW-Pilot in den puristischen Boliden zurückkehren? Zoom

Der aktuelle DTM-Bolide sei dagegen "viel schneller, er hat wesentlich mehr PS, und du hast den aerodynamischen Abtrieb, der die Kurvengeschwindigkeiten ermöglicht, die wir heute fahren. Es sind beides fantastische Autos."

Ob es für Glock einen weiteren Einsatz im Kult-Auto der alten DTM geben wird? "Vielleicht ergibt sich noch mal was", kann er sein Interesse nicht verbergen. "Dafür bin ich offen, denn es hat Spaß gemacht." Einziges Problem? "Wenn die am gleichen Wochenende fahren, ist es natürlich vom Zeitplan her fast unmöglich, weil dann müsste ich vom einen ins andere Auto springen. Das macht halt wenig Sinn."

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