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Irvine zu "Crashgate": "Früher ganz normal"

17. September 2009 - 14:39 Uhr

Eddie Irvine, früher Michael Schumachers "Wasserträger" bei Ferrari, wundert sich über die weltweite Aufregung über den Manipulationsskandal

Eddie Irvine
Ex-Grand-Prix-Pilot Eddie Irvine ist über "Crashgate" nicht überrascht
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Während das weltweite Medienecho nach dem "Crashgate"-Skandal die Formel 1 in ihren Grundfesten erschüttert, kann der ehemalige Grand-Prix-Pilot Eddie Irvine die Aufregung nicht nachvollziehen. Seiner Meinung nach hat es Betrug in der Königsklasse in der einen oder anderen Form schon immer gegeben.

"Die Idee, dass das der größte Betrug der Sportgeschichte gewesen sein soll, ist lächerlich", erklärt der ehemalige Ferrari-Teamkollege von Michael Schumacher in einem Radiointerview mit der 'BBC'. "Die Formel 1 war schon immer ein Krieg. Früher hat man auch Leute von der Strecke geschoben und alles getan, was erforderlich war. Jedes Team hat in der Vergangenheit betrogen, die Regeln ausgedehnt, andere sabotiert."

Irvine muss es wissen: Wie er 1997 in Suzuka strategisch für Schumacher gefahren ist, war ebenso eine Meisterleistung wie sportlich höchst fragwürdig. Umgekehrt hat er selbst von solchen Spielchen profitiert, als er 1999 um den WM-Titel kämpfte. Der Brite kennt also den unbändigen Ehrgeiz von Formel-1-Teams, der in manchen Fällen dazu führen kann, dass die Grenzen etwas zu weit verschoben werden.

Dass sich jetzt alle darüber aufregen, habe nur mit einer "neuen politischen Korrektheit" zu tun, sagt Irvine: "Das ist doch nur ein Kreuzzug der FIA. Früher war das ganz normal. Die Größen der Formel 1 - ich denke da zum Beispiel an Colin Chapman - haben alles unternommen, um zu gewinnen. Sie haben auch betrogen. Das war damals ganz normal. Jetzt will die FIA die Formel 1 politisch korrekt machen. Das will doch niemand mehr sehen, weil es so langweilig ist."

Die Entrüstung ob des angeblichen Sicherheitsrisikos beim Singapur-Zwischenfall kann er nicht nachvollziehen: "Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei jemand ums Leben kommt, war extrem gering. Ich finde, das wird jetzt gewaltig aufgeblasen", sagt Irvine und fordert dennoch eine harte Strafe: "Wenn McLaren 100 Millionen bezahlen musste, weil sie ein paar Ferrari-Papiere hatten, dann muss Renault ausgeschlossen werden. Aber ich glaube nicht, dass das passieren wird."

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