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Niki Lauda gibt zu: "Ferrari zu verlassen, war der größte Fehler"

Ende 1977 wechselte Niki Lauda als Weltmeister von Ferrari zu Brabham: Warum er dies heute bereut und wie ihn Enzo Ferrari damals aus Maranello vertrieben hat

Niki Lauda
Reue bei Niki Lauda: Im Nachhinein wäre die Legende 1978 bei Ferrari geblieben
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Der Schritt wirbelte schon damals Staub auf: Niki Lauda entschied Ende 1977 trotz seines Weltmeistertitels, Ferrari in Richtung Brabham zu verlassen, während es für die meisten Piloten im Fahrerlager eine Ehre ist, für die Scuderia an den Start zu gehen. Abgesehen von Juan Manuel Fangio ist Lauda bis heute der einzige Pilot, der Maranello auf dem Höhepunkt verließ. Nun gibt der Österreicher zu: "Das war der größte Fehler." Tatsächlich holte er im Team von Bernie Ecclestone nur noch einen einzigen Sieg, ehe er 1979 zu Saisonmitte mit den legendären Worten "Ich habe es satt, im Kreis zu fahren" zum ersten Mal den Helm an den Nagel hing. Doch was hat den damals 27-Jährigen 1977 dazu bewogen, Ferrari trotz Titel zu verlassen?

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Die Vorgeschichte ist bekannt: Beim legendären Regenrennen in Fuji gab der Ferrari-Pilot Ende 1976 wegen der gefährlichen Bedingungen freiwillig auf und überließ den WM-Titel kampflos seinem Rivalen James Hunt. "Ich habe die WM wegen meines Unfalls um einen Punkt verloren", erinnert sich der nunmehrige Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzende im Interview mit dem Reporter Graham Bensinger. Gleich darauf habe er den "Commendatore" aus Tokio angerufen und erklärt, dass die Bedingungen für ihn inakzeptabel waren. "Er gesagt, dass er mir vollkommen zustimmt und voll hinter meiner Entscheidung steht."

Doch während Lauda nach dem WM-Finale eine Operation am Auge über sich ergehen lassen musste und einen Monat außer Gefecht war, entwickelte sich die Situation in Maranello zu seinen Ungunsten. Beim Antrittsbesuch im November 1976 konfrontierte ihn Ferrari mit der beinharten Realität. "Er meinte, Herr Reutemann sei jetzt der Nummer-1-Fahrer und ich der Nummer-2-Fahrer."

Ende 1976: Wie Lauda bei Ferrari für Verlustängste sorgte

Dass er damit vertragsbrüchig wurde, weil die Nummer-1-Stellung in Laudas Kontrakt verankert war, spielte für den stolzen Italiener zunächst keine Rolle. "Er meinte er, sei 100-prozentig sicher, dass Reutemann besser sei als ich und ich mich nicht so schnell wie erwartet erholen würde." Der vor den Kopf gestoßene Lauda erbat daraufhin um etwas Bedenkzeit und betrat daraufhin wieder das Büro seines Chefs. "Ich sagte, dass er mich gehen lassen soll, wenn er den Vertrag nicht erfüllt und mich als Nummer-1-Fahrer nicht akzeptiert. Dann beenden wir den Vertrag eben."

Auf die Frage Ferraris, wohin er den gehen wolle, entgegnete Lauda: "Zu McLaren." Er habe bereits mit dem Team gesprochen, was freilich Unsinn war. "Dann hat die italienische Angst eingesetzt", erinnert sich der 68-Jährige. "Er hat mich wieder angerufen und gemeint, ich hätte recht und er habe einen Fehler gemacht. Ich soll das mit der Nummer-2-Position vergessen, weil er das nicht verlangen könne, aber Reutemann sei ab sofort für die komplette Weiterentwicklung des Autos verantwortlich."

Nach 1977: Lauda hat die Nase voll von Ferrari

Lauda gelang es 1977 trotz der ungünstigen Ausgangslage und obwohl man ihm Testfahrten verwehrte, das Team wieder auf seine Seite zu ziehen. Und somit holte er für Ferrari seinen zweiten WM-Titel. Doch der Stachel saß tief. Als ihm Brabham-Teamchef Ecclestone ein Angebot unterbreitete, wurde er von Ferrari erneut in die Fabrik gerufen, um über die Zukunft zu sprechen.

Dort fand Lauda eine unerwartete Situation vor: Anstatt unter vier Augen mit dem "Commendatore" zu sprechen, sah er sich auf der anderen Seite des Verhandlungstisches auch mit Chefingenieur Mauro Forghieri, Finanzchef Ermanno della Casa sowie Sportdirektor und Kommunikationschef Franco Gozzi konfrontiert. "Dann fragt er: 'Wie viel willst du verdienen?' Ich antwortete: 'Gar nichts'. Weil ich das Team verlasse", beschreibt Lauda den Dialog mit Ferrari.

Enzo Ferrari erzürnt, Lauda "leicht wie eine Feder"

Der Boss war erzürnt. "'Bist du verrückt?', hat er gesagt. 'Wie viel willst du? Ich gebe dir so viel du willst!'", schildert der langjährige Ferrari-Pilot die Worte seines Bosses. "Ich meinte, dass ich meine Entscheidung getroffen und bei Brabham-Alfa-Romeo einen Vertrag unterschrieben habe." Enzo Ferrari konnte seinen Zorn daraufhin nicht mehr verbergen: "Er war gar nicht glücklich. Er hat herumgeschrien, hat von vorne bis hinten alles auf Italienisch mit seinen Leuten besprochen, konnte aber nichts machen."

Lauda fiel hingegen ein Stein vom Herzen. "Das werde ich nie vergessen", sagt er. "Als ich dieses Meeting verlassen habe, da habe ich mich so leicht wie eine Feder gefühlt. All der Druck, der jeden Tag da war und der einem gar nicht bewusst ist, war plötzlich weg - der Druck von Ferrari. Ich war glücklich."

Doch heute bereut er den umstrittenen Schritt: "Im Nachhinein war es ein großer Fehler: Ich hätte bleiben sollen, hätte das gleiche Geld verlangen sollen, das mir auch Bernie gezahlt hat - und ich wäre erfolgreicher gewesen. Aber damals war es für mich die richtige Entscheidung, auch wenn sie falsch war, weil es nach meinem Unfall irrsinnig schwierig war, sein Vertrauen zurückzugewinnen. Er hat Reutemann ins Auto gesetzt und mich zur Nummer 2 gemacht. Dann habe ich wieder den Titel gewonnen. Das hatte ich alles im Hinterkopf."

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