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Ohrstöpsel schützen nicht vor Gänsehaut

Ein Plädoyer für die große Liebe seiner Kindheit, seiner Karriere und seines Ruhestandes: Damon Hill steht für die Würde des Großbritannien-Grand-Prix ein

Damon Hill
Steht ein für den Großbritannien-Grand-Prix: Ex-Weltmeister Damon Hill
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Großbritannien ist eine Motorsport-Nation. Da ist es ein Stich ins Herz, wenn ein Formel-1-Grand-Prix auf der als Heimat dieser Tradition auserkorenen Strecke aus Veranstaltersicht zur Posse gerät. Auch Damon Hill bereitet das Unbehagen. "Es ist eine Schande, was am Freitag passiert ist", klagt der Weltmeister von 1996 im 'Sunday Telegraph' über das Verkehrschaos in Silverstone und die damit verbundenen Konsequenzen für die Fans. Sie mussten entweder stundenlang im Stau ausharren oder den Ausflug gleich auf der Autobahn beenden.

Der Dauerregen hatte nicht-asphaltierte Zufahrtsstraßen und Parkplätze unbefahrbar gemacht, der betreibende British Racing Drivers Club (BRDC) um Präsident Derek Warwick in der Folge dazu aufgerufen, dem Grand Prix fernzubleiben - um die Lage zu entspannen. "Mit dem Finger auf andere Leute zu zeigen ist nicht gut", meint Hill, warnt aber: "Was hier passiert ist, ist kein Einzelfall, sondern betrifft viele Veranstaltungen."

Probleme vorhersehbar

Es sei vorhersehbar gewesen, was sich in Silverstone zugetragen hat. Und es müsse eine Reaktion folgen, fordert Hill: "Wir werden Regenwetter haben, wir werden Regenrennen haben. Es braucht also eine vernünftige Analyse, wie das nicht ein weiteres Mal passieren kann." Der 51-Jährige hat einen konkreten Vorschlag: "Es muss einen Weg geben, zusätzlichen Raum zum Parken zu schaffen - im Inneren des Kurses. Neben anderen Dingen müssen wir auch das diskutieren."

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Das Formel-1-Management sperrt sich gegen eine solche Lösung jedoch. "Außerdem haben wir ein großes Flugfeld mit tonnenweise Asphalt. Es gibt den Platz, um Autos abzustellen", resümiert Hill. In die Pflicht nimmt er nicht nur den BRDC, dessen Vorsitz er bis zum vergangenen Jahr inne hatte. "Statt den Ball jemand anderem zuzuspielen und zu sagen, es sei ein Problem der Organisatoren oder des BRDC, sollte jeder - die Regierung, die Kommunalverwaltung, die Besitzer - an einer Lösung arbeiten."

Kindheitserinnerungen am Leben erhalten

Der Grund, warum Hill so engagiert für den Großbritannien-Grand-Prix einsteht, ist nicht zuletzt auch ein persönlicher. "Es ist so ein spezielles Event und lässt Emotionen in mir aufkochen. Meine frühesten Erinnerungen an Motorsport sind es, Rennen in Silverstone und Brands Hatch zu besuchen." Damit hat auch das Gedenken an Vater Graham zu tun: "Als er auf dem Höhepunkt seiner Karriere war, gab es nichts im Fernsehen. Kein Aufnahmeknopf, kein hochauflösendes Pay-TV, kein Twitter."

Die einzige Möglichkeit für ihn, die Formel 1 authentisch zu erleben, war, sich selbst auf den Weg zur Rennstrecke zu machen. "Das Event war weit weg, aber sobald man sich näherte, fühlte man es", meint Hill. "Als ich Fahrer wurde, intensivierte sich die Beziehung. Als Brite stehst du im Fokus der Zeitungen." Schilderungen von Fahrern, die sich in einem mentalen Tunnel abgeschottet sehen wollen, misst der Veteran keinen Wahrheitsgehalt bei.

Nicht immun gegen Leidenschaft der Briten

"Keine Frage: Als Pilot ist man sich dessen bewusst, wie wohlgesonnen alle Briten ihren Fahrern sind. Dagegen bist du im Auto nicht immun", weiß Hill aus eigener Erfahrung. "Du konzentrierst dich zwar auf das, was du tust, du trägst Ohrstöpsel und so weiter, aber du nimmst noch immer das Publikum, die Transparente und die Atmosphäre wahr." Es war Hill 1994 vergönnt, in Silverstone zu siegen. Ein Kunststück, das anschließend auch David Coulthard und Lewis Hamilton gelang.

Fans in Silverstone
Tausende Fans ließen sich von den widrigen Bedingungen nicht abschrecken
© xpbimages.com

Sein Rennfahrer-Herz schlägt bei dem Gedanken noch immer höher: "Einer der ungewöhnlichsten Grand Prix meiner Karriere", erinnert sich Hill an einen Sonntag, an dem Michael Schumacher die Schwarze Flagge sah. "Ich war mir sehr wohl darüber bewusst, dass mein Vater es nie geschafft hatte, in Großbritannien zu gewinnen. Aber es ist noch mehr als das. Du musst nicht nach Hause fahren, weil du schon zu Hause bist."

Es sei eine Siegesfeier der ganz besonderen Art gewesen, sagt Hill: "Frank Williams und ich haben uns ins Gras gesetzt und einen langen Abend genossen. Es war sonnig, die Fans kamen mit einem breiten Grinsen. Es war fantastisch und ich möchte diese Momente um nichts in der Welt missen." Gelingt 2012 wieder einem Briten der Heimsieg, wäre es die Krönung eines Sportsommers mit Olympischen Spielen in London.

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