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Porsche vor Entwicklung eines Formel-1-Kundenmotors?

Interesse an den Entwicklungen: Porsche beteiligt sich ab sofort an der Arbeitsgruppe Antriebe der Formel 1, die das Reglement für 2021 formulieren soll

Alain Prost, Niki Lauda
Porsche feierte in den 80ern als McLaren-Partner große Erfolge in der Formel 1
© LAT

(Motorsport-Total.com) - In der Formel 1 wird im Hintergrund über die Antriebsregeln für die Zeit ab 2021 diskutiert. In den intensiven Debatten haben sich in den vergangenen Monaten einige Hürden aufgetan. Man muss einen Kompromiss finden aus Fan-Nähe (besserer Sound), Kostenreduktion und Relevanz für Hersteller - ein schwieriges Unterfangen. Die Eckpunkte stehen fest: Günstiger, lauter und weniger kompliziert sollen die Hybridantriebe der Formel 1 sein.

Beim vergangenen Meeting Ende März in Paris saßen die bisherigen Antriebshersteller Mercedes, Renault, Ferrari und Honda gemeinsam mit Vertretern der FIA und der Formel-1-Mehrheitseigner Liberty Media am Tisch. Ebenfalls zugegen: Ex-Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. Der Italiener, der aktuell Chef der Marke Lamborghini ist, war im Auftrag des Volkswagen-Konzerns nach Paris geflogen. Beim nächsten Meeting der "Engine Working Group" (EWG) wird eine andere deutsche Marke vertreten sein: Porsche.

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Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' nimmt Porsche-LMP1-Teamchef Andreas Seidl an der Sitzung teil, die in den kommenden Wochen stattfinden soll. Der Ex-BMW-Ingenieur kennt die Formel 1 bestens, zudem hat er nach Alexander Hitzingers Abschied aus dem Porsche LMP1-Team auch die Funktion als Technikchef inne. Porsche fährt in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) seit Jahren mit großem Erfolg und hat gerade die 24 Stunden von Le Mans gewonnen. Basis ist unter anderem der effiziente Hybridantrieb mit einem V4-Turbo-Verbrennungsmotor.

Porsche bestätigt Teilnahme an Arbeitsgruppe

Das aktuelle Zweiliter-Aggregat von Porsche könnte dem, was sich die Formel 1 für die Zukunft vorstellt, schon recht nahe kommen. "Wir sind als Mitglied der Herstellerkommission wie jeder andere zu den Beratungen über das künftige Formel-1-Antriebsreglement eingeladen worden. Wir haben diese Einladung angenommen, um die aktuellen Tendenzen und Planungen zu beobachten beziehungsweise bei Bedarf Input zu geben", bestätigt Porsche-LMP1-Leiter Fritz Enzinger gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

Das Interesse von Teams an einem möglichen Porsche-Antrieb in der Formel 1 ist offenbar groß. Kontakte zwischen dem Volkswagen-Konzern und Red Bull sind seit Jahren sehr eng, das Thema Königsklasse wurde mehrfach diskutiert. Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' hat aber ein zweites Team in Weissach vorgefühlt. Es dürfte sich dabei um McLaren handeln, die mit den bislang schwachen und unzuverlässigen Honda-Antrieben chancenlos sind. McLaren und Porsche haben eine gemeinsame Vergangenheit.

Porsche als Alternative für Red Bull und McLaren?

In den 1980er-Jahren feierte die Kombination McLaren-TAG-Porsche zwei WM-Titel, 1986 und 1987 wurde man Zweiter in der Konstrukteurs-WM, bevor das britische Team - ausgerechnet - auf Honda-Motoren wechselte und vier WM-Kronen in Serie realisierte. Der bislang letzte Formel-1-Auftritt von Porsche war weniger von Erfolg gekrönt. Footwork/Arrows fuhr 1991 mit den Antrieben aus Zuffenhausen hoffnungslos hinterher. Ein neuer Porsche-Motor, der ursprünglich für Sauber gedacht war, kam nie zum Einsatz.

Warum denken die Stuttgarter überhaupt über ein Formel-1-Engagement nach? Die Fahrten mit dem aktuellen 919 in der Le-Mans-Szene sind äußerst erfolgreich, werden aber trotz des Einsatzes von über 200 Millionen Euro pro Jahr in der Öffentlichkeit nur wenig wahrgenommen. Mit ähnlichem finanziellen Aufwand ließe sich in der Formel 1 erheblich mehr Publicity erzielen.

An den Einsatz eines komplett eigenen Werksteams denkt man nach Informationen aus dem Umfeld des Volkswagen-Konzernvorstandes derzeit nicht. Ein von den Teams unabhängiger Lieferant von Kundenmotoren ist ein Thema, das immer wieder diskutiert wird. Es könnte eine Variante sein, die man bei Porsche im Detail untersuchen will. Dies würde im besten Falle sogar noch ein attraktives Geschäftsmodell für die Stuttgarter sein.

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