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Romain Grosjean: "Wohin soll ich denn mit dem Frust?"

Haas-Pilot Romain Grosjean hofft immer noch auf seine Chance in einem Formel-1-Topteam: "Muss dafür meine Gangart im Funk vielleicht etwas entschärfen"

Romain Grosjean
Macht aus seinem Herzen keine Mördergrube: Haas-Pilot Romain Grosjean
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Spätestens seit 2012 macht sich Romain Grosjean große Hoffnungen, eines Tages um den Weltmeistertitel in der Formel 1 kämpfen zu können. Bislang ist dem talentierten Franzosen diese Chance verwehrt geblieben. Mit den Autos von Lotus (2012 bis 2015) und Haas (seit 2016) sind Kämpfe um Siege kaum denkbar, der erwünschte Sprung zu Ferrari blieb aus. Dennoch gibt der 31-Jährige seine großen Hoffnungen noch nicht auf.

"Am 1. Dezember vergangenen Jahres hat Valtteri Bottas auch nicht damit gerechnet, dass er nun um die WM kämpfen würde, sondern er war auf Fights um die Plätze sieben oder acht eingestellt", sagt Grosjean bei den Kollegen von 'Autosport'. "Dann bekommt er einen Anruf und sitzt in einem Weltmeisterauto. So etwas kann in der Formel 1 jederzeit passieren. Ich hoffe, dass auch mein großer Tag irgendwann kommen wird." Grosjean ist vertraglich bis Ende 2018 an Haas gebunden.

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"Ich bin überzeugt, dass irgendwann meine Sterne günstig stehen und meine Chance kommt", sagt er. Der Haas-Pilot gesteht jedoch, dass er sich abseits des reinen Fahrens verbessern muss, um für ein Topteam in Betracht zu kommen. Seine Frustbewältigung am Funk mit teils markigen Sprüchen kommt nicht überall gut an. "Ich muss bessere Wege zum Frustabbau finden, muss besser mit nicht ganz perfekten Dingen wie zum Beispiel den Bremsen umgehen lernen."

"Wenn man generell meine Leistungen im Auto, meine Fitness und mein Feedback betrachtet, dann fühle ich mich eigentlich bereit, in einem guten Auto Weltmeister zu werden", so die selbstbewusste Ansage des gebürtigen Genfers. "Ich baue Frust auf, weil ich siegen will. Diese Enttäuschung drückt sich dann im Funk aus. Wo soll ich denn sonst mit meinem Frust hin?", fragt sich Grosjean. "Soll ich sagen: 'Okay, gewinne ich halt nicht, nehme das Geld mit und gehe nach Hause?' Wenn ich so mit 31 Jahren denke, dann ist meine Karriere vorbei."

"Wenn das Feuer noch in dir brennt und du den Willen zum Siegen in dir hast, dann kannst du nicht glücklich sein, wenn du dich für Startplatz 14 qualifiziert hast - auch wenn du deinen Teamkollegen geschlagen hast. Niemals macht so etwas glücklich und zufrieden", schildert Grosjean seine Gemütslage. Einige Kollegen könnten gern auf diese Art herangehen, er werde dies "niemals" tun. "Deshalb muss ich im Funk manchmal Frust loswerden. Es liegt nur daran, dass ich siegen will. Läge ich in Führung, wäre ich ganz brav. Denn dann würde ich dort fahren, wo ich immer sein will."

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