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Vom Regen in die Traufe: Silverstone atmet auf

Zwischen Gummistiefeln, Notfallplänen und erwarteten 125.000 Fans: Silverstone hofft auf einen versöhnlichen Wochenend-Abschluss

Silverstone
Auch das ist Silverstone: So "gut" sah es aber nur am Donnerstagabend aus ...
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com/Sky) - Stell' dir vor, es ist Formel 1 und keiner kann hin. So oder so ähnlich fühlten sich am Samstag wohl einige der vielen britischen Rennfans. Silverstone hatte angesichts des anhaltenden Regenwetters nämlich die Kapitulation ausgerufen und seine Besucher gebeten, bitte nicht an die Strecke zu fahren. Am altehrwürdigen Kurs lag nämlich einiges im Argen und der Rest versank in den Schlammpfützen.

Dabei war all dies eigentlich nur das Vorprogramm. Am Sonntag erfolgt aller Voraussicht nach der ganz große Ansturm auf Silverstone. Erwartet werden 125.000 Fans, doch die müssen erst einmal Zugang zur Strecke erhalten. Deshalb raten die Veranstalter schon jetzt: früh losfahren, viel Zeit einplanen - und am besten mit Allrad-Autos, dem Motorrad oder mit Fahrgemeinschaften anreisen.

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Wer sich mit dem Gedanken trägt, den Rennsonntag in Silverstone zu erleben, der sollte lange Fußmärsche in Kauf nehmen, festes Schuhwerk einpacken und vor allem Regenausrüstung parat haben. Mit weiteren teils heftigen Niederschlägen ist nämlich zu rechnen. Auch für die Fahrer und ihre Teams, denen übrigens bei der Anfahrt im Zweifelsfall ausdrücklich Vorrang gewährt werden soll.

Das wird ein teurer Freitag ...

Soweit die Theorie. Und die hatte dieser Tage schon einmal gewaltig versagt. Weil der Regen die lokalen Veranstalter bereits am Freitag überforderte, sprechen britische Medien schon jetzt von einem Verlust in Millionenhöhe. Rund vier Millionen Pfund (etwa fünf Millionen Euro) soll das Chaos am Freitag samt Verkehrsstaus und Verzögerungen gekostet haben. Offiziell bestätigt ist dies aber nicht.

"Manchmal stehen die Dinge eben auf Messers Schneide."
Richard Phillips

Und am Samstag wurden die Fans dann sogar angehalten, besser zuhause zu bleiben, um die vielen Grasflächen, die in Silverstone als Parkplätze dienen, nicht vollkommen unbrauchbar zu machen. "Wir mussten wirklich eine sehr schwierige Entscheidung treffen", sagt Streckenchef Richard Phillips, der diese Umstände als "sehr ärgerlich" bezeichnet. Der Samstag habe sich aber schon besser gestaltet.

"Irgendwie haben es richtig viele Leute hierher geschafft. Wie ihnen das gelungen ist, weiß ich gar nicht im Einzelnen", gesteht Phillips. "Wir sind den Fans sehr dankbar, die zuhause geblieben sind. Dadurch hatten wir etwas Luft. Ein weiterer Tag wie Freitag hätte vor allem unsere Angestellten überfordert. Sie wären wohl gegangen. Manchmal stehen die Dinge eben auf Messers Schneide."

Silverstone fühlt sich besser gerüstet

"Jetzt ist aber alles wieder in Ordnung", versichert der Brite und lädt seine Landsleute ausdrücklich zum Rennbesuch in Silverstone ein - unter den oben genannten Voraussetzungen. "Manch einer muss nun vielleicht etwas weiter laufen", meint Phillips. Viele Parkplätze seien schlichtweg hinüber: "Die Grasflächen sind in keinem guten Zustand. Es gibt gar keinen Grund, das zu leugnen."

"Ich möchte den Fans ein großes Lob aussprechen."
Lewis Hamilton

Der Stimmung auf den Rängen scheint all dies aber keinen Abbruch getan zu haben. Apropos: Selbst die lange Rotphase während der Qualifikation konnte die britischen Fans nicht vergraulen. Vielmehr liefen die Zuschauer im strömenden Regen regelrecht zur Hochform auf, feierten sich und die Formel 1 und bejubelten jede Runde des Safety-Cars, als wäre Nigel Mansell auf Kurs zu einem Heimsieg.

"Die Fans waren klasse", sagt Streckenchef Phillips. "Sie beeindrucken mich immer wieder. Es stimmt mich demütig, sie hier zu haben. Sie sind einfach brillant." Ein Urteil, dem sich das Fahrerlager der Formel 1 einstimmig anschloss. "Ich möchte den Fans ein großes Lob aussprechen", sagt etwa Lewis Hamilton (McLaren), einer der drei Lokalmatadoren. "Sie waren fantastisch und so sehr geduldig."

Die Fans wissen zu begeistern

Auch Nico Rosberg (Mercedes) zeigt sich begeistert: "Es war schön, wie die Fans heute drauf waren und wie sie in der Unterbrechung richtig Stimmung gemacht haben. Sie haben sehr viel Druck auf die Teams ausgeübt, wer die größte La-Ola-Welle startet. Das war echt cool", meint der Deutsche. Sein Landsmann Michael Schumacher (Mercedes) pflichtet ihm bei: "Das war sehr nett von ihnen."

"Wenn andere die Nase voll haben, werden die Briten erst richtig warm."
Michael Schumacher

"Es regnete wirklich fürchterlich. Die Zuschauer blieben aber da und feuerten uns während des Rests der Qualifikation noch einmal an. Das ist etwas Besonderes in Großbritannien. Wenn andere die Nase voll haben, werden die Briten erst richtig warm", sagt Schumacher und Mercedes-Sportchef Norbert Haug merkt an: "Ich bewundere diese Fans. Sie alle haben ihre gute Laune niemals eingebüßt."

"Das ist einer der Gründe, weshalb wir so gern hier fahren", betont Mercedes-Teamchef Ross Brawn. "Die Fans haben so lange ausgeharrt, bis die Qualifikation fortgesetzt werden konnte. Sie sind derart enthusiastisch." Davor zieht auch Christian Horner, Teamchef bei Red Bull, seinen Hut und Martin Whitmarsh, Horners Pendant bei McLaren, fügt hinzu: "Die britischen Fans sind die besten der Welt."

Silverstone muss unbedingt nachbessern

"Ich habe es schon einmal gesagt und ich sage es wieder. Ich möchte ihnen einfach meinen Respekt zollen. Sie kamen in Scharen zu dem Sport, den sie lieben. Und das, obwohl sie wussten, dass sie nass bis auf die Haut werden würden", meint Whitmarsh. Und trotz des großen Chaos', das sie bei An- und Abreise erwartete. Bleibt nur zu hoffen, dass sich Silverstone all dies sehr zu Herzen nimmt.

"An diesem Wochenende haben wir wieder einmal ein paar Lektionen gelernt."
Ross Brawn

Davon ist Brawn überzeugt: "Ich vermute, an diesem Wochenende haben wir wieder einmal ein paar Lektionen gelernt. Eine solche Situation hatten wir schon einmal vor ein paar Jahren", erklärt der Brite. Deshalb müsse man nun reagieren. Es gelte, die Infrastruktur rund um den Kurs zu verbessern, meint Haug. "Ich bin davon überzeugt: Die Verantwortlichen werden sich dieser Aufgabe annehmen."

Allerdings, und das betont Schumacher ausdrücklich, handele es sich um kein streckenspezifisches Problem, sondern um Schwierigkeiten, die den Umständen geschuldet sind. "Bei so viel Regen würden wir auch auf anderen Strecken in Probleme geraten", sagt der Rekordchampion. Die Fans ficht das nicht an. Oder wie es Johnny Herbert ausdrückt: "Wir sind schlechtes Wetter gewohnt ..."

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