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  • 03.06.2012 · 19:57

  • von Roman Wittemeier

Le Mans: Toyota ist Audi auf den Fersen

Toyota überrascht beim Vortest in le Mans mit starken Rundenzeiten: Audi behauptet sich vor den Japanern - Rebellion bester Verfolger - Morgan-Judd in der LMP2 vorne

(Motorsport-Total.com) - Die Fans von Le Mans dürfen sich offenbar auf einen neuen Zweikampf an der Sarthe freuen. Beim Vortest auf der 13,6 Kilometer langen Strecke in Frankreich zeigte Toyota am Sonntag, dass man mit dem neuen Hybrid-LMP1 sehr gut mithalten kann. Wurz/Lapierre/Nakajima und Davidson/Buemi fuhren in beiden Sessions konkurrenzfähige Rundenzeiten und platzierten sich am Ende des Tages auf den Rängen vier und fünf.

Der Toyota sieht nicht nur wie ein Peugeot aus, sondern er ist auch ähnlich schnell

Die Japaner zeigten schon am Morgen, dass der TS030 für schnelle Runden taugt. Wie es um die Zuverlässigkeit bestellt ist, lässt sich allerdings erst in zwei Wochen bei der 80. Auflage des Langstreckenklassikers beurteilen. Am heutigen Sonntag ging es um Abstimmungsarbeiten - weniger um den besten Speed auf eine Runde. Dennoch wurde schon am Vormittag kräftig Gas gegeben, am Nachmittag purzelten die Rundenzeiten weiter.

Im ersten Durchgang hatte sich Loic Duval mit dem Leichtbau-R18 in 3:27.732 Minuten schon sehr nahe an die Bestzeit vom Vortest 2011 geschoben. Nach der Mittagspause wurde diese Marke von vier Fahrzeugen noch deutlich unterboten - darunter vom Toyota mit der Startnummer sieben (3:27.204 Minuten). Alexander Wurz hatte rund eine Stunde vor dem Ende des wichtigen Testtages noch einmal eine gute Runde erwischt.

"Heute Abend schauen wir uns in Ruhe an, was gut funktioniert hat und was weniger gut", sagt Toyota-Pilot Nicolas Lapierre. "Das Niveau der Rundenzeiten hat uns jedenfalls nicht überrascht", meint der Franzose voller Selbstbewusstsein. Das Maximum hat das Werksteam ohnehin noch nicht abgerufen. Außerdem war der vermeintlich schnellste Mann heute nicht im Einsatz. Neuzugang Stephane Sarrazin hatte sich bei einem Fahrradsturz verletzt und musste pausieren.

Wurz/Nakajima/Lapierre hatten am Ende 1,277 Sekunden Rückstand auf den schnellsten Audi. Allan McNish hatte schon am Morgen angekündigt: "Die Bedingungen sind nicht optimal. Es ist etwas zu kühl und ungemütlich. Es sollte später noch schneller gehen." Und diese Ansage setzte der Schotte in die Tat um. In 3:25.927 Minuten fuhr er mit dem Hybrid-R18 eine Rundenzeit, die nahezu auf Qualifyingniveau des Vorjahres lag.


Fotos: Testfahrten in Le Mans


Allerdings lief auch bei McNish nicht alles glatt. Rund zwei Stunden vor dem Ende schlug der Schotte in Tertre Rouge in die Barrieren ein. "Mein Fehler. Ich hasse es, wenn ich Fehler mache", so McNish. Auf Platz zwei platzierte sich mit rund einer halben Sekunde Rückstand der zweite Hybridwagen aus dem Lager der Ingolstädter, dahinter brachte Bernhard-Ersatzmann Marc Gene den schnellsten Leichtbau-LMP1 von Audi auf den dritten Rang. Das vierte Auto aus Ingolstadt landete in der Endabrechnung hinter den beiden Toyotas auf dem sechsten Platz.

Als schnellstes Privatteam präsentierte sich wieder einmal Rebellion. In 3:35.357 Minuten schaffte der Lola-Toyota mit der Startnummer 13 die Runde in Le Mans. Der Abstand auf die Werksautos von Audi und Toyota war sehr deutlich. Das Schwesterauto mit Nick Heidfeld (der sich qualifizieren musste), Neel Jani und Nicolas Prost landete nach Getriebeproblemen am Morgen hinter dem schnellsten Honda von Strakka auf dem neunten Platz. Der HPD von JRM folgte auf Rang zehn.

Der Hybrid-Audi war am Sonntag beim Vortest in Le Mans das schnellste Auto Zoom

In der LMP2-Klasse setzte sich David Heinemeir-Hansson mit dem Morgan-Nissan von OAK durch. Dies dürfte die Franzosen aus zwei Gründen begeistert haben. Einerseits ist somit bewiesen, dass man den kurzfristigen Wechsel von Judd auf das japanische Triebwerk gut bewerkstelligt hat, andererseits entschädigt die LMP2-Bestmarke für das Pech mit dem LMP1-Auto des Teams. Guillaume Moreau hatte den OAK-Pescarolo am Morgen unsanft in die Barrieren der Porsche-Kurven gesetzt.

Hinter einem Honda von Level 5 und dem Zytek-Nissan von Jota folgte der zweite LMP2-Wagen des Teams um Jacquet Nicolet auf Klassenrang vier. Die Pecom-Mannschaft um den Deutschen Pierre Kaffer landete auf Platz sechs, Lotus kam am Sonntag überhaupt nicht gut zurecht. In der GTE-Pro-Klasse verdrängte Corvette die beiden starken Ferrari F458 von Luxury und AF Corse von der Spitze, in der GTE-Am-Klasse war der Aston Martin am schnellsten.

Der Hingucker des Tages war der DeltaWing, der solide Runden drehte. Die Rennrakete reihte sich mit einer Rundenzeit von 3:48.271 Minuten in der unteren Hälfte der LMP2-Teams ein. "Es war ein unheimlich aufregendes Gefühl, zum ersten Mal mit dem DeltaWing auf den langen Geraden zu fahren. Ich war mir nicht sicher, was passiert. Aber es war alles stabil, es ging gut und in den Kurven sind wir schnell. Wir sind mit einem konservativen Setup gefahren, um uns erst einmal mit jeweils zehn Runden zu qualifizieren. Der Start ist schon einmal super gelungen", erklärt Michael Krumm nach seiner Fahrt mit der Rennrakete.

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