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Bortolotti nach Fraga-Kollision bestraft: "Wie kann ein Fahrer so etwas tun?"

Lamborghini-Ass Mirko Bortolotti verspielte bei seiner Kollision mit Felipe Fraga im Kampf um den Sieg die DTM-Führung - bei AF Corse ist der Ärger nach dem Aus groß

(Motorsport-Total.com) - In der 29. von 38 Runden überschlugen sich auf dem Nürburgring die Ereignisse im Kampf um die Führung: Grasser-Lamborghini-Pilot Mirko Bortolotti, der zu diesem Zeitpunkt noch DTM-Leader war, attackierte Leader Felipe Fraga - und traf in der Zielkurve das rechte Hinterrad des AF-Corse-Ferrari, wodurch sich beide drehten.

Felipe Fraga und Mirko Bortolotti kollidieren beim DTM-Samstagsrennen auf dem Nürburgring im Kampf um die Führung

Drama im Kampf um die Führung: Bortolottis Attacke gegen Fraga geht schief Zoom

Die Aktion riss beide aus dem Rennen - und sorgte bei AF-Corse-Sportdirektor Ron Reichert für Ärger. "Mir fehlen die Worte, wie ein Fahrer so etwas tun kann. Da gab es keine Lücke, es gab keinen Grund. Und wenn man dann auch noch die Meisterschaft anführt, verstehe ich es schon gar nicht", so Reichert im Gespräch mit den englischen Kollegen unseres Schwesterportals 'Motorsport.com'.

Beide Piloten wurden nach dem Rennen zu den Sportkommissaren gerufen - und Bortolotti, der die DTM-Führung an Nutznießer Sheldon van der Linde verlor (hier geht's zum Rennbericht) und nun 16 Punkte Rückstand hat, wird zu allem Überdruss beim Sonntagsrennen auch noch um fünf Startplätze zurückversetzt.

Bortolotti: "Einzige Möglichkeit zu attackieren"

Wie er den Zwischenfall selbst sah? "Ich hatte einen sehr guten Exit aus der Schikane", erklärt Bortolotti im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Und ich wusste, dass ich auf der Bremse in der letzten Kurve besser bin. Das habe ich mir rundenlang angeschaut."

Dann seinen leider "zwei Faktoren zusammengekommen", so der in Wien lebende Italiener. "Es war innen ein bisschen zu feucht, ich hatte also nicht den Grip, den ich erwartet hatte. Und außerdem ist Felipe auf seiner Linie geblieben - und die zwei Dinge haben dann zum Kontakt geführt."

Bortolotti war zu diesem Zeitpunkt schneller als Fraga und hatte den ersten Saisonsieg im Visier, biss sich aber am Brasilianer die Zähne aus. "Ich habe die Lücke gesehen - und es war die einzige Möglichkeit, überhaupt zu attackieren, weil der Ferrari viele Stärken hat, die das schwierig machen", spielt er auf die Beschleunigung an. Auf den Geraden sei er deswegen "chancenlos" gewesen.

Bortolotti entschuldigt sich bei Fraga

Die Verantwortung nimmt der Lamborghini-Werksfahrer, der auf der nassen Stelle wegen mangelnden Grips an der Vorderachse in den Ferrari rutschte, aber klar auf sich. "Im Nachhinein ist man immer klüger", sagt er. "Ich habe mich bei ihm entschuldigt. Wir haben uns nur nicht gesehen, seit das Rennen aus war. Ich wollte zu ihm rübergehen, aber dann wurden wir beide zu den Stewards gerufen. Deswegen haben wir das oben geklärt."

Es tue ihm leid für sein Team, aber "aber natürlich auch für Felipe, denn er ist ein superstarkes Rennen gefahren - und wir hätten uns beide viel mehr verdient, als mit null Punkten nach Hause zu gehen."

Genau das stößt AF-Corse-Sportdirektor Reichert sauer auf, denn Fraga ist dieses Jahr Opfer einer beispiellosen Pechserie. "Jetzt haben wir neun Rennen hinter uns - und Felipe ist bei zwei ins Ziel gekommen. Okay, bei einem ist er nicht gestartet, aber bei den anderen fuhr ihm jedes Mal jemand ins Heck."

AF-Corse-Sportdirektor: Fragas Start "Manöver des Jahres"

Dabei habe sein Team heute alles richtig gemacht - und Fraga übernahm nach einem tollen Start schon in der ersten Runde von Bortolotti beim Anbremsen der Schikane die Führung. "Das war wahrscheinlich das Manöver des Jahres", gratuliert er seinem Schützling. "Unglaublich."


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Und auch im Rennen machte Fraga keinen Fehler, hielt Bortolottis Druck stand und war auf dem Weg zum zweiten Sieg in Folge. "Es tut weh und ist eine wirkliche Enttäuschung, wenn man nach so einer perfekten Ausführung grundlos aus dem Rennen genommen wird."

Warum Bortolotti am Anfang des Rennen wehrlos gegen Fraga war, dann aber immer stärker wurde? "Das ist immer ein bisschen auf die Strategie zurückzuführen", sagt der Lamborghini-Werksfahrer.

"Manche versuchen, den Reifen früher zu aktivieren, manche später. Das hängt mit dem Reifendruck zusammen. Und mir war klar, dass ich mit meiner Strategie in den ersten Runden eher Schwierigkeiten habe. Ich wusste, dass ich stärker werde, wenn ich diese Phase überwinde. Und genau so war es."

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