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LMDh-Auto von BMW fährt mit modifiziertem DTM-Motor

Ein DTM-Triebwerk bildet die Basis für den Motor im BMW M Hybrid V8: Was alles modifiziert werden musste und warum das Aggregat des M8 GTE nicht gepasst hat

(Motorsport-Total.com) - BMW macht es einigen anderen Herstellern nach und steigt künftig mit einem LMDh-Prototyp in die Topkategorie des Langstreckensports in WEC, Le Mans und IMSA ein. Angetrieben wird der BMW M Hybrid V8 von einem Achtzylinder-Motor mit vier Litern Hubraum.

BMW M Hybrid V8, LMDh, GTP

Hier war nicht genug Platz für den Motor des BMW M8 GTE Zoom

Doch die Basis des Triebwerks stammt nicht etwa vom M8 GTE, wie man annehmen könnte, sondern vielmehr von dem bis 2018 in der DTM eingesetzten Aggregat.

"Während der Evaluierungsphase haben wir uns auch den P48-Vierzylinder-Turbomotor aus dem BMW M4 DTM und den P63-Achtzylinder-Turbomotor aus dem BMW M8 GTE angesehen, aber mögliche Probleme mit der Haltbarkeit des P48 und das hohe Gewicht des P63 sprachen dagegen", sagt Ulrich Schulz, Leiter Konstruktion Antrieb BMW M Motorsport.

Motor aus BMW M8 GTE alleine schon 180 Kilo schwer

Aus diesem Grund sah man sich nach Alternativen um - und wurde beim M4 DTM fündig. Der P66/1-Sauger, der in den DTM-Saisons 2017 und 2018 seinen Dienst verrichtete, wurde schließlich zur Basis für das Aggregat im LMDh. Doch auch dieser 4-Liter-V8-Motor stellte die BMW-Ingenieure vor Herausforderungen.

Martin Tomczyk

Der BMW M8 GTE war vor allem für seine ausladenden Maße bekannt Zoom

"Das war ein Saugmotor mit Saugrohreinspritzung, und mit den Restriktoren in der DTM hatten wir etwa 520 PS", erklärt Schulz im Gespräch mit 'Sportscar365'. "Die Leistung musste also erhöht werden. Aber wie macht man das?" Hier ging BMW bei der Entwicklungsarbeit verschiedene Wege. Eine Anhöhung des Drehzahlbereichs auf 11.000 Umdrehungen pro Minute schied als erster Lösungsansatz aus - die LMDh-Regularien schreiben eine Höchstdrehzahl von 10.000 U/min vor.

So wurde aus dem DTM-Motor der LMDh-Motor

Die nächste Idee der BMW-Ingenieure: Den Hubraum auf fünf Liter zu erhöhen. "Dann kann man den Motor mit, sagen wir, 9.000 U/min betreiben", so Schulz. Doch auch das entpuppte sich als zu aufwändig: "Wenn ich den Motor auf fünf Liter modifiziere, muss ich jedes Teil überprüfen und neu konstruieren, und dann ist es mehr oder weniger ein komplett neuer Motor."

Marco Wittmann

BMW greift für den LMDh-Boliden auf einen alten DTM-Motor zurück Zoom

"Aufgrund der gegebenen Geometrie war es nicht möglich, den Hub und die Bohrung so zu verändern, wie wir es brauchten." Und so kam man zur finalen Lösung: Den V8-Motor mit einem Turbolader zu bestücken. Nachdem die Entscheidung für diesen Schritt getroffen wurde, konstruierte man bei BMW ein Testtriebwerk und den endgültigen Motor.

Letzterer, der P66/3-Motor, lief im März erstmals auf dem Prüfstand. Seit der letzten Juni-Woche laufen in der Dallara-Basis in Varano die Arbeiten zum Einbau des Motors. "Alles sieht gut aus", so Schulz. "Der Zeitplan ist sehr eng gestrickt. Wir kämpfen immer noch darum, Teile zu bekommen, aber ich denke, das ist in diesen Zeiten ganz normal."


Fotostrecke: BMW M8 GTE: Rückblick auf vier Jahre in WEC, Le Mans und IMSA

Der BMW M V8 Hybrid soll im kommenden Monat sein Roll-out absolvieren. Der erste Renneinsatz, den Rahal-Letterman-Lanigan Racing durchführen wird, ist im Januar 2023 bei den 24h von Daytona geplant. Ab 2024 wäre es auch denkbar, den LMDh-Prototypen des Münchner Autobauers in der Langstrecken-WM zu sehen.

Technische Daten zum P66/3-Motor des BMW M Hybrid V8

Bezeichnung: Otto-Viertakt-Bi-Turbomotor in V-Bauweise
Hubraum: 3.999 ccm
Zylinderanzahl: 8
Zylinderbauweise: Zylinderblock und Zylinderkopf in Aluminium-Guss, Zylinderlaufbahn als Eisenschicht im LDS Verfahren
V-Winkel: 90 Grad
Bohrung: 93 mm
Hub: 73,6 mm
Zylinderabstand: 102 mm
Ventile je Zylinder: 4
Drehzahl: max. 8.200 U/min
Leistung (Reglement): ca. 640 PS
Drehmoment: ca. 650 Nm
Einspritzung: Hochdruckdirekteinspritzung mit 350 bar
Ölsystem: Trockensumpfsystem mit sechszelliger Ölabsaugpumpe und Öltank

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