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Clear: "Reifen passten nicht zu Michaels Fahrstil"

Mercedes-Renningenieur Jock Clear macht die Pirelli-Reifen für Michael Schumachers schwache Leistungen in der Saison 2012 mitverantwortlich

(Motorsport-Total.com) - Michael Schumachers zweite Formel-1-Karriere fand vor gut einem Monat in Brasilien ihr Ende. Zum Abschluss belegte der Mercedes-Pilot den siebten Platz und erzielte damit bei seinem letzten Grand Prix zumindest noch einmal sechs WM-Punkte. Es waren die einzigen für ihn und sein Team in den letzten sechs Saisonrennen, insgesamt verlief die dritte Saison nach dem Comeback von Schumacher und Mercedes mehr als enttäuschend.

Jock Clear

Die Reifensituation sorgte bei Jock Clear dieses Jahr für jede Menge Frust Zoom

Abgesehen von aerodynamischen Faktoren spielten auch die Reifen bei der missglückten Saison - in der man sich mit jeder Menge Fortune vor der Konkurrenz von Sauber halten konnte - eine entscheidende Rolle, vor allem was die Leistungen von Schumacher betraf.

Denn der Deutsche, der in diesem Jahr nur WM-13. wurde und damit den Leistungen seines Teamkollegen Nico Rosberg hinterherhinkte - Rosberg kam vor allem zu Saisonbeginn deutlich besser mit den Pirellis zurecht und fuhr in China den ersten Sieg für die Silberpfeile seit 1955 ein -, bevorzugt eine Fahrweise, die nicht gerade reifenschonend ist und sich vor allem 2012 als Nachteil entpuppte.

Clear: "Fahrer wie Michael hatten mehr zu leiden"

Michael Schumacher

Die Pirelli-Reifen passten in diesem Jahr nicht zu Schumachers Fahrstil Zoom

Schumacher favorisiert ein nervöses Heck am Kurveneingang, wodurch die Reifen deutlich stärker rutschen als bei anderen Piloten. Speziell zum Jahresanfang beklagte sich Schumacher, wie übrigens einige andere Kollegen auch, über die Reifen-Problematik, die sein Fahrstil mit sich brachte: Die Hinterreifen bauten durch das Rutschen sehr stark ab, die Rundenzeiten stiegen dramatisch. Heiße Temperaturen wie in Bahrain verschlimmerten den Reifenabbau noch.

"Generell kann man sagen, dass sich Michaels Fahrstil und der vieler Kollegen nicht mit dem vereinbaren ließ, was die Reifen erforderten", sagt sein Ingenieur Jock Clear gegenüber 'Autosport'. "Piloten wie Michael, die das Auto schnell in die Kurve bewegen, indem sie das Heck ausbrechen lassen, haben unter diesen Reifen mehr zu leiden als andere." Fahrer wie Lewis Hamilton, Fernando Alonso, Sergio Perez, aber auch Teamkollege Rosberg hätten einen anderen Fahrstil und seien deshalb dieses Jahr auch besser mit den Reifen zurechtgekommen.

Reifen sollten möglichst allen Fahrern liegen

Clear kritisiert in diesem Zusammenhang, dass Pirelli offenbar dieses Jahr nicht in der Lage war, Reifenmischungen herzustellen, die möglichst allen Fahrstilen entgegen kommen: "Sie hätten einen Reifen konzipieren sollen, der die meiste Zeit der Saison allen Fahrern liegt. Ich glaube aber nicht, dass sie das je vorhatten." Der Reifen habe zu empfindlich reagiert und für zahlreiche Anpassungsschwierigkeiten gesorgt.

"Ein Unterschied von fünf Grad stellte häufig die ganze Startaufstellung auf den Kopf." Jock Clear

Neben den unterschiedlichen Fahrweisen hatten laut Clear auch die Temperaturen großen Einfluss auf die Leistung der Gummis: "Ein Unterschied von fünf Grad stellte häufig die ganze Startaufstellung auf den Kopf", weist Clear auf die teils chaotischen Verhältnisse in der ersten Saisonhälfte hin, als für gewöhnlich starke Teams weit hinten und schwache Teams weit vorne im Feld zu finden waren. Das Fehlen von Testfahrten habe dann noch seinen Teil zur Problematik beigetragen: "Dadurch wird das Entwicklungstempo zusätzlich eingebremst und mein Beitrag verliert an Effizienz", erklärt Clear.

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