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Tandy: Carrera-Cup-Champion - und nun?

Nick Tandy sicherte sich am vergangenen Wochenende die Krone im Porsche-Carrera-Cup - Was kommt 2012? Chance im zukünftigen LMP1-Programm?

(Motorsport-Total.com) - Das vergangene Wochenende in Hockenheim brachte dem erfahrenen Team um Franz Konrad viel Freude und Jubel, aber auch einige Tränen. Nach seinem Titelgewinn im Porsche-Carrera-Cup zog sich Nick Tandy zunächst in den Renntruck des Verler Teams zurück, um seinen Emotionen freien Lauf zu lassen. Dem Briten gingen die vielen Höhen und Tiefen seiner gesamten Karriere durch den Kopf, zusätzlich war er mit seinen Gedanken bei seinem 2009 verstorbenen Bruder Joe.

Nick Tandy

Carrera-Cup-Champion Nick Tandy weiß noch nicht, was 2012 auf ihn zukommt Zoom

"Der Meisterschaftsgewinn im Porsche-Carrera-Cup bedeutet mir unglaublich viel, es ist der bisher größte Erfolg in meiner Karriere als Rennfahrer", sagt der Konrad-Pilot aus Bedford, der in der kommenden Woche seinen 27. Geburtstag feiern wird. Der Titelgewinn ist ein wichtiger Schritt, von dem aber bislang niemand weiß, in welche Richtung er den Porsche-Spezialisten führen wird. Einen Vertrag für 2012 hat Tandy noch nicht.

"Ich bin überzeugt, dass die Chefs der Serien oberhalb von Carrera- und Supercup auf die Porsche-Markenpokale schauen und ich bin mir sicher, dass sie wissen, dass hier sehr gute Arbeit geleistet wird. Vielleicht wird ja mal jemand auf mich aufmerksam", sagt Tandy, der insgeheim den Traum vom Start in der NASCAR hat. Allerdings muss ein solcher Schritt finanziert sein - daran hapert es. Sicher ist: Tandy will im kommenden Jahr fahren und als Teamchef an der Boxenmauer stehen.

Nick Tandy

Nick Tandy setzte sich im Titelduell gegen seinen Landsmann Sean Edwards durch Zoom

"Leider habe ich aber für den Racer Tandy noch nichts wirklich Verbindliches für die kommende Saison", sagt der Brite, der ab 2012 in die Rolle des Teamchefs von JTR-Racing wachsen will. Das Team hat sein im Mai 2009 bei einem Verkehrsunfall getöteter Bruder Joe aufgebaut. Nick Tandy will die Mannschaft in Gedenken an seinen älteren Bruder weiter voranbringen. JTR war bisher unter anderem in der Britischen Formel Ford erfolgreich unterwegs.

Wenn es um die große Frage nach der weiteren aktiven Karriere geht, dann wird der neue Carrera-Cup-Champion nachdenklich. Natürlich wäre eine weitere Saison in den Porsche-Markenpokalen denkbar. Ein Traum wäre eine mögliche Beteiligung an der Entwicklung des LMP1-Autos von Porsche für 2014. "Das wäre etwas", grinst der Brite. "So etwas würde mich natürlich sehr reizen."

Die Chancen auf einen solchen Schritt stehen derzeit allerdings nicht allzu gut. Porsche will zunächst das neue Le-Mans-Reglement vorliegen haben. Erst dann werden die Details des weiteren Entwicklungsprogramms festgezurrt - die Fahrerwahl steht dabei naturgemäßig nicht ganz oben auf der Liste. Mit Romain Dumas und Timo Bernhard hat Porsche sehr erfolgreiche LMP1-Kenner im Werkskader. Eine mögliche Ergänzung dieses Kaders sei höchstens auf mittelfristige Sicht denkbar, heißt es von Porsche.

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