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24h Le Mans: Inter Europol Competition will größere Brötchen backen

Wie das LMP2-Team eines der umtriebigsten Bäcker Polens mit unter anderem Rene Binder im Aufgebot die besonderen 24 Stunden von Le Mans 2020 angeht

(Motorsport-Total.com) - Wenn am Samstagnachmittag um 14:30 Uhr in Le Mans beachtliche 24 LMP2-Fahrzeuge das größte Autorennen der Welt unter die Räder nehmen, wird dort zwar kein deutsches, aber immerhin ein mehrheitlich deutschsprachiges Team seine Runden drehen. Grund genug, einmal bei Inter Europol Competition hinter die Kulissen zu blicken.

Inter Europol Competition

Inter Europol Competition tritt in Le Mans in der stark besetzten LMP2-Klasse an Zoom

Es ist Mittwoch, der 16. September, und das Fahrerlager auf dem Circuit des 24 Heures in Le Mans gleicht noch immer einer kleinen Geisterstadt. Kein Wunder, wurde hier doch von höchster Stelle ein "Geisterrennen" verordnet, was für die rund 260.000 Fans aus dem Vorjahr natürlich nichts Gutes heißt.

"Ich hoffe, dass unser Rennen wenigstens umso mehr Zuschauer zu Hause vor dem Bildschirm mitverfolgen werden", sagt Rene Binder, der beim Langstreckenklassiker für das im niedersächsischen Hameln stationierte Team Inter Europol Competition an den Start gehen wird (Starterliste: Die 59 Autos bei den 24h Le Mans 2020)

Derzeit sitzt Binder noch ziemlich entspannt und einsam in einem den Teamfarben entsprechenden gelb/grün gestalteten Hospitality-Zelt, in dem Rennstallbesitzer Wojciech Smiechowski eigentlich rund 100 Partner und Sponsoren empfangen wollte.


Fotos: 24 Stunden von Le Mans 2020, Pre-Events


Smiechowski, Geschäftsmann aus Warschau, verdient seine Brötchen buchstäblich mit Brot und beschäftigt im größten Bäckereibetrieb Polens über 1.500 Mitarbeiter. Die Produkte von Inter Europol werden immerhin in über 30 Länder der Welt exportiert. Seine bodenständige, weitblickende Art versucht der Förderer zahlreicher Olympiasportler nun auch in sein Motorsportprojekt einzubringen.

"Wir haben als ganz kleines Team im Formelsport angefangen und unsere Ziele ständig angepasst. Seit 2016 sind wir im Langstreckensport engagiert, mit achtbaren Erfolgen in der LMP3-Klasse. 2019 haben wir dann in der LMP2 unser erstes 24-Stunden-Rennen von Le Mans bestritten", sagt Smiechowski.

Inter Europol Competition

In der ELMS tritt Inter Europol Competition in der LMP3-Klasse an Zoom

"Nachdem wir gerade dabei sind, uns in dieser Kategorie zu etablieren, wäre der nächste logische Schritt eigentlich die WEC, also die Langstrecken-Weltmeisterschaft", so der Teambesitzer, der die WEC mit der Formel 1 vergleicht: "Sie ist die höchste Liga im Langstreckensport und entspricht der Formel 1 im Formelsport. Man muss dafür allerdings erst einmal die notwendigen Strukturen schaffen."

Personell wurden bereits einige entscheidende Weichenstellungen vorgenommen: Neben Renningenieur Rafal Pokora, der direkt vom Toyota-Werksteam verpflichtet werden konnte, wird Stammfahrer Kuba Smiechowski, der Sohn des Teamchefs, seit dieser Saison durch den Österreicher Binder und den Russen Matewos Issaakjan verstärkt.

Der junge Smiechowski zählte als Schüler übrigens zur polnischen Elite im Tennis, bevor er durch eine Verletzung zur Aufgabe gezwungen wurde. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Binder? "Wir kennen Rene bereits aus dem Kartsport, als wir in den Motorsport umgestiegen sind", sagt Wojciech Smiechowski und stellt heraus: "Er war schon damals sehr schnell und vor allem sehr konstant. Und dieser positive Eindruck hat sich erwartungsgemäß bei uns im Team bestätigt."

Rene Binder

Rene Binder fuhr schon von Jahren gegen einen seiner jetzigen Teamkollegen Zoom

Auch Issaakjan, der sich mit Binder in der Formel V8 3.5 schon einige Rad-an-Rad-Duelle geliefert hatte, zählt zu den schnellsten Fahrern seines Jahrgangs und meint zu Binder: "Zwischen uns gab es eigentlich nie ein Problem, obwohl wir damals bis zum Schluss um den Titel gekämpft haben."

"Ich habe volles Vertrauen in meine Teamkollegen und bin überrascht, wie ausgeglichen wir auch bei unterschiedlichen Verhältnissen im Renntrimm unterwegs sind", sagt der junge Russe und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: "Rene ist sehr schnell. Er muss nur noch seine Fähigkeiten als Grillmeister verbessern."

Zur Aufklärung: Um die Fahrer und Mechaniker bestmöglich auf den Tag X vorzubereiten, wurde die komplette Mannschaft von Inter Europol Competition schon am letzten Freitag in der Nähe von Le Mans einquartiert. Neben gemeinsamen Barbeques und Teambuilding-Aktivitäten wurde unter der strengen Obhut von Fitnesstrainer Szczepan Figat auch ein Trainingsprogramm abgespult, über das noch gesondert berichtet wird.

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