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DTM-BoP Norisring: BMW-Vorteil auf den Geraden dank Heckflügel-Freigabe?
Wieso die BoP erstmals in dieser Saison keinen Mindestwinkel beim Heckflügel vorschreibt, was für den BMW spricht und welche vier Restriktoren geändert werden
(Motorsport-Total.com) - Vor dem ungewöhnlichen Norisring-Stadtkurs (alle Infos zu TV-Zeiten, Stream etc.) wird die Balance of Performance (BoP), die in der DTM für ein ausgeglichenes Niveau der Boliden sorgen soll, bei allen Marken geändert: Der in Nürnberg traditionell starke BMW M4 GT3, der dieses Jahr in der Evo-Version eingesetzt wird und in den vergangenen zwei Jahren in Nürnberg siegte, erhält nach dem Zandvoort-Doppelerfolg zehn Kilogramm Ballast.
© Alexander Trienitz
Der BMW triumphierte in den vergangenen zwei Jahren auf dem Norisring Zoom
Zudem wird der Ladedruck im unterem bis mittleren Drehzahlbereich um bis zu 0,08 bar reduziert, was eine Menge ist. Das Auto ist somit gleich schwer wie im Vorjahr in Nürnberg, verfügt aber im Vergleich zu vor einem Jahr mit ansteigender Drehzahl über immer weniger Ladedruck. Es gibt allerdings auch einen Vorteil für den BMW.
Erstmals in dieser Saison wird von BoP-Dienstleister SRO Motorsports Group kein Mindestwinkel beim Heckflügel vorgeschrieben. Dabei handelt es sich um eine Stellschraube, mit der der Topspeed der Fahrzeuge beschränkt werden kann. Und das traf bislang vor allem den BMW, der in den vergangenen Jahren auf den Geraden oft deutlich schneller war als die Konkurrenz und dadurch im Zweikampf Vorteile hatte.
Wieso wird diesmal Heckflügel-Winkel nicht vorgeschrieben?
Wieso die SRO ausgerechnet auf dem Norisring, auf dem es nur vier Kurven gibt und der Topspeed eine besondere Rolle spielt, von dieser 2025 eingeführten Stellschraube nicht Gebrauch macht? Das soll damit zu tun haben, dass die spezielle Charakteristik des Norisrings und die zu erwartende Evolution des Grip-Niveaus im Verlauf des Wochenendes keine sinnvolle Festlegung eines Mindestflügelwinkels zulasse. Man darf nun gespannt sein, ob man den BMW-Topspeed nur über den Ladedruck im Griff haben wird.
Das könnte sich auch positiv auf den Ford Mustang GT3 auswirken, dem nach der Papierform der Norisring ebenfalls liegen müsste: Denn der V8-Saugmotor im Frontmotorboliden von HRT hat auch in der DTM bislang ordentlich Dampf, wie die guten Topspeed-Werte immer wieder beweisen.
Lange Geraden sollten dem Ford Mustang liegen
Das ist vermutlich auch der Grund, warum der Restriktor-Durchmesser im Vergleich zu Zandvoort um einen Millimeter kleiner wird, was weniger Leistung bedeutet. Dafür dürfen fünf Kilogramm Ballast ausgeladen werden. Könnte also HRT mit dem auch wegen des Sounds so populären Mustang in Nürnberg für eine Überraschung sorgen?
"Dort ist auch die Bremse wichtig, also lasst uns abwarten", relativiert HRT-Teamchef Ulrich Fritz im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Ich bin eher vorsichtig."
Aber wie sieht es mit den Mittelmotor-Saugmotor-Boliden von Audi und Lamborghini aus? Nicki Thiim siegte im Vorjahr mit dem Huracan GT3 Evo2 souveränen, was für das Lamborghini-Potenzial spricht.
Größere Restriktoren für Lamborghini, Audi und Mercedes
Die Lamborghini-Teams dürfen im Vergleich zu den bisherigen Saisonrennen tatsächlich einen um einen Millimeter größeren Restriktor auspacken, womit man sich wieder auf dem Niveau des Vorjahres bewegt. Und das Auto wird im Vergleich zu Zandvoort um 15 Kilogramm leichter. Damit ist der Huracan aber immer noch um zehn Kilogramm schwerer als im Vorjahr in Nürnberg.
Auch bei Audi wird der Restriktor im Vergleich zu Zandvoort und zum Vorjahr um 0,5 Millimeter vergrößert. Das Gewicht bleibt währenddessen gleich wie in den Niederlanden, womit das Auto um zehn Kilogramm schwerer ist als 2024 in Nürnberg. Eine Änderung beim Restriktor gibt es auch bei Mercedes-AMG: Dieser wird nach Zandvoort um satte 1,5 Millimeter größer, dafür erhält man mit 0,93 statt 0,90 auch einen etwas ungünstigeren Lambda-Wert.
Im Vergleich zum Vorjahr ist der Mercedes-AMG GT3 etwas ungünstiger eingestuft: Der Restriktor ist gleich, der Lambda-Wert um 0,03 schlechter, dazu kommen zehn Kilogramm mehr Gewicht. Der Porsche ist um 20 Kilogramm leichter als in Zandvoort - im Vergleich zum Vorjahr ist er um 15 Kilogramm schwerer, hat aber auch einen um 2 Millimeter größeren Restriktor.
McLaren-Team Dörr darf 30 Kilogramm wieder ausladen
Durchaus konkurrenzfähig könnte auch der McLaren sein: Wie vom Dörr-Team gefordert werden im Vergleich zu Zandvoort satte 30 Kilogramm Ballast ausgeladen, zudem verfügt man vor allem im oberen Bereich auch noch über deutlich mehr Ladedruck. Viel wird dieses Jahr davon abhängen, ob man mit den Bodenwellen besser klarkommt, die im Vorjahr zum Spielverderber wurden. Damals war das Fahrzeug auch noch schlechter eingestuft.
Und auch den Emil-Frey-Ferrari sollte man auf der Rechnung haben, denn Jack Aitken holte Vorjahr am Samstag die Pole. Und der Ferrari 296 GT3 erhält dieses Jahr bei gleichem Gewicht etwas mehr Ladedruck. Dass im Vergleich zu Zandvoort bis zu 0,44 bar mehr zugelassen werden, sollte man nicht überbewerten, da es sich um den ganz niedrigen Drehzahlgereich handelt.
Bleibt nur noch der Aston Martin Vantage GT3 Evo des Comtoyou-Teams: Das Fahrzeug erhält nach Zandvoort zwar vor allem im oberen Drehzahlbereich mehr Ladedruck, man sollte aber dennoch keine Wunderdinge von den belgischen Neulingen erwarten. Denn kaum ein Team hatte auf dem Norisring, der sehr spezielle Anforderungen stellt, schon im ersten Jahr leichtes Spiel.
DTM-BoP Norisring 2025:
Aston Martin: 1.280 kg/1,37 - 1,97 bar (Ladedruck)
Audi: 1.315 kg/2 x 37 mm (Restriktor)
BMW: 1.320 kg/2,10 - 2,67 bar (Ladedruck)
Ferrari: 1.300 kg/1,0 - 2,54 bar (Ladedruck)
Ford: 1.300 kg/2 x 38 mm (Restriktor)
Lamborghini: 1.330 kg/1 x 51 mm (Restriktor)
McLaren: 1.280 kg/ 1,10 - 1,78 bar (Ladedruck)
Mercedes: 1.340 kg/2 x 36 mm (Restriktor)
Porsche: 1.310 kg/2 x 41,5 mm (Restriktor)
Lambda-Wert beim Mercedes-AMG GT3 von 0,90 auf 0,93 geändert, keine Änderungen beim Bodenabstand.
Änderungen:
Aston Martin: +0,0 bis +0,05 bar (Ladedruck)
Audi: +0,5 mm (Restriktor)
BMW: +10 kg/-0,08 bis +0,0 bar (Ladedruck)
Ferrari: -20 kg/+0,0 bis +0,44 (Ladedruck)
Ford: -5 kg/-1 mm (Restriktor)
Lamborghini: -15 kg/+1 mm (Restriktor)
McLaren: -30 kg/+0,0 bis +0,04 (Ladedruck)
Mercedes: +5 kg/+1,5 mm (Restriktor)/+0,03 (Lambda)
Porsche: -20 kg
DTM-BoP Zandvoort 2025 (Sonntagsrennen):
Aston Martin: 1.280 kg/1,37 - 1,97 bar (Ladedruck)
Audi: 1.315 kg/2 x 36,5 mm (Restriktor)
BMW: 1.310 kg/2,10 - 2,74 bar (Ladedruck)
Ferrari: 1.320 kg/1,0 - 2,48 bar (Ladedruck)
Ford: 1.305 kg/2 x 39 mm (Restriktor)
Lamborghini: 1.345 kg/1 x 50 mm (Restriktor)
McLaren: 1.310 kg/ 1,10 - 1,78 bar (Ladedruck)
Mercedes: 1.335 kg/2 x 34,5 mm (Restriktor)
Porsche: 1.330 kg/2 x 41,5 mm (Restriktor)

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