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Terminkollision mit Formel 1: Geschadet hat es Le Mans nicht

FIA-Präsident Jean Todt sieht kaum Chancen, dass Le Mans in Zukunft terminlich der Formel 1 entgehen kann: Der Klassiker an der Sarthe ist stark genug

(Motorsport-Total.com) - Das Toyota-Drama bei den 24 Stunden von Le Mans 2016 und den Sieg von Porsche haben vor Ort 263.500 Zuschauer verfolgt. Der Event an der Sarthe war erneut ein voller Erfolg. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass das Wetter wenig einladend war und am gleichen Wochenende die Formel 1 ihr Debüt in Aserbaidschan feierte. Der FIA und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone spielt die hohe Zuschauerzahl in Le Mans in die Karten. Es gibt keinen Handlungsbedarf bezüglich zukünftiger Terminkollisionen mit der Formel 1.

Jean Todt

FIA-Präsident Jean Todt meint: Formel 1 kann Le Mans nicht schaden Zoom

"Es ist ohnehin eine 'mission impossible'. Es gibt so viele gut laufende Rennserien, aber wir haben nur 52 Wochenenden im Jahr", sagt FIA-Präsident Jean Todt im Rahmen der Sportkonferenz des Automobil-Weltverbandes in Turin. Dass er selbst und sein Verband ursprünglich mal beschlossen hatten, dass das WEC-Highlight des Jahres nicht an einem Formel-1-Wochenende stattfinden würde, will jetzt ohnehin niemand mehr wissen.

"Ich war in Le Mans und habe noch nie so viele Leute dort gesehen. Ich denke also nicht, dass Le Mans darunter gelitten hat, dass die Formel 1 gleichzeitig in Baku war. Ich konnte das Rennen bis zum Ende verfolgen. Es war völlig easy, wenn man es wirklich schaffen wollte", sagt der Franzose. "Ich verstehe aber, wenn ein Journalist über beide Events berichten muss, dass es dann schwierig wird. Aber auch das geht, denn man muss nicht überall vor Ort sein. Man kann darüber schreiben, ohne direkt dabei gewesen zu sein."

Ob der FIA-Präsident damit seinen Anspruch an guten Motorsport-Journalismus preisgibt, ist fraglich. Er argumentiert jedoch: "Die Zeitungen haben ohnehin immer eine begrenzte Zahl von Seiten für den Sport. Im Moment findet die Fußball-Europameisterschaft statt. Das bedeutet, dass von sechs Seiten fünf für Fußball sind und nur eine für Motorsport. Man kann alles immer leicht kritisieren. Aber wer in unserer Situation steckt, könnte es auch kaum anders machen."

Todt-Logik: Wenn die Frau zickt, einfach austauschen

Motorsportfans hätten am vergangenen Wochenende kein Problem, sondern ein Fest gehabt, meint Todt. Zuerst die 24 Stunden von Le Mans genießen, dann im Anschluss direkt den Grand Prix von Europa (Aserbaidschan liegt allerdings in Asien) in Baku. Es gehört innerhalb einer Familie schon viel Verständnis dazu, wenn sich ein Vater mal eben für 24 Stunden Rennen aus dem gemeinsamen Leben ausklinkt, um anschließend auch noch einen Formel-1-Sprint zu schauen.

"Dann muss man eben die Frau wechseln. Wenn sie Stress macht, weil der Mann das alles schauen wird, dann hat man ohnehin ein fundamentales Problem in der Beziehung. Man braucht in einer Ehe auch Freiheiten", meint der mittlerweile 70 Jahre alte Ex-Ferrari-Teamchef. Eine Haltung, die sicherlich nicht alle Fans nachvollziehen können. Zumal es per Beschluss die klare Ansage gab, dass der Klassiker in Le Mans nicht terminlich mit der Formel 1 kollidieren würde.


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Todt kennt eigentlich beide Seiten. Als Rennleiter von Ferrari in der Formel 1 und in gleicher Funktion bei Peugeot unter anderem auf der Langstrecke feierte er zahlreiche Erfolge. Er ist der Ansicht, dass die Langstrecken-Weltmeisterschaft auf einem guten Weg ist - völlig unabhängig vom Terminkalender. "Le Mans ist für die WEC nicht der Gradmesser. Ganz ehrlich: Le Mans hatte auch schon mehr als 200.000 Zuschauer, als es die WM noch gar nicht gab. Der ACO hat ein faszinierendes Rennen daraus gemacht. Es gibt nur ein paar wirklich herausragende Rennen auf der Welt. Le Mans gehört dazu."

"Das Gute ist, dass wir mit der WEC eine Meisterschaft erschaffen haben, die alles auf eine weltweite Bühne stellt. Die Hersteller sind nicht nur auf dieses eine Rennen scharf, sondern sie werden von der WM angezogen. Die Serie entwickelt sich deshalb recht gut", meint Jean Todt. Allerdings sieht auch der Franzose die Gefahren beim intensiven Engagement der Werke. "Das Ausufern der Kosten ist in allen erfolgreichen Serien ein Problem, nicht nur in der WEC."

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