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Deutsche Attacke verpufft: Dritter Sieg für Alonso

Fernando Alonso stiehlt Sebastian Vettel in Hockenheim die Show: Sieg vor dem Deutschen und Jenson Button - Rennleitung bestraft Vettel nachträglich: Platz fünf

Sebastian Vettel, Fernando Alonso, Jenson Button
Papierschnitzel und Schampus gehören zu jeder Formel-1-Siegerehrung
© xpbimages.com

(Motorsport-Total.com) - Drei Deutsche machten nach dem Qualifying Jagd auf Fernando Alonso, aber der spanische Ferrari-Pilot wehrte beim heutigen Grand Prix von Deutschland alle Attacken ab und sicherte sich seinen dritten Saisonsieg. Auf trockener Strecke in Hockenheim gewann der WM-Leader vor gut 60.000 Zuschauern vor Lokalmatador Sebastian Vettel (Red Bull) und Jenson Button (McLaren).

Im Podium-Interview mit Niki Lauda bewies der strahlender Sieger dann auch Humor: "Dass ein spanischer Fahrer in einem italienischen Auto, das von einem Griechen entworfen wurde, hier gewinnt, ist toll", zwinkert er grinsend in Richtung Berlin. "Ich habe das Rennen genossen. Wir waren gestern unter nassen Bedingungen konkurrenzfähig. Heute von der Pole zu starten, war der Schlüsselfaktor, denn es war schwierig zu überholen. Wir waren vielleicht nicht die Schnellsten, aber wir konnten unsere Position behaupten."

Abgebrühter Alonso nie ernsthaft in Gefahr

Alonso fuhr von der Pole-Position aus erneut einen sehr abgeklärten Grand Prix, gab die Führung nur während der ersten Serie der Boxenstopps zwischen der 17. und 21. Runde ab und hielt dann dem Druck von hinten gut stand. Am größten in seinem Rückspiegel war Button, der mit dem zweiten Boxenstopp an Vettel vorbeiging und von da an rundenlang innerhalb der DRS-Sekunde lag, aber keine einzige ernsthafte Attacke gegen Alonso setzen konnte.

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Fernando Alonso
Start in Hockenheim: Fernando Alonso biegt als Erster in die erste Kurve ein
© xpbimages.com

Haarig wurde es dahinter, denn in der vorletzten Runde ging Vettel in der Spitzkehre an Button vorbei, verließ dabei aber mit allen vier Rädern die Strecke. "Sie werden dein Überholmanöver untersuchen", sagte Button Vettel vor der Siegerehrung, aber der Deutsche konterte: "Ich wusste nicht, wo du bist." Button sollte zunächst einmal Recht behalten, denn tatsächlich wurde der Fall den vier FIA-Kommissaren Derek Warwick, Paul Gutjahr, Detlef Kramp und Tim Mayer zur Beurteilung vorgelegt.

"Ich war mir nicht sicher, ob er noch immer auf der Innenseite war oder nicht. Und das Letzte, was man da haben will, ist natürlich eine Kollision", verteidigt sich Vettel. "Ich konnte ihn nicht sehen. Ich versuchte einfach, ihm genug Platz zu lassen. Dabei schoss ich über den Streckenrand hinaus. Wir hatten alle mit den Reifen zu kämpfen." Auch Experte Marc Surer plädiert für den Red-Bull-Piloten: "Im Zweifelsfall für den Angeklagten."

Verbremser als rennentscheidende Szene?

Möglicherweise verschenkte Button den Sieg schon in der 43. der 67 Runden, als er in der Spitzkehre das rechte Vorderrad lange stehen ließ und sich damit einen leichten Bremsplatten zuzog. Zwar konnte er bis zum Ende durchfahren, aber in den letzten Runden wuchs der Abstand zu Alonso von 0,6 auf 6,9 Sekunden an. Unter Umständen wäre es sogar klüger gewesen, einen dritten Boxenstopp zu absolvieren, wie es Mercedes mit Michael Schumacher praktiziert hat, der im Finish die schnellste Runde (1:18.725 Minuten) fuhr.

Dass der Sieg nur über Alonso, Vettel oder Button führen würde, zeichnete sich relativ früh ab. Mit Puffer Schumacher auf Platz drei setzten sich Alonso und Vettel von der Konkurrenz ab, doch Button arbeitete sich nach einem guten Start erst an Nico Hülkenberg (Force India), dann auch an Schumacher vorbei - und verkürzte anschließend den Abstand zu den Führenden. Durch einen um eine Runde früher absolvierten Boxenstopp ging er in Runde 42 an Vettel vorbei, der gleichzeitig mit Alonso zum Service gekommen war.

Vettel: Gekämpft wie ein Löwe

Vettel witterte in der Schlussphase noch einmal Morgenluft, doch für ganz vorne reichte es nicht: "Ich habe gekämpft wie ein Löwe, aber da ging nicht mehr. Sorry, aber ich hatte nie wirklich eine Chance, nahe an Fernando heranzukommen", funkte er nach der Zieldurchfahrt an die Box. Zumindest holte er in der Fahrer-WM auf seinen Teamkollegen Mark Webber auf, der heute nur Achter wurde. Vettel hat noch zwei Zähler Rückstand auf den Australier, aber schon 36 auf Alonso.

WM-Vierter und auch Vierter in Hockenheim wurde Kimi Räikkönen (Lotus), gefolgt von den beiden Sauber-Piloten Kamui Kobayashi und Sergio Perez, die spät zu ihrem ersten Boxenstopp kamen und sich durch ein gutes Renntempo konsequent nach vorne arbeiteten. Zunächst lag Perez vor Kobayashi, der Japaner timte aber seinen zweiten Boxenstopp besser und gewann dadurch eine weitere Position. Nur als Siebter fuhr Schumacher über die Linie, der ein drittes Mal Reifen wechselte, was ihm zwar schnelle Rundenzeiten ermöglichte, aber zwei Positionen kostete.

"Ich weiß nicht, ob es zum Schluss nur der Reifenabbau oder etwas mehr war. Ich bekam plötzlich Vibrationen", erklärt der siebenmalige Weltmeister, warum er noch einmal reinkam. "Das Auto fühlte sich nicht mehr ganz normal an - ich war ja auch hart mit dem Auto umgegangen. Ich nutzte die komplette Strecke, also auch den einen oder anderen Randstein. Vielleicht habe ich mir dabei etwas beschädigt. Das müssen wir nachher analysieren. Deshalb ging es ganz zum Schluss nicht mehr so gut vorwärts."

Hülkenberg: Gute Leistung unbelohnt

Auch Hülkenberg fuhr heute mit dem Rückwärtsgang vom vierten Start- auf den neunten Platz. "Von Position vier bin ich mit viel Optimismus ins Rennen gegangen, aber realistisch gesehen konnte man es so erwarten", seufzt er. Besonders bitter, als er beim Boxenstopp zunächst an Schumacher vorbeiging, dann aber wenig später vor der Mercedes-Tribüne auf einen Schlag zwei Positionen gegen seinen Landsmann und Räikkönen verlor. "Ich habe mich nur verteidigt und nach hinten schauen müssen", rechtfertigt er sich. "Insgesamt waren wir einfach zu langsam."

Zumindest reichte es, um vor Teamkollege Paul di Resta ins Ziel zu kommen, der 10,3 Sekunden hinter Nico Rosberg (Mercedes) Elfter wurde. Rosberg startete als einer von nur fünf Fahrern auf den härteren Pirelli-Reifen und lancierte vom 21. Startplatz eine passable Aufholjagd. "Es war natürlich cool mit den Überholmanövern. Ich habe heute so viel überholt, ein paar sogar zwei- oder dreimal", lächelt er. "Als Zehnter ins Ziel zu kommen, ist okay, denn ich kam ja von Rang 21. Ich nehme einen Punkt mit nach Hause. Wenigstens etwas."

Unglücklich am Ende Toro Rosso, das keinen Nutzen aus der an und für sich guten Strategie von Daniel Ricciardo (13.) ziehen konnte, obwohl der Australier im ersten Stint auf Augenhöhe mit dem Sauber-Duo an sechster Stelle lag, und auch Williams: Pastor Maldonado 15., Bruno Senna 17. - dabei hatte Chefingenieur Mark Gillan vor dem Rennen noch angekündigt, dass die trockenen Bedingungen dem Williams-Paket entgegenkommen müssten. Auch Romain Grosjean (18./Lotus) erlebte einen Grand Prix zum Vergessen, gespickt mit einigen Eigenfehlern.

Hamilton zieht sich Vettels Ärger zu

Der einzige Ausfall des Nachmittags war Lewis Hamilton (McLaren), für den nach dem schlechten Start alles daneben ging, was daneben gehen kann. Denn nachdem sich die Rennleitung entschieden hatte, trotz der Wrackteile wegen des kaputten Frontflügels von Felipe Massa (12./Ferrari) (Surer: "Das wird seinen Platz bei Ferrari nicht gerade festigen, wenn man am Gegner nicht einmal vorbeifahren kann, sondern hinten drauf fährt") kein Safety-Car auf die Strecke zu schicken, erlitt Hamilton einen Reifenschaden.

"Ich habe keine Ahnung, was passiert ist. Ich sah die Trümmerteile hochfliegen, und dann wurde der Reifen beschädigt", klagt der Brite, der seinem Team mitteilte, dass er am liebsten aufgeben würde, als er zum Reparaturstopp reinkam: "Das Auto hat sich anschließend schrecklich angefühlt, der Unterboden wurde am Heck beschädigt." Aber wie durch Zauberhand drehte er danach plötzlich die schnellste Runde und war sogar frech genug, sich gegen Vettel zurückzurunden, was der Deutsche ("Das war nicht nett") mit Handzeichen quittierte. Später gab Hamilton trotzdem auf.

Während vier Deutsche beim Heim-Grand-Prix Punkte sammelten, kassierte Timo Glock (Marussia) als 22. sogar eine Niederlage gegen Teamkollege Charles Pic (20.). Bester Vertreter der drei "neuen" Teams war Witali Petrow (16./Caterham). In der Fahrer-WM steht nun fest, dass Alonso als Führender in die Sommerpause gehen wird, während Red Bull bei den Konstrukteuren schon solide 61 Punkte Vorsprung hat. Weiter geht es schon am kommenden Freitag mit dem Training zum Grand Prix von Ungarn in Budapest.

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