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WEC-Supersaison 2018/19: Das ist alles neu

Neuer Kalender, neue Teams in der LMP1-Klasse, Alonso im Toyota, mehr Wettbewerb in der GTE-Pro und neue Serienpartner: Das ist die WEC 2018/19

(Motorsport-Total.com) - Mit dem 6-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps startet die WEC am ersten Maiwochenende in ihre Supersaison 2018/19. Nach dem Ausstieg der LMP1-Werksmannschaft von Porsche haben die Macher von ACO und FIA der Langstrecken-Weltmeisterschaft einige Neuerungen verpasst. Mehr Wettbewerb, engere Rennentscheidungen und mehr Show und Aufmerksamkeit sollen erreicht werden, um die WEC in eine gesunde Zukunft zu führen. Wir stellen die Neuheiten zur Saison 2018/19 vor.

Logo WEC

Zweimal nach Le Mans: Die WEC startet im Mai in ihre Supersaison 2018/19 Zoom

Le Mans als Finale: Kalender komplett verändert

Die WEC nutzt die Phase mit wenig Herstellerbeteiligung in der Topklasse für einen Umbruch, den man schon vor Jahren angedacht hatte. Die 24 Stunden von Le Mans, das Kronjuwel der Langstrecken-WM, wird endlich zum Saisonfinale. Auf dem Weg zu dieser Lösung gab es zwei Möglichkeiten: eine extrem kurze Saison von Januar/Februar 2018 bis zum Klassiker in Frankreich Mitte Juni, oder die nun gewählte Marschroute mit einem Kalender über den Jahreswechsel hinweg.

Die 24 Stunden von Le Mans sind gleich zweimal Bestandteil der "Supersaison" 2018/19. Direkt nach dem ersten Saisonrennen in Spa-Francorchamps (5. Mai) folgt der erste Dauerlauf an der Sarthe, im Juni 2019 wird die Saison mit dem zweiten Rennen in Le Mans abgeschlossen. Dazwischen gastiert die WEC in Silverstone, Fuji, Schanghai, Sebring und ein zweites Mal in Spa-Francorchamps.

EoT: Private LMP1-Autos sollen Toyota fordern

Die Macher von ACO und FIA wollen trotz des Abschieds von Porsche aus der Topkategorie einen engen Wettbewerb um Gesamtsiege sehen. Ergo muss neue Konkurrenz für Toyota her. Da keine Hersteller in Sicht sind, sollen es nun also die Privatteams richten, die mit deutlich kleineren Budgets agieren als das Werksteam aus Japan. Die Regelhüter haben die sogenannte Equivalence-of-Technology (EoT) als Mittel zur Angleichung der Fahrzeugperformance.

Ginetta Mecachrome

Der Ginetta-Mecachrome ist eines der neuen Autos in der LMP1-Kategorie Zoom

Die privaten LMP1-Autos müssen ein Mindestgewicht von 833 Kilogramm auf die Waage bringen, der Toyota TS050 Hybrid hingegen satte 878 Kilogramm. Zudem sind die Autos der Japaner im Benzindurchfluss, also der zur Verfügung stehenden Energie für den V6-Verbrenner, erheblich eingeschränkter als die Konkurrenten. Mehr noch: Toyota darf pro Stint (EoT vom WEC-Prolog in Le Castellet) nur 35,1 Kilogramm Benzin tanken. Die Gegner lassen 54 Kilogramm in die Tanks strömen. Ebenfalls neu: Ab sofort dürfen die Räder beim Boxenstopp während auch des Tankvorgangs gewechselt werden.

Fernando Alonso und Co.: Neue Fahrer in der WEC

Toyota hat ein klares Ziel: Endlich bei den 24 Stunden von Le Mans siegen. Das gleiche Vorhaben hat auch Formel-1-Superstar Fernando Alonso, der die "Triple Crown" des Motorsports mit Erfolgen im Grand Prix von Monaco, beim Indy 500 sowie in Le Mans erreichen möchte. Also hat der Spanier bei den Japanern angedockt. Ein Weg, der erst durch die McLaren-Trennung von Antriebspartner Honda geebnet wurde. Für Alonso wurde sogar das WEC-Rennen in Fuji verschoben, um eine Terminkollision zu vermeiden.

Fernando Alonso

Nicht nur schauen, sondern auch fahren: Fernando Alonso tritt für Toyota an Zoom

Der Spanier ist zweifellos das große Zugpferd für Toyota und die gesamte Langstrecken-WM. Aber es gibt weitere Prominenz, die in diesem Jahr in der WEC antritt. Pastor Maldonado geht in der LMP2-Kategorie für DragonSpeed auf die Jagd, Giedo van der Garde ist für das Racing Team Nederland im Einsatz und Giancarlo Fisichella startet in einem Ferrari in der GTE-Am-Klasse. WEC-Neueinsteiger BMW bringt unter anderem Ex-DTM-Champion Martin Tomczyk.

Dallara, Ginetta, BMW, Aston Martin und Rebellion: Neue Autos

Vier neue Privatteams wittern ihre Chance im Kampf um den Gesamtsieg gegen Toyota. Rebellion kehrt mit dem neuen R13 (Oreca-Gibson) in die Topkategorie zurück, SMP ließ sich bei Dallara den BR1 entwickeln und bauen, ein baugleiches Chassis kaufte sich DragonSpeed und Manor setzt auf den neuen Ginetta-Mecachrome. Das Team ByKolles hat seinen Enso CLM P1/01 Nismo erheblich weiterentwickelt. In der LMP2-Kategorie sind endlich auch die Hersteller Dallara und Ligier vertreten.


Alonso/Kobayashi: Darum ist Le Mans so besonders

Fernando Alonso und Kamui Kobayashi sprechen über die Besonderheiten, die die 24 Stunden von Le Mans zu bieten haben

Mit ganz neuen Waffen treten in der GTE-Pro-Kategorie die Neueinsteiger von BMW und die amtierenden Le-Mans-Champions von Aston Martin an. Der M8 aus Deutschland und der Vantage aus Großbritannien sind auf dem Weg in die Saison 2018/19 umfangreich getestet worden. Erst die Rennen in Spa und Le Mans werden zeigen, ob den Verantwortlichen eine passende Balance-of-Performance (BoP) gelungen ist. Die Gegner heißen Porsche, Ford und Ferrari.

Neue Partner: Total-Treibstoff und USA-TV-Deal

Die WEC hat seit diesem Jahr einen neuen Partner für die Bereitstellung von Kraftstoff. Die französische Marke Total löst den langjährigen Spritlieferanten Shell ab. Die beiden im Fahrerlager überall bekannten beiden "Shellis" Kurt Finster (Truckie) und Peter Fordemann (Projektleiter) sind auf der Suche nach neuen Engagements im Motorsport, während Total gleich eine ganze Armada von Mitarbeitern zum WEC-Prolog nach Le Castellet schickte. Was sich an den Konditionen für die Teams ändern wird, die den Treibstoff beim Serienbetreiber einkaufen müssen, ist noch nicht bekannt.

Project 1 Porsche

Neues GTE-Am-Team aus Deutschland: Project 1 kommt in die WEC Zoom

Umdenken müssen hingegen die Langstreckenfans in Nordamerika. Die WEC hat Fox Sports als Sender für Liveübertragungen verloren. Nach zähen und langen Verhandlungen einigte man sich mit den Anbietern Velocity (Pay-TV per Satellit und Kabel) und Motor Trend (Onlinekanal) auf einen Deal. Der Nachteil zusätzlich zu den Abokosten: Die FIA-WEC-App unterliegt in den USA und Kanada (außer Quebec) einem Geoblocking, weil man Exklusivität vereinbart hat.

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