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Lächerlich, so zerstört man den Rennsport

Von wegen Motorproblem: Hamilton ließ Verstappen ziehen

"Schadensbegrenzung" im WM-Duell und überhitzende Reifen ließen den Briten den Sieg abschenken - Toto Wolff erkennt "nichts Positives" und "real Platz fünf"

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Max Verstappen hat sich seinen ersten "echten" Sieg gewünscht, einen, den er nicht wegen einer Mercedes-Kollision erbt wie in Barcelona 2016. Jetzt hat er ihn! Beim 19. und (vorerst?) letzten Grand Prix von Malaysia triumphiert er vor Lewis Hamilton und Daniel Ricciardo. Mit einer "perfekten" Fahrt, wie Experte Martin Brundle attestiert.
Max Verstappen hat sich seinen ersten "echten" Sieg gewünscht, einen, den er nicht wegen einer Mercedes-Kollision erbt wie in Barcelona 2016. Jetzt hat er ihn! Beim 19. und (vorerst?) letzten Grand Prix von Malaysia triumphiert er vor Lewis Hamilton und Daniel Ricciardo. Mit einer "perfekten" Fahrt, wie Experte Martin Brundle attestiert.

(Motorsport-Total.com) - So angestrengt er auch versuchte, glücklich aus der Wäsche zu schauen: Zufrieden mit dem zweiten Platz beim Malaysia-Grand-Prix am Sonntag war Mercedes-Ass Lewis Hamilton nicht. Der WM-Spitzenreiter baute zwar seinen Vorsprung auf Sebastian Vettel (Ferrari) in der Gesamtwertung auf 34 Punkte aus. Doch im Lager der Silberpfeile herrschte nach der Zieldurchfahrt Tristesse wegen der klaren Pleite gegen Red Bull: "Ich erkenne heute nichts Positives", stöhnt Sportchef Toto Wolff.

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Er weiß: Hamilton war langsamer als Max Verstappen und Daniel Ricciardo, der lange keine freie Bahn hatte und deshalb hinter ihm blieb. Auch Vettel war im Rennen schneller, durch die Aufholjagd aber zu stark gehandicapt, um heranzufahren. Kimi Räikkönen hätte ohne seine Technikpanne vermutlich ein ähnliches Tempo anschlagen können. "Betrachtet man die reale Pace, wären wir Fünfter geworden", bläst Wolff die Backen auf, "und mir geht es immer um die eigenen Pace."

Hamilton trauert mit Blick auf die WM einer verpassten Chance nach: "Wir hätten heute gewinnen sollen", moniert er und rechnet vor, dass die Ferrari 0,8 und die Red Bull 0,5 bis 0,6 Sekunden pro Runde schneller gewesen wären. Dass ihn Verstappen in der Anfangsphase des Rennens überholte, als er Probleme mit dem Wiederaufladen der Batterien seines Hybridantriebs im Funk meldete, sei nicht der Technik geschuldet gewesen: "Ich konnte nicht viel machen. Ich musste die Entscheidung treffen, mich nicht zu verteidigen und nicht zu riskieren, dass er einen Unfall baut", so Hamilton.

Während der Niederländer nichts zu verlieren gehabt hätte, sei es für ihn um das Titelrennen gegangen. Anschließend hätte das Material keine Verfolgungsjagd mehr hergegeben: "Max hat es kontrolliert, uns hat es an Tempo gefehlt", rekapituliert Hamilton, mit dem vorab besprochen worden war, nicht zu viel Gegenwehr zu leisten. "Es ging um Schadensbegrenzung", meint Wolff. "Wir waren einigermaßen optimistisch, den Abstand auf Sebastian zu halten - deshalb mehr Punkte zu machen."

Der W08 offenbarte Probleme, die die Verantwortlichen für überwunden hielten. Auf die Distanz ging vermutlich eine halbe Sekunde im Vergleich zu Ferrari flöten. Hätte Verstappen komfortabel in Führung liegend nicht zurückgedreht, wäre es eine ähnliche Ohrfeige geworden. Wieder brachte Hamilton die Reifen nicht in das Arbeitsfenster - unabhängig davon, welcher Pneu auf den Achsen steckte. "Beide Mischungen haben mir Schwierigkeiten bereitet", sagt er über Supersoft und Soft.

Das bittere Fazit: "An manchen Stellen hat das Auto funktioniert, an anderen nicht. Unsere Probleme sind wieder größer geworden." Das Phänomen hing wie in den Trainings mit den Außentemperaturen und der Sonneneinstrahlung zusammen. Zum Rennen brach die Wolkendecke über Sepang auf, es wurde wärmer und mit der Mercedes-Form ging es wie in Singapur bergab. Wolff erklärt: "Wir müssen verstehen, warum uns hohe Temperaturen solche Schwierigkeiten bereiten."

Das Argument, der Anstellwinkel des Autos (also der Unterschied in der Bodenfreiheit zwischen Vorder- und Hinterachse, der bei Ferrari und Red Bull wesentlich größer ist) wäre die Ursache, lässt der Sportchef nicht gelten. "Es war immer ihre Designphilosophie, wir haben es nie getan - und im vergangenen Jahr 19 Rennen gewonnen. Es gibt von Strecke zu Strecke Unterschiede", so Wolff.

Dass aber in Sepang Silber den Kürzeren zieht, war wegen der langen Geraden nicht zu erwarten. Oft waren in der Hybridära powerlastige Bahnen ein Jagdrevier für Mercedes. "Die Motorenunterschiede sind nicht mehr so groß", merkt Wolff an und findet, dass 2017 das Chassis an Bedeutung gewonnen hätte: "Es geht auch darum, wie das Auto liegt und ob die Reifen überhitzen oder nicht."

Ergo blieb Hamilton gegen Rennende nichts anderes übrig, als sich auf das WM-Duell zu konzentrieren. Verstappen war längst enteilt, als er sich über Funk nur noch über Vettel informieren ließ. "Wir haben uns immer die Unterschiede (in den Rundenzeiten; Anm. d. Red.) und die Abstände angesehen. Zum Schluss haben wir es Lewis auch jede Runde gesagt. Ricciardo hat sich richtig gut gewehrt. Lieber macht Daniel die Punkte als Sebastian", betont Wolff erfreuliche Aspekte, relativiert aber: "Natürlich kann man es punktuell betrachten und sagen, wir hätten den Vorsprung in der Meisterschaft ausgebaut. Aber wir haben durch das Unglück von Kimi und Sebastian aufgeholt."

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