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Gute Taten, Simulator, Siege und Le Mans

Die A1GP-Serie macht Sommerpause, doch Fahrer und Teams sind nicht untätig, sei es, um Gutes zu tun oder um mehr Rennpraxis zu sammeln

(Motorsport-Total.com) - Die A1GP-Serie befindet sich mitten in ihrer Sommerspause, erst im Oktober startet in Australien die neue Saison. Doch Fahrer und Teams sind nicht untätig. Auch wenn die Räder derzeit still stehen, haben sie einen vollen Terminkalender. Da wird Gutes getan, der Nachwuchs gefördert und weitere Rennpraxis gesammelt.

Narain Karthikeyan

Narain Karthikeyan hatte in Le Mans nicht immer Grund, so zu strahlen Zoom

Das A1-Team Malaysia unterstützt mit seiner Hilfsaktion "Outreach" Bedürftige in Malaysia. In zwei Wochen steht das nächste Projekt an, diesmal zu Gunstren der Gehörlosenvereinigung in Terengganu. In deren Vereinszentrum legen die Mitglieder des Rennteams Hand an: Das Gebäude wird renoviert und neu eingerichtet. "Wir sind beeindruckt von der Arbeit der Vereinigung und denken, dass sie die anpackenden und helfenden Hände unserer Teammitglieder gebrauchen können", sagte Teamchef Jack Cunningham.#w1#

Das Projekt sei sehr ehrgeizig, fuhr Cunningham fort: "Da haben wir uns einiges vorgenommen, denn es ist sehr viel Arbeit nötig, um das Vereinszentrum wieder neu zu beleben. Aber wir sind auf Siege fokussiert, und deshalb werden wir sicherstellen, dass wir auch bei diesem Projekt die karierte Flagge sehen werden."

Jazeman Jaafar

Jazeman Jaafar durfte im Simulator bei Ferrarin in Modena fahren Zoom

Das A1GP-Team Malaysia fördert aber auch den Rennsportnachwuchs. So durfte der 16-jährige Jazeman Jaafar in Modena im A1GP-Simulator von Ferrari fahren. Jaafar, der in der Formel BMW Europa fährt, absolvierte zwei intensive Sessions im Simulator und drehte seine virtuellen Runden in Silverstone und an der Algarve. "Ich habe mich schnell an das Auto gewöhnt und sehr viel dabei gelernt. Ich hoffe aber, dass ich das nächste Mal im echten Auto sitze", sagte Jaafar danach, bevor er zu einem Rundgang im Ferrari-Museum aufbrach.

Erfolge in den USA

Der Rookie des US-Teams J.R. Hildebrand sammelte unterdessen auf der Strecke Rennpraxis - und zwar erfolgreich. Er gewann das Indy-Lights-Rennen am vergangenen Wochenende in Watkins Glen und übernahm damit die Gesamtführung in der Serie. Der Pilot des brasilianischen A1GP-Teams, Felipe Guimarães, gab in Watkins Glen sein Indy-Lights-Debüt und fuhr als Dritter ebenfalls aufs Podium.

Eine Klasse höher starteten Marco Andretti (Team USA) und Robert Doornbos (Team Niederlande). Sie bestritten in Watkins Glen das neunte Saisonrennen der IndyCar-Serie. Andretti wurde Fünfter und verbesserte sich auf Rang sieben der Meisterschaft, Doornbos wurde Neunter und ist in der Gesmatwertung Zwölfter.

Mythos Le Mans, Pechvogel Karthikeyan

Einige A1GP-Piloten nahmen Mitte Juni auch bei den berühmten 24 Stunden von Le Mans teil. Der Franzose Nicolas Prost und der Schweizer Neel Jani fuhren gemeinsam mit Andrea Belicchi im LMP1-Lola-Aston-Martin des Speedy-Teams auf Gesamtrang zwölf. Hätte das Trio nicht zwei Stunden vor Schluss einen Getriebeschaden gehabt, wäre sogar viel mehr drin gewesen.

"Was soll ich sagen? Ich bin wahrscheinlich der größte Pechvogel in der Geschichte von Le Mans!" Narain Karthikeyan

"Es war ein tolles Erlebnis für mich", sagte Prost. "Ich bin dort 2007 schon mit einem Saleen gefahren, aber in einem LMP1-Auto ist es viel schöner. Es lief wirklich gut für uns und es ist schade, dass wir das Getriebeproblem hatten. Sonst hätten wir um Platz fünf kämpfen können. Es hat riesigen Spaß gemacht, mit Neel zu fahren. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder dabei bin und dann aufs Podium fahre."

Der Inder Narain Karthikeyan und André Lotterer vom deutschen A1GP-Team traten in Le Mans gemeinsam mit Charles Zwolsman im Audi R10 TDI des Kolles-Teams an. Das Wochenende began auch sehr gut, doch dann lief es nicht mehr nach Plan. Karthikeyan sollte den ersten Doppelstint fahren und wollte zehn Minuten vor dem Start noch einmal schnell auf die Toilette gehen.

Als der Inder dazu über die Boxenmauer kletterte, rutschte er ab und stürzte. Dabei renkte er sich die Schulter aus. Für ihn war Le Mans beendet. "Die Boxenmauer war aus Sicherheitsgründen recht hoch", berichtete Karthikeyan. "Was soll ich sagen? Ich bin wahrscheinlich der größte Pechvogel in der Geschichte von Le Mans! C'est la vie." Lotterer und Zwolsman gingen den 24-Stunden-Marathin zu zweit an und holten am Ende Platz sieben. Um fit zu bleiben, nahm Lotterer außerdem an einem Extrem-Fitness-Camp in Österreich teil.

Unterwegs in vielen Serien

Richtig viel zu tun hat derzeit der Australier John Martin, der in der Renault-World-Series und der Superleague Formula antritt. In der Renault-World-Series sind auch Fairuz Fauzy vom Team Malaysia, der Südafrikaner Adrian Zaugg und der Neuseeländer Chris van der Drift unterwegs. Fauzy konnte in Ungarn einen Sieg einfahren, Zaugg wurde in Monaco Zweiter und van der Drift konnte in Barcelona einen dritten Platz holen.

Auch sonst sind die A1GP-Piloten auf den Rennstrecken der Welt unterwegs: Der Chinese Ho-Pin Tung fährt ebenfalls in der Superleague Formula, der Niederländer Jeroen Bleekemolen im Porsche-Supercup, Robert Wickens (Kanada), Edoardo Piscopo (Italien) und Armaan Ebrahim (Indien) sind in der neuen Formel 2 dabei. Und der Neuseeländer Earl Bamber gab bei den ersten beiden Rennwochenenden der International Formula Master Gas.

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