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Drei Piloten über 300 km/h schnell: DTM knackt in Spa Schallmauer

Wie es WRT-Audi-Rookie Fabio Scherer in Spa als erstem Menschen gelang, in einem DTM-Auto über 300 km/h schnell zu fahren - und wer das Kunststück noch vollbrachte

(Motorsport-Total.com) - Seit Einführung der Turbomotoren hofft man darauf, jetzt ist es endlich gelungen: WRT-Audi-Rookie Fabio Scherer erreichte beim Sonntagsrennen in Spa-Francorchamps als erster Pilot in einem DTM-Boliden die 300-km/h-Marke. "Ich habe heute mit über 300 km/h DTM-Geschichte geschrieben", freut sich der 21-jährige Schweizer auf 'Twitter'.

Fabio Scherer

WRT-Audi-Rookie Fabio Scherer holt in Eau Rouge Schwung Zoom

In der elften Runde erreichte Scherer am Ende der langen Kemmel-Geraden nach Eau Rouge genau 300 km/h, ehe er diese Rekordmarke in der 22. Runde egalisierte und im 26. und letzten Umlauf sogar noch einmal auf 302 km/h verbesserte.

Er war allerdings nicht der einzige: BMW-Pilot Philipp Eng kam in der Endphase ebenfalls dreimal auf 300 km/h und in der 23. Runde sogar auf Tempo 302. Die gleiche Bilanz weist auch BMW-Neuling Jonathan Aberdein vor, der eine Runde vor Eng die 302 km/h erreichte.

Über 300 km/h dank Windschatten und Überholhilfen

"Ich habe DRS und Push-to-pass genutzt", erzählt der Südafrikaner. "Und ich hatte glaube ich auch noch zwei Autos vor mir. Das war also ein riesiger Windschatten, der eine große Hilfe war." Er habe zu diesem Zeitpunkt "gar nicht mitbekommen", dass er über 300 km/h schnell war. "Ich wurde aber nach dem Rennen von meinem Ingenieur informiert. Das ist cool."

Bei seinem Markenkollegen Eng, der wie Aberdein zu diesem Zeitpunkt nichts mit den vorderen Plätzen zu tun hatte, war das allerdings anders. "Ich habe in jener Runde sogar auf die Geschwindigkeit geachtet, weil ich einen riesigen Windschatten hatte", schildert der Österreicher. "Ich habe wirklich gehofft, dass ich die 300-km/h-Marke erreiche. 297, 298, 299 - und dann habe ich unmittelbar nach 300 gebremst. Ich habe die Kurve gekriegt, es hat also alles gepasst."

Das letzte Mal, "dass ich in einem Rennauto über 300 km/h schnell war, war bei meinem Formel-1-Test vor einiger Zeit", erinnert er sich an das Jahr 2008.

Rekordversuche in Hockenheim und Fuji scheiterten

Die DTM-Piloten hatten bereits im Vorjahr beim Saisonauftakt in Hockenheim darauf gehofft, die 300-km/h-Marke zu knacken, doch damals war vor der Spitzkehre bei Tempo 291 Endstation. Ein weiterer Versuch beim Dream-Race in Fuji scheiterte ebenfalls, weil DRS und Push-to-pass nicht erlaubt waren.


Fotostrecke: Turbo vs. Sauger: So kompakt ist Audis neuer DTM-Motor

Beim Test am Donnerstag hatte Marco Wittmann aber dennoch seinen Flügel auf der 1,5 Kilometer langen Start-Ziel-Geraden flachgestellt, um die Schallmauer zu durchbrechen, kam aber nicht über 296 km/h hinaus. Der nächste Rekordversuch war daraufhin in Monza geplant, doch das Rennen flog wegen des Corona-bedingten Kalenderumbaus für 2020 aus dem Programm.

Dass diese Geschwindigkeiten mit einem DTM-Auto überhaupt möglich sind, ist auf die Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotoren zurückzuführen, die rund 100 PS mehr bieten als die bis Ende 2018 eingesetzten Vierliter-V8-Saugmotoren.

Die Grundleistung wurde zwar dieses Jahr von 610 auf 580 PS reduziert, um die Zuverlässigkeit über die Saison hinweg zu gewährleisten. Mit Push-to-pass, das dieses Jahr 60 statt 30 Zusatz-PS Leistung bietet, erreichen die Triebwerke aber wie im Vorjahr maximal 640 PS.

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