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24h Nürburgring 2021: Sieg für Porsche! "Grello" gewinnt historisches Rennen

Manthey-Porsche gewinnt die kürzesten 24h Nürburgring aller Zeiten - 14,5 Stunden Wetter-Unterbrechung - Krimi im Schlusssprint um Platz 1 und Platz 3

(Motorsport-Total.com) - Die 24h Nürburgring gehen auch mit der 49. Ausgabe im Jahr 2021 in die Geschichte ein! Das kürzeste Rennen aller Zeiten in der Geschichte des Eifel-Klassikers sieht mit dem Manthey-Porsche #911 (Cairoli/Christensen/Estre) einen populären Sieger. Für Porsche ist es der 13. Erfolg in der Geschichte des 24h-Rennens, Manthey ist zum siebten Mal siegreich und zum zweiten Mal unter der Ägide der Raeder-Brüder.

Manthey-Porsche #911 bei der Zieldurchfahrt des 24h-Rennen Nürburgring 2021

Der Manthey-Porsche hat die 24h Nürburgring 2021 gewonnen Zoom

Das Rennen wird als das kürzeste 24-Stunden-Rennen aller Zeiten in die Geschichtsbücher eingehen, denn es wurden lediglich 59 Runden gefahren. Durch Nebel gab es eine rekordträchtige Unterbrechung von 14 Stunden und 30 Minuten.

Entschieden wurde es in einem dreieinhalbstündigen Sprint. Weil die Abstände, nicht aber die Stintlängen auf null zurückgesetzt wurden, war es entscheidend, wer wie viele Runden seit dem letzten Boxenstopp absolviert hat. Erst nach dem ersten Stopp nach Restart zeichnete sich ein Bild ab.

Und das sah so aus: Der Manthey-Porsche #911 (Cairoli/Christensen/Estre) kämpfte mit dem Rutronik-Porsche #3 (Dumas/Andlauer/T. Müller/L. Vanthoor) und dem Rowe-BMW #98 (de Phillippi/Tomczyk/S. van der Linde/Wittmann) um die Führung. Mit etwas Abstand dahinter: der Land-Audi #29 (Mies/K. van der Linde/Rast/Vervisch).

Der Rutronik-Porsche hatte nach dem Restart eine Runde gegenüber dem Manthey-Porsche bei den Boxenstopps in der Hand und spielte diesen Joker beim ersten Stopp nach dem Restart aus. Das reichte aber nur, um an "Grello" heranzukommen, nicht aber, um vorbeizukommen.


24h Nürburgring 2021: Rennhighlights

Die Highlights von der 49. und kürzesten Ausgabe des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring mit zwei packenden Rennsegmenten

So wurde beim zweiten Stopp erneut gepokert. Teamchef Fabian Plentz holte die #3 eine Runde früher rein als den Manthey-Porsche, um einen Undercut zu versuchen. Doch dann hatte Rutronik Pech: Der Land-Audi hatte sich zwischenzeitlich auf ein ähnliches Stück Asphalt gefahren. Die beiden Boliden hingen direkt aneinander.

Das sollte Rutronik zum Verhängnis werden. Kelvin van der Linde verlor im Bereich Hohe Acht/Wippermann den Audi R8 LMS GT3 und riss Julien Andlauer mit ins Verderben. Auf einen Schlag waren zwei Topfavoriten auf den Sieg eliminiert.

Somit wurde es zum Duell zwischen "Grello" und dem Rowe-BMW #98. Rowe machte den Undercut von Rutronik mit und lag somit vor dem letzten Boxenstopp in Führung. Hier punktete Manthey jedoch mit einem knapp 40 Sekunden kürzeren Stopp, nachdem man einen zwei Runden versetzten Boxenrhythmus hatte. Das reichte und Manthey holte sich den Sieg.

Dahinter gab es einen richtig packenden Kampf um den letzten Platz auf dem Treppchen. Nach dem letzten Stopp sah es so aus, als würde der Falken-Porsche #44 (Bachler/Ragginger/S. Müller/Picariello) den letzten Pokal mitnehmen.

Doch es sollte anders kommen: Raffaele Marciello kam im Getspeed-Mercedes #7 (Götz/Juncadella/Marciello) herangeflogen und schnappte sich den dritten Platz mit einem spektakulären Manöver außen herum im Schwedenkreuz im Stile von David Pittard.

Der Falken-Porsche geriet dann unter Druck des Car-Collection-Audis #2 (Haase/N. Müller/Winkelhock). Die beiden Müllers Sven (Porsche) und Nico (Audi) kämpften gegeneinander mit allen Mitteln. Am Ende rettete Falken 0,166 Sekunden vor Car Collection. Dicht dahinter kamen der Schubert-BMW #20 (Krohn/Klingmann/Sims/Dusseldorp) und der GetSpeed-Mercedes #8 (Gounon/D. Müller/Schiller/Vaxiviere) ins Ziel.

Mercedes-AMG wirft erneut Sieg weg

Für Mercedes-AMG ist das Rennen wie verhext. Schon zum dritten Mal in Folge schied der Top-AMG (virtuell) in Führung liegend durch einen Unfall aus. Diesmal war es Maro Engel, dessen seit dem Auftakt des ADAC GT Masters in Oschersleben andauernde, serienübergreifende Pechsträhne weitergeht.

AMG war in einer perfekten Ausgangsposition: Die Boliden waren gegenüber dem Qualifikationsrennen deutlich verbessert. Lange Zeit führte der HRT-Mercedes #4 (Christodoulou/Engel/Metzger/Stolz) das Rennen an. Im ersten Teil des Rennens konnte er sich teils um mehr als eine Minute von der Konkurrenz absetzen.

Durch den Abbruch war der Vorsprung jedoch dahin. Beim Restart ging Maro Engel volles Risiko und baute den Vorsprung wieder aus. Bis aus dem Nebel plötzlich der Opel Manta auftauchte. Beide Fahrzeuge flogen ab, der Grund dafür war in den TV-Bildern nicht zu sehen.

Engel erklärt: " Wir kamen in den [Abschnitt] Tiergarten. Es war langsamer Verkehr zu überrunden. Ich habe die Situation falsch eingeschätzt. Ich dachte, er hätte mich gesehen, aber er hat mich nicht gesehen. Es ist das klassische Missverständnis hier auf der Nordschleife."

"Ich bin außen an zwei langsamen Autos vorbei. Genau in der Anbremsphase für die Hohenrain-Schikane kam es zum Kontakt hinten rechts bei mir. Das hat mich weggedreht und ich war nur noch Passagier." Das Team entschuldigte sich umgehend bei der Manta-Mannschaft, die das Rennen ebenfalls aufgeben musste. Engel schloss sich dem an.

Wieder einmal brachte Mercedes-AMG es fertig, sich in einer Favoritenposition durch Unfälle aus dem Rennen zu nehmen. Auch das GetSpeed-Team konnte nicht in den Kampf um den Sieg eingreifen.

Schon kurz nach dem Start stand der GetSpeed-Mercedes #8 (Gounon/D. Müller/Schiller/Vaxiviere) qualmend auf den Grand-Prix-Kurs. Ein Seitenschweller hatte durch eine Berührung mit einem Konkurrenten in der Startphase zu kokeln begonnen.

Schiller wähnte sich in einem brennenden Auto und verließ den AMG. Nur um nach kurzer Inspektion festzustellen, dass die Lage gar nicht so dramatisch ist. Zwar konnte er die Führungsrunde halten, verlor jedoch so viele Positionen, dass die #8 auch nach dem Restart nicht mehr eingreifen konnte. Auch die #7 lag beim Restart zu weit zurück, um für den Sieg in Frage zu kommen.

Der 10Q-Mercedes #40 (Heyer/Jäger/Buurman/Baumann) komplettierte die Top 10 auf Position zehn mit einer Runde Rückstand.

Nicht viel zu lachen für Audi

Noch schlimmer erwischte es Audi. Car Collection wäre wahrscheinlich für den Sieg in Frage gekommen, hätte man nicht direkt in der Anfangsphase richtig viel Zeit verloren.

Der Audi #2 hatte direkt zu Beginn des Rennens eine Berührung samt Reifenschaden und zudem Ausritte während des Regenschauers. Das kostete so viele Plätze, dass auch nach dem Restart keine Chance mehr bestand, ganz vorn einzugreifen. Die Aufholjagd in der Schlussphase zeigte, wozu der Audi in der Lage gewesen wäre.

Richtig böse erwischt wurde Phoenix Racing. Sowohl der Werkwagen #15 (Stippler/D. Vanthoor/Frijns/Drudi) als auch die privat eingesetzte #11 (Beretta/Stippler/Schramm/Thiim) hatten Unfälle.

Dries Vanthoor geriet nach dem Regenschauer im Streckenabschnitt Metzgesfeld leicht in die noch nasse Wiese. Das zog einen gewaltigen Einschlag in der zweiten Linkskurve nach sich. Vanthoor konnte den waidwunden GT3-Boliden unter Tränen an die Box zurückschleppen, doch das Chassis war nicht mehr zu retten.

Die #11 bekam während der Rennpause eine Strafe für ein Gelbvergehen aufgebummt. Nach dem Restart wurde das Fahrzeug dann zunächst von Raffaele Marciello abgeräumt und hatte danach einen weiteren Unfall. Phoenix konnte reparieren, mehr als P17 war aber nicht drin.

Doppeltes Pech für Vorjahressieger

BMW brachte zwei Fahrzeuge in die Top 10: Neben der #98 fuhr auch der Schubert-BMW #20 (Krohn/Klingmann/Sims/Dusseldorp) bei seiner Rückkehr in der GT3-Klasse ganz vorne rein. Mit Platz sechs rundete Schubert das Resultat bei der werksseitigen Verabschiedung des M6 GT3 ab, musste aber in der Schlussphase noch eine Position an Car Collection abgeben.

Weniger Glück hatte der Rowe-BMW #1 (Catsburg/Edwards/Eng/Yelloly). Die Vorjahressieger führten aufgrund eines anderen Boxenstopprhythmus in der ersten Rennhälfte das Rennen immer wieder kurz an, wenn auch nicht ganz auf Augenhöhe mit dem damals noch führenden AMG und dem Manthey-Porsche.

Doch genau dieser Rhythmus wurde der #1 zum Verhängnis. Aufgrund des neuen Reglements, bei dem die Stintlängen beibehalten werden, musste der M6 nach dem Restart die Mindeststandzeit für zwei Boxenstopps auf einmal absitzen und verlor dadurch mindestens zwei Minuten. Danach machten Elektronikprobleme dem Boliden den Garaus.

Walkenhorst verlor bereits ganz früh durch einen Ausrutscher alle Chancen. Der Walkenhorst-BMW #101 (Krognes/Pittard/Tuck/J. Müller) rutschte noch in der Startphase auf einem feuchten Streckenabschnitt aus, der sich vom Flugplatz bis etwa Metzgesfeld zog. Eingangs Adenauer Forst gab es den Leitplankenkontakt, alle Hoffnungen waren dahin.

Es wurde P15 mit zwei Runden Rückstand, drei Plätze hinter dem Juniorenauto #102 (J. Müller/M. von Bohlen/Trogen/Giermaziak). Dieses wurde bester Bolide mit Yokohama-Reifen auf Platz zwölf.

Der RMG-BMW #77 (Harper/Hesse/Verhagen/Farfus) der offiziellen BMW-Junioren wurde in der Schlussphase vom Frikadelli-Porsche #31 (Pilet/Makowiecki/Martin/Olsen) torpediert, beide Fahrzeuge schieden aus. Um den Sieg hätten sie aber ohnehin keine Rolle mehr gespielt.

Damit gab es für Frikadelli Racing einen Doppelausfall. Denn der Frikadelli-Porsche #30 (Jaminet/Tandy/Bamber/Campbell) hatte zunächst Technikpech (Verlust von Hydraulikflüssigkeit) und dann einen Unfall beim Überrunden. Das Märchen nach dem tragischen Ereignis um Sabine Schmitz blieb aus.

Vier Porsche in den Top 10

Porsche ist Matchwinner bei der 2021er-Ausgabe des Rennens. Neben dem siegreichen Manthey-Porsche und dem viertplatzierten Falken-911er kamen drei weitere 911 GT3 R in die Top 10. Zeitweise boxenstoppverzerrt sogar an der Gesamtspitze liegend, holte der Huber-Porsche #23 (Neuffer/Aust/Menzel/Seefried) auf Gesamtrang acht den Sieg in der SP9 Pro-Am.

Auf Position neun kam der Falken-Porsche #33 (Bachler/Werner/Preining/Arnold) ins Ziel. Bitter für die Falken-Mannschaft: Dieses Fahrzeug hatte nach dem Restart ausgezeichnete Chancen sogar auf den Sieg, denn man war auf derselben Strategie wie Rutronik Racing unterwegs und hing direkt hinter dem silbernen Porsche.

Doch man hatte die falschen Falken-Reifen drauf. Die weiche Mischung überhitzte und Thomas Preining verlor den Porsche ausgangs Hatzenbach. Der Dreher mit sanftem Einschlag kostete viel Zeit. Falkens beste Chance, das Podium von 2015 zu wiederholen, war vertan.

Der KCMG-Porsche #18 (Imperatori/Burdon/Liberati/Holzer) spielte lange Zeit im erweiterten Favoritenkreis mit. Nach dem Restart wollte Josh Burden zu viel und drehte sich im Hatzenbach raus. Nach der Reparatur wurde es Platz 64.

Exoten mit Rückschlägen

Der BMW #101 war nicht das einzige Fahrzeug, das direkt in Anfangsphase sämtliche Chancen verlor. Axcil Jefferies drehte sich nach seiner sensationellen Vorstellung im Qualifying im Konrad-Lamborghini #19 (Jefferies/di Martino/Zimmermann/Fontana) an derselben Stelle mit Leitplankenkontakt raus. Die Reparatur kostete drei Runden, P18.

Der FFF-Lamborghini #63 (Mapelli/Perera/Bortolotti/Altoe) kam ebenfalls auf keinen grünen Zweig. Nach einem Defekt im ersten Teil des Rennens ging man erst wieder bei trockener Strecke raus. Am Sonntag beendete ein Unfall das Rennen endgültig.

Der Glickenhaus-SCG #704 (Mutsch/Laser/Mailleux/Westbrook) hatte nach wie vor nicht ganz die Pace der GT3-Boliden, auch wenn er wesentlich dichter dran war als bei den bisherigen Läufen. Kurz vor dem Abbruch platzte bei Richard Westbrook eine Ölleitung. Der Brite drehte sich mehrere Male auf dem eigenen Öl, bevor er den Boliden abstellte.

Der SCG 004C wurde in der Pause wieder fit gemacht und sah die Zielflagge auf Position 20. Das reichte nicht für den Sieg in der SPX-Klasse; den holte sich der Space-Drive-Mercedes #25 (Farnbacher/Turner/Scheerbarth/Ellis) mit der elektronischen Lenkung auf Platz 16.

Ferrari erlebte gleich zu Beginn des Rennens Rückschläge. Der Wochenspiegel-Ferrari #22 (I. Dontje/Krumbach/Keilwitz) erlitt in der Anfangsphase einen Reifenschaden. Der Octane-126-Ferrari #26 (Grossmann/Trummer/Hirschi/Ludwig) kam schon nach vier Runden an die Box und ward nicht mehr gesehen. Am Ende holte Wochenspiegel nach starker Aufholjagd Platz 13.

Erwähnenswert ist, dass zwei der neuen KTM X-Bow GTX ohne Probleme über die Distanz kamen und die Plätze 21 und 25 belegten. Die beliebte Dodge Viper sah die Zielflagge ebenso wie der Dacia Logan.

Die Action auf der Nürburgring-Nordschleife geht am 26. Juni mit dem vierten Lauf der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS, ehemals VLN) weiter. Dann wird der brandneue BMW M4 GT3 debütieren.

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