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G-Drive: Erst Titel holen, dann Zukunft planen

Roman Russinow und seine G-Drive-Mannschaft wollen endlich den LMP2-Titel in der WEC: Wie geht es 2015 mit der Mannschaft weiter?

(Motorsport-Total.com) - Nach dem Sieg in Le Mans und dem zweiten Platz beim 6-Stunden-Rennen in Austin hat sich SMP mit den Oreca-Nissan (Startnummer 27) an der Spitze des LMP2-Klassements abgesetzt. Die Russen haben zuletzt das Maximum aus ihren Möglichkeiten gemacht. Genau gegenteilig verliefen die vergangenen beiden Rennen für G-Drive. Man hatte mit dem neuen Ligier zwar das schnellste Auto im Feld, konnte aber nicht entsprechend punkten. Das Team um Roman Russinow droht - wie schon 2013 - am großen Ziel Titelgewinn zu scheitern.

Olivier Pla, Julien Canal

Roman Russinow, Olivier Pla und Julien Canal fahren den Ligier-Nissan Zoom

"Der Ligier hat in Le Mans einen starken Eindruck hinterlassen. Es wurde seither weiterhin viel getestet und entwickelt. Wir sind in Austin ein Paket für mehr Abtrieb gefahren. Die Eindrücke waren insgesamt gut, daher war der Wechsel auf das neue Chassis ganz bestimmt richtig", meint Russinow im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. In Texas war das Team beeindruckend schnell, aber der Russe und seine Teamkollegen Olivier Pla und Julien Canal leisteten sich entscheidende Fehler. Am Ende stand nur Rang drei zu Buche.

Der Ligier-Nissan, den G-Drive für den Rest der Saison einsetzen wird, hat zweifellos das Potenzial, die Silverstone-Sieger zum Titel zu tragen. "Beim Testen fühlte sich alles gut an, aber wenn du bei Tests für dich ganz allein fährst, dann denkst du sowieso immer, du wirst Weltmeister", schmunzelt Russinow. "So richtig einschätzen kann man das nach solchen Probefahrten nicht, denn der direkte Vergleich mit der Konkurrenz ist das einzige, was wirklich zählt." Austin hat endgültig gezeigt: Der Wagen rennt bestens.

"Es ist jetzt unser drittes Jahr in der LMP2-Szene. Wir wollen endlich den Titel holen", stellt Russinow seine Ansprüche dar. In der LMP2-Wertung hat sein Team 68 Punkte und somit 27 Zähler Rückstand auf SMP. In den vier kommenden Rennen sind noch jeweils 25 Punkte zu vergeben (plus einer für die Pole). "Wie es dann weitergehen wird, steht noch nicht fest. Wir müssen unsere Vorstellungen in den kommenden zwei oder drei Wochen bei G-Drive vorstellen. Erst dann kann ich mehr zur Zukunft sagen", so Russinow.

G-Drive hat den neuen Ligier sicher nicht nur für fünf Rennen gekauft. Oder doch? Plant die Mannschaft den Umstieg in die LMP1-Klasse? "Das kann ich nicht sagen", so Russinow. "G-Drive ist der Premium-Teibstoff von Gazprom. Diese Marke muss mit Gewinnern in Verbindung gebracht werden. Da wäre die Frage, wie viel so etwas in der LMP1-Klasse kosten würde. Auch die LMP2-Klasse ist teuer, aber LMP1 noch viel mehr. Und als Privatteam in der LMP1-L-Klasse müsste ich doch gar nicht erst antreten." Das Team hat beste Drähte zu Nissan. Es erscheint möglich, dass G-Drive als großer Partner beim LMP1-Einstieg der Japaner mitspielt.

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