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Christian Klien: Bahrain ein positives Zeichen für Red Bull

Formel-1-Talk mit Christian Klien: Warum er Bahrain als Fortschritt für sein Ex-Team Red Bull wertet und wie er die WM-Chancen von Ferrari einschätzt

Christian Klien
Experte Christian Klien sieht Red Bull nach Bahrain auf einem guten Weg
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Nach zwei ernüchternden Rennwochenenden in Australien und China erlebte Red Bull beim Grand Prix von Bahrain einen ersten kleinen Aufschwung. Im Freitagstraining waren Daniel Ricciardo und Max Verstappen sogar auf Augenhöhe mit Ferrari und Mercedes, im Qualifying folgte dann (den Motorenmodi geschuldet) ein kleiner Rückfall, aber im Rennen war der Speed wesentlich konkurrenzfähiger als zuletzt.

"Sie waren in Bahrain deutlich näher dran, sie wussten aber nicht wieso", analysiert der ehemalige Red-Bull-Pilot Christian Klien in der aktuellen Ausgabe des Formel-1-Talks "Starting Grid" (Hier geht's zum Audioplayer!), der in Kooperation mit den Kollegen von meinsportradio.de produziert wird. "Sie haben ein paar kleine neue Teile ans Auto gebracht, aber nichts Gravierendes. Der Hauptgrund war einfach: Sie verstehen das Auto jetzt besser."

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"Man muss auch sehen: Bei den Wintertestfahrten in Barcelona sind sie weniger Runden gefahren als andere Teams. Sie konnten sich in Sachen Set-up also weniger mit dem Auto auseinandersetzen", sagt Klien. "In Bahrain haben sie das Auto zum ersten Mal wirklich zum Leben erweckt. Das kam mehr durch das Set-up und durch das Verstehen des Autos als durch neue Teile." Das sei "positiv" zu bewerten, findet der 34-Jährige.

Denn: "Das heißt, sie müssen nicht in Sachen Weiterentwicklung des Autos eine Sekunde finden, sondern sie haben schon eine halbe Sekunde dadurch gefunden, dass sie das Auto besser verstehen." Mit den für Barcelona und Montreal angekündigten Updates könnte der Rückstand noch kleine werden. "Jetzt gibt's für Red Bull nur eins: Volles Angreifen mit der Weiterentwicklung. Dann sollten sie hoffentlich schnell näher dran sein", sagt Klien.

"Alle Chancen, um den WM-Titel mitzufahren", sieht er für Bahrain-Sieger Sebastian Vettel und Ferrari: "Ferrari hat die besten Chancen seit langem, wirklich um die WM mitzufighten. Im Qualifying sind sie nach wie vor nicht ganz so stark, weil Mercedes die Möglichkeit hat, die Motorleistung ein bisschen aufzudrehen. Aber im Rennen sind sie sehr stark. Das Auto läuft einfach."

Vettel führt nach drei Rennen sogar die Fahrer-WM an, mit sieben Punkten Vorsprung auf Lewis Hamilton. Das ist erfreulich, aber noch meilenweit entfernt von einer Vorentscheidung. Denn 2017 wird es mehr denn je auf die Fortschritte während der Saison ankommen. Und die Entwicklung des Kräfteverhältnisses für die nächsten 17 Rennen zu prognostizieren, wäre unseriös.

"Dadurch, dass wir ein neues Reglement haben, ist sehr viel Spielraum da, um das Auto weiterzuentwickeln und zu verbessern. Ich denke, dieses Jahr ist eine Rennsaison, in der du wirklich jedes Rennen neue Teile ans Auto bringen musst, um konkurrenzfähig zu bleiben", glaubt Klien. "Ich glaube, das wird das Ausschlaggebende sein, wer am Ende ganz vorne steht."

Die komplette neue Ausgabe von "Starting Grid" mit Christian Klien, unserem Chefredakteur Christian Nimmervoll und Moderator Kevin Scheuren kann jetzt via Audioplayer auf Motorsport-Total.com/Formel1.de gehört oder auch als MP3 runtergeladen werden. So wird die nächste längere Autofahrt vielleicht etwas kurzweiliger ...

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