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Bernie Ecclestone gibt zu: "Wollten alle, dass Ferrari gewinnt"

Verschwörungstheorien um Ferrari: Bernie Ecclestone gibt erstmals zu, dass dem Team aktiv geholfen wurde, und spricht über einen geheimen Know-how-Transfer

Bernie Ecclestone, Maurizio Arrivabene
Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene und Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Jos Verstappen war der bisher Letzte, der dem Automobil-Weltverband nach dem Rennen in Austin vorgeworfen hat, dass das F in FIA in Wahrheit nicht für "Federation", sondern für "Ferrari" steht. Der Vater von Max Verstappen, der für einen Verstoß gegen die Track-Limits vom Podium gestoßen wurde, hat den fraglichen Tweet zwar inzwischen gelöscht. Dass die Schiedsrichter des Sports bei Ferrari eher ein Auge zudrücken als bei anderen, bleibt aber als Eindruck bei vielen haften.

Der inzwischen entmachtete Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone räumt nun freimütig ein, dass das während seiner Amtszeit ganz bewusst so gehandhabt wurde: "Ferrari zu unterstützen, war immer das Klügste, was man tun konnte", sagt er im Interview mit der Tageszeitung 'Die Welt'. "Die Formel 1 ist Ferrari, und Ferrari die Formel 1." Allerdings sei so etwas wenn, dann "immer, immer, immer den technischen Regeln entsprechend" passiert, betont Ecclestone.

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"Schauen Sie: Die Teams sind wichtig für die Formel 1, aber Ferrari ist noch wichtiger. Deshalb ist im Verlauf der Jahre vieles getan worden, um Maranello zum Sieg zu verhelfen", gibt der Brite, der heute seinen 87. Geburtstag feiert, zu. FIA-Rennleiter Charlie Whiting habe bei all dem nie parteiisch agiert. "Aber Max (Mosley, Ex-Präsident der FIA; Anm. d. Red.)", sagt Ecclestone, "hat oft Ferrari geholfen. Und ich auch. Wir wollten alle, dass Ferrari gewinnt."

Das soll zuletzt so weit gegangen sein, dass im Winter 2014/15 sogar von Mercedes Motoren-Know-how zu Ferrari geflossen ist. Mercedes war in der ersten Hybrid-Saison 2014 auf Antriebsseite komplett überlegen, 2015 hatte Ferrari aber ein großes Stück des Rückstands eliminiert. Viele vertreten seither die Theorie, dass Mercedes Ferrari in jener Zeit heimlich, still und leise geholfen haben könnte. So, wie das zwischen Honda und Ferrari in den 1990er-Jahren dokumentiert ist.

Ecclestones Andeutungen bleiben nebulös

Mit Sicherheit wissen könne das "höchstens der, der es getan hat", bleibt Ecclestone nebulös und sagt: "Da hat sicherlich in einem gewissen Moment jemand bei einem Motor nachgeholfen. Mit diesem aktuellen Motor. Auch für Mercedes gilt diese Überlegung: Eine gegen Sauber gewonnene Weltmeisterschaft ist eine Sache, eine gegen Ferrari errungene eine ganz andere." Ob seine Mutmaßung wirklich wahr sei? "Ich weiß es nicht. Vielleicht", entgegnet er.

Ecclestone: "Wenn Mercedes sich entschlossen haben sollte, Maranello Technologie zu übermitteln, dann sage ich, es war eine gute Entscheidung. Es steht auch fest, dass es, angesichts dieser freundschaftlichen Situation zwischen den beiden Teams, für die Stuttgarter 2017 das Wichtigste war, sich abzusichern, dass erstens Red Bull nicht die stärksten Motoren hat und zweitens Ferrari stark genug sein kann, um einen glaubwürdigen Rivalen abzugeben."

Eigentlich ein alter Hut

Diese Verschwörungstheorie, die von den Beteiligten in der Vergangenheit mehrfach dementiert wurde, geistert seit der Veröffentlichung des 'Welt'-Interviews wieder durch die Schlagzeilen. Dabei ist sie alles andere als neu. Gerhard Berger war es, der im November 2015 in einem Interview mit 'Motorsport-Total.com' erstmals öffentlich darüber gesprochen hat: "Anscheinend ist letzten Winter Technologie von Mercedes zu Ferrari gekommen. Kann durchaus sein."

"In den Meetings hebt der eine nicht die Hand ohne den anderen."
Christian Horner

Red-Bull-Teamchef Christian Horner soll bei dieser angeblichen Achse zwischen Stuttgart und Maranello der große Ausgestoßene sein. Denn eine Bedingung von Mercedes für die PS-Spritze an Ferrari war angeblich: Wenn Ferrari jetzt Know-how von uns bekommt, dann werden wir im Gegenzug Red Bull keinesfalls mit Motoren beliefern. Eine Absprache, die den Segen von höchster Stelle (Ecclestone, vielleicht auch FIA?) gehabt haben soll.

"Es ist ganz klar, dass es eine sehr enge Beziehung zwischen Ferrari und Mercedes gibt", sagt Horner dazu. "Zum Beispiel wie sie in Meetings auftreten: Da hebt der eine nicht die Hand ohne den anderen. Diese Dynamik gibt es. Es wäre auch nicht das erste Mal, dass so etwas in der Formel 1 passiert, und sicher nicht das letzte Mal. Letztendlich geht es uns nichts an, ob jemand irgendwem geholfen hat. Keine Ahnung. Es würde mich überraschen, aber kann schon sein ..."

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