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Motoren 2014: Mercedes enthüllt ersten V6-Turbo

Mercedes zeigt das erste Foto des V6-Turbo für 2014 und überrascht mit einer spektakulär klingenden Sound-Demonstration des künftigen Motors

Mercedes-V6-Turbomotor für die Formel-1-Saison 2014
Erstes Foto: So sieht der neue V6-Turbo aus, der von Mercedes entwickelt wird
© Daimler

(Motorsport-Total.com) - Zwar ist bekannt, dass bei Ferrari, Mercedes und Renault schon seit einiger Zeit die neuen V6-Turbos für 2014 auf dem Prüfstand laufen, doch mit Ausnahme von einigen wenigen Ingenieuren hat die neuen "Öko-Aggregate" bisher niemand zu Gesicht bekommen. Zumindest bis vergangenen Freitag, als Mercedes einige Journalisten (darunter auch 'Motorsport-Total.com') ins HPE-Werk nach Brixworth einlud, denen erstmals Einblicke in die Entwicklung des neuen Motors gewährt wurden.

Mercedes veröffentlichte unter anderem ein Foto des V6-Turbo, zeigte den anwesenden Medienvertretern den streng geheimen Original-V6 auf dem Prüfstand und spielte in einem Seminarraum eine Soundprobe ab, aufgezeichnet bei einer Simulator-Runde auf der virtuellen Hochgeschwindigkeits-Strecke in Monza. Dabei wurden den Zuhörern jedwede Bedenken genommen, dass die Formel 1 ab 2014 akustisch an Attraktivität verlieren könnte, wie dies in den vergangenen Monaten zum Beispiel von Bernie Ecclestone immer wieder behauptet wurde.

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"Ich hatte das Privileg, beim ersten Start des Motors auf dem Prüfstand dabei zu sein, und ich hatte dabei ein großes Lächeln im Gesicht", versichert Ingenieursdirektor Hywel Thomas. "Der Sound wird angenehm sein, ein bisschen weniger laut vielleicht, aber das ist bei der Richtung, in die wir gehen, kein Problem." Zumal die technische Weiterentwicklung in den nächsten zwölf Monaten laut Aussagen von Mercedes-Verantwortlichen automatisch dafür sorgen sollte, dass der ohnehin schon ordentliche Sound bis zur tatsächlichen Rennpremiere weiter verfeinert wird.

Hohe Drehzahl des Turboladers

"Die Motoren werden laut sein, aber gut klingen", unterstreicht Geschäftsführer Andy Cowell. "Die Frequenz wird höher sein, und bei 125.000 Umdrehungen pro Minute des Turboladers wird auch die Lautstärke passen. Auf dem Prüfstand ist es jedenfalls nicht leise, da braucht man schon Ohrstöpsel." Die Soundprobe, die am Freitag in Brixworth abgespielt wurde, ist insofern noch nicht hundertprozentig repräsentativ, da bei den derzeitigen Simulationen nicht das volle Auspuffsystem angeschraubt ist. Dies wird den Sound bis 2014 weiter verbessern.

Die Geräuschsimulation der Monza-Runde kommt erwartungsgemäß nicht ganz an den hochtönigen Klang der 18.000 Touren drehenden V8-Saugmotoren heran. Der V6-Turbo klingt etwas tiefer und rauer, aber keineswegs unspektakulär. Auch in den 1980er-Jahren hörten sich die Turbos anders an als die Sauger, wobei die Diskrepanz zwischen den beiden Motorenkonzepten nun nicht mehr ganz so dramatisch auffällt wie damals. Das liegt einerseits am hochtourigen Turbolader selbst, andererseits aber auch an der verhältnismäßig hohen Motorendrehzahl.

Nur 3.000 Touren weniger als mit Saugmotoren

Die aktuellen V8-Sauger könnten zwar theoretisch schon bis zu 25.000 Touren schaffen, wie Cowell vermutet, aus Kostengründen hat die FIA aber ein Drehzahl-Limit von 18.000 Touren eingeführt. Die V6-Turbos dürfen immerhin 15.000 Touren drehen - deutlich mehr als in den 1980er-Jahren üblich. Der Hubraum sinkt im überschaubaren Rahmen, von 2,4 auf 1,6 Liter. Außerdem sind, ebenfalls aus Kostengründen, 15 Prozent weniger bewegte Teile Vorschrift, während die Lebensdauer von derzeit rund 2.000 auf künftig 4.000 Kilometer steigen wird.

In Sachen Gewicht legt die Motorengeneration 2014 deutlich zu: Liegt das Mindestgewicht momentan bei 95 Kilogramm, so sind in einem Jahr schon 145 Kilogramm vorgeschrieben. Das beinhaltet dann freilich auch die beiden Energierückgewinnungs-Systeme (kinetisch und thermisch), die nicht mehr als KERS, sondern global als ERS bezeichnet werden. Die Hybrid-Performance steigt deutlich an: Statt 81 PS für 6,7 Sekunden stehen den Fahrern ab 2014 163 PS für 33,3 Sekunden pro Runde zur Verfügung.

Für die breite Öffentlichkeit wird der neue Klang der Formel 1 voraussichtlich noch eine Weile unter Verschluss bleiben. Weil die Konkurrenz aus der Aufnahme der simulierten Monza-Runde durch Akustikmessungen ihre Schlüsse auf den Stand der Entwicklung bei Mercedes ziehen könnte, besteht der deutsche Automobilhersteller auf strenger Geheimhaltung. Die in Brixworth anwesenden Journalisten mussten am Freitag sogar ihre Handys abgeben und in versiegelten Tüten zwischenlagern. Der Einsatz von Diktiergeräten war ebenfalls nicht gestattet.

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