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Aston Martin: Schlechte Startplätze als strategische Trumpfkarte

Wieso Aston Martins Qualifying-Schwäche in den Rennen zur strategischen Trumpfkarte wird und kein Team Safety-Car-Phasen so clever nutzt wie die Neulinge

(Motorsport-Total.com) - Vier DTM-Rennen sind 2019 absolviert - und jedes Mal gelang es Neueinsteiger R-Motorsport, mit dem Aston Martin Vantage in die Punkteränge zu fahren. Und das, obwohl man im Qualifying bei trockenen Bedingungen nicht mit BMW und Audi mithalten kann.

Daniel Juncadella

Kein Team agiert bei der Strategie bisher so clever wie R-Motorsport Zoom

Zuletzt in Zolder fuhren Paul di Resta und Ferdinand Habsburg am Samstag auf die Plätze acht und neun, während Jake Dennis am Sonntag mit Platz sechs das beste Saisonergebnis für das Joint-Venture aus HWA und R-Motorsport herausholte.

"Wir hatten auch Glück, denn wir haben in Anbetracht unseres Pakets alles herausgeholt, was möglich war", spielt di Resta im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' auf die gelungenen Rennstrategien seiner Truppe an. "Das hat auch damit zu tun, dass wir aufs Ganze gehen und riskieren können. Das war sinnvoll und hat sich ausgezahlt." Die größte Stärke des Teams sei es bislang, "gute Entscheidungen zu treffen".

Rennstrategie: So taktiert R-Motorsport Aston Martin

Tatsächlich agiert keine Mannschaft bei der Boxenstopp-Strategie so aggressiv und bezieht eine mögliche Safety-Car-Phase so geschickt in die Planungen ein: Während man zwei Autos in der Regel bereits in den ersten zwei Runden hereinholt, wodurch sie den Pflichtstopp hinter sich haben und dann während einer Safety-Car-Phase noch einmal stoppen können, ohne viel Zeit zu verlieren, wartet man bei den anderen zwei Autos ab.


DTM Zolder 2019: Rennzusammenfassung 1

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Sollte eine Safety-Car-Phase drohen, geht es für jene Piloten darum, möglichst rasch zu reagieren und den Stopp durchzuführen, bevor das Rennen neutralisiert ist. So geht der Reifenwechsel noch als Pflichtstopp durch, bevor das Feld zusammenrückt und Piloten, die danach stoppen, durchgereicht werden.

Mit dieser Taktik schafften es di Resta in Hockenheim und Dennis in Zolder sogar kurz an die Spitze des Feldes - und fuhren dann zu den Plätzen sieben und sechs.

Teamkollege löste rettendes Safety-Car aus

Beim Samstag-Rennen in Zolder profitierten di Resta und Habsburg nach ihren Pflichtstopps gleich nach dem Start hingegen davon, dass ausgerechnet Teamkollege Dennis in der Boxengasse mit einem Motorproblem ausrollte und so eine Safety-Car-Phase auslöste.

Safety-Car

Bislang 2019 der Heilsbringer für Aston Martin: Das Safety-Car Zoom

Damit waren auch Rennleiter Sven Stoppe die Hände gebunden: Er musste das Safety-Car auf die Strecke schicken, denn in der Boxengasse gibt es keine Möglichkeit einer Slow-Zone, wodurch sich der taktische Vorteil für di Resta und Habsburg in Grenzen gehalten hätte.

Safety-Car-Einsatz: Die Folgen des Bianchi-Dramas

Bei einem Defekt oder einer Kollision können übrigens wenige Meter den Unterschied machen, ob das Rennen neutralisiert werden muss oder nicht. Vieles hängt davon ab, ob das Auto an einer Stelle abgestellt wird, an der es über eine "Tasche" - eine Öffnung der Leitplanken - aus der Gefahrenzone bewegt werden kann.

Denn seit dem Drama um Jules Bianchi beim Japan-Grand-Prix 2014, als dieser bei gelber Flagge in ein Bergefahrzeug donnerte, arbeiten die Streckenposten aus Sicherheitsgründen nur mehr in der Gefahrenzone, wenn das Rennen neutralisiert ist.

Safety-Car-Poker: Warum sich Audi und BMW schwer tun

Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Safety-Car-Phasen kommt, ist diese Saison aber ohnehin groß, wie die ersten vier DTM-Rennen bewiesen haben: Nur beim Regen-Auftakt in Hockenheim am Samstag kam das Schrittmacher-Fahrzeug während des Rennens nicht zum Einsatz. Die hohe Wahrscheinlichkeit führt dazu, dass auch die anderen Hersteller ihre Strategien inzwischen splitten.

Doch das ist nicht so einfach, wie Marco Wittmann in Zolder klarstellte: "Wenn du hinten stehst, kannst du dieses Risiko gehen, früh zu stoppen, und dann auf ein Safety-Car zu hoffen. Wenn du vorne bist, machst du das nicht, denn du gibst nicht deinen ersten oder zweiten Platz her." Daher ist die Qualifying-Schwäche von Aston Martin eine nicht zu unterschätzende Trumpfkarte für die Rennen, da man wenig zu verlieren hat.

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