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Stewart übt Kritik an finanzieller Struktur

05. Juli 2008 - 22:48 Uhr

Ex-BRDC-Präsident Jackie Stewart kritisiert Bernie Ecclestones Verteilungspolitik und befürchtet für Donington ein böses Erwachen

Jackie Stewart
Jackie Stewart findet es unmöglich, wie mit den Veranstaltern umgegangen wird
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Am Freitag hat Bernie Ecclestone bekannt gegeben, dass der Großbritannien-Grand-Prix ab 2010 nicht mehr in Silverstone, sondern in Donington ausgetragen wird. Das kann Jackie Stewart, Vorgänger von Damon Hill als Präsident des britischen Rennfahrerklubs BRDC, dem die Strecke in Silverstone gehört, nicht nachvollziehen.

"Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht", erklärte er heute gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Es ist wirtschaftlich gesehen einfach nicht praktikabel. Die Leute, die das finanzieren, werden in zwei oder drei Jahren aufwachen und realisieren, wie teuer der Spaß eigentlich ist." Der Schotte spielt damit auf jene gut 125 Millionen Euro an, die Simon Gillett in Donington investieren will. Wie sich das später rechnen soll, ist den Leuten beim BRDC schleierhaft.

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Denn alleine die Rechte, den Grand Prix auszutragen, kosten pro Jahr knapp 14 Millionen Euro und werden mit jeder Veranstaltung um fünf Prozent verteuert. Laut Stewart wird Donington also unweigerlich Verluste einfahren - und das bereitet ihm Kopfzerbrechen: "Meine Erfahrung mit reichen Menschen ist: Sie wollen alle Geld verdienen, nicht verlieren. Wenn sie Geld verlieren, verkaufen sie. Ich hoffe, das wird nicht passieren", sagte er.

Die Schuld dafür, dass der BRDC und Silverstone den Grand Prix verloren haben, sieht er im Gegensatz zu Ecclestone übrigens nicht beim BRDC, sondern vielmehr beim System der Formel 1. Denn die Veranstalter müssen ein Heidengeld zahlen, um überhaupt ein Rennen austragen zu dürfen, und verdienen dann nur an den Eintrittskarten. Den Rest streift Ecclestone ein. Für eine private Organisation wie den BRDC ist so eine Struktur untragbar.

"Die finanzielle Struktur in der Formel 1 ist bizarr", kritisierte Stewart. "Es kommt kein Geld zurück zum Veranstalter. Das gibt es in keinem anderen Sport. Der Veranstalter bekommt nichts - keine TV-Gelder, keine Bandenwerbung, keine Hospitality. Nur mit den Eintritten kann man kein Geld verdienen, wenn man die Rechte für den Event um so teures Geld kaufen muss. Da stimmt das Gleichgewicht einfach nicht."

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