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DTM-Test Nürburgring 2: Habsburg Schnellster, verletzter Duval out

Auch am zweiten DTM-Testtag auf dem Nürburgring ist die DTM deutlich schneller als 2020: Warum das so ist und wieso Loic Duval unter Schmerzen aussteigen musste

(Motorsport-Total.com) - Zweiter DTM-Testtag auf dem Nürburgring - und erneut liegt ein Österreicher in Front: WRT-Audi-Neuling Ferdinand Habsburg brannte nach einer Stunde Fahrzeit in 1:19.319 die schnellste Runde in den Asphalt und war damit um rund eine Zehntelsekunde langsamer als Landsmann Philipp Eng am Vortag. Der BMW-Pilot kam am Dienstag, der großteils stabiles Wetter bot, eine Hundertstel hinter Habsburg auf Platz zwei.

Loic Duval

Die DTM ist bisher beim Test deutlich schneller als im Vorjahr Zoom

Die Zeit, die ebenfalls schneller war als Rene Rasts Pole-Zeit aus dem Vorjahr (1:19.642), fuhr Eng nur fünf Minuten nach Habsburg um 9:41 Uhr. Dritter wurde Jamie Green, der nach acht Monaten in sein Dienstauto zurückkehrte, mit 0,184 Sekunden Rückstand. Interessant ist, dass das gleiche Trio auch am Nachmittag voran lag. Das hat damit zu tun, dass sie im Gegensatz zu anderen Piloten bereits auf Zeitenjagd gingen.

Nur auf bescheidene 29 Runden kam Phoenix-Audi-Pilot Loic Duval, ehe er unter Schmerzen seinen RS 5 abstellen musste. Der Hintergrund? Der Franzose hat sich vor zwei Wochen beim Mountainbiken in Genf das Schlüsselbein gebrochen, wollte es sich aber dennoch nicht nehmen lassen, erstmals seit dem Dream-Race Kilometer zu sammeln.

Fällt Duval für restlichen Test aus?

Beachtlich ist, dass er trotzdem auf eine persönliche Bestzeit von 1:19.587 kam und damit nicht einmal drei Zehntel langsamer war als Habsburg. Ob Duval, der eigentlich für den Finaltag Donnerstag nominiert ist, diese Woche in den Audi zurückkehren wird oder ein anderer Pilot einspringt, ist "noch nicht entschieden", heißt es bei Audi.

Ferdinand Habsburg

Einmal Dritter, einmal Schnellster: Habsburg kommt im Audi gut zurecht Zoom

Trotzdem kamen die Audi-Werksteams insgesamt auf 513 Runden, während die BMW-Werksteams 463 Runden absolvierten. Das zeigt, dass sich die Zuverlässigkeit bereits sehen lassen kann.

Warum ist die DTM dieses Jahr so schnell?

Aber wie ist es möglich, dass die DTM bereits beim Test deutlich schneller ist als im Vorjahr? "Das hat vielleicht mit den Regeländerungen zu tun", verweist Vizemeister Nico Müller, der heute am Vormittag vor allem Longruns fuhr und sein Auto am Nachmittag an seinen Abt-Teamkollegen Robin Frijns abgab, auf die Möglichkeit, DRS fortan drei Mal pro Qualifyingrunde zu nutzen.


DTM 2020: Gerhard Berger bei den Tests auf dem Nürburgring

Am zweiten Testtag auf dem Nürburgring verschafft sich DTM-Boss Gerhard Berger einen Überblick und spricht über die Saisonpläne. Die Piloten spulen derweil fleißig ihre Runden ab. Weitere DTM-Videos

Das wirkt sich auf einer Rennstrecke wie dem Nürburgring mit zwei langen Geraden schon auf die Rundenzeit aus und bringt gleich einmal ein paar Zehntel", sagt der Schweizer.

Aber auch die niedrigen Temperaturen unter 15 Grad sieht er als Ursache. "Unsere Reifen funktionieren am besten bei einer Luft- und Asphalttemperatur von rund 20 Grad. Und beim Rennwochenende im Vorjahr war es deutlich wärmer." Dazu kommt, dass keine Rahmenserien auf den Nürburgring unterwegs sind - und der für die Hankook-Reifen ungünstige Reifengummi anderer Hersteller nicht vorhanden ist.

Kubica steigert sich deutlich

Aber reicht das aus, um eine theoretische Bestzeit von 1:18.656, wie sie Frijns am Montag mit seinen besten Sektorzeiten gefahren wäre, zu ermöglichen? "Man darf nicht vergessen, dass die Strecke zwischen dem Ausgang von Kurve 1 bis zu Kurve 3 neu asphaltiert wurde", wirft Wittmann, der erneut in Timo Glocks Auto saß und die viertschnellste Zeit fuhr, ein.

"Dadurch geht die zweite Kurve um ein Eck schneller als im Vorjahr, es gibt einfach mehr Grip. Und wir dürfen auch nicht vergessen, dass diese niedrigen Temperaturen auch für mehr Motorleistung sorgen als wenn es im Sommer richtig heiß ist."

Wie es Robert Kubica ging? Der Pole spulte im ART-BMW erneut wacker sein Programm ab und kam heute mit einer persönlichen Bestzeit von 1:19.783 erstmals unter 1:20. Damit steigerte er sich im Vergleich zum Vortag um fast eine Sekunde und blieb auf Platz acht 0,464 Sekunden hinter der Tagesbestzeit. Und auch die Rundenanzahl kann sich sehen lassen: Der Ex-Formel-1-Pilot umrundete die Nürburgring-Kurzanbindung 143 Mal.

Ergebnis Vormittag:
1. Ferdinand Habsburg (AUT/Audi RS 5) 1:19.319 (73 Rd.)
2. Philipp Eng (AUT/BMW M4) 1:19.329 (62 Rd.)
3. Jamie Green (GBR/Audi RS 5) 1:19.503 (56 Rd.)
4. Marco Wittmann (GER/BMW M4) 1:19.503 (63 Rd.)
5. Loic Duval (FRA/Audi RS 5) 1:19.587 (29 Rd.)
6. Mike Rockenfeller (GER/Audi RS 5) 1:19.619 (36 Rd.)
7. Nico Müller (SUI/Audi RS 5) 1:19.679 (93 Rd.)
8. Robert Kubica (POL/BMW M4) 1:19.783 (57 Rd.)
9. Lucas Auer (AUT/BMW M4) 1:20.003 (68 Rd.)
10. Fabio Scherer (SUI/Audi RS 5) 1:20.069 (61 Rd.)

Ergebnis Nachmittag:
1. Ferdinand Habsburg (AUT/Audi RS 5) 1:19.629 (67 Rd.)
2. Philipp Eng (AUT/BMW M4) 1:19.693 (102 Rd.)
3. Jamie Green (GBR/Audi RS 5) 1:19.823 (99 Rd.)
4. Mike Rockenfeller (GER/Audi RS 5) 1:20.199 (110 Rd.)
5. Lucas Auer (AUT/BMW M4) 1:20.257 (78 Rd.)
6. Marco Wittmann (GER/BMW M4) 1:20.339 (90 Rd.)
7. Fabio Scherer (SUI/Audi RS 5) 1:20.363 (71 Rd.)
8. Robin Frijns (NED/Audi RS 5) 1:20.893 (90 Rd.)
9. Robert Kubica (POL/BMW M4) 1:21.306 (86 Rd.)

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