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Jordan kritisiert Hamiltons Dreistoppstrategie

23. Oktober 2007 - 16:24 Uhr

Eddie Jordan kann nicht nachvollziehen, dass McLaren-Mercedes Lewis Hamilton in Brasilien von zwei auf drei Boxenstopps umgestellt hat

Lewis Hamilton
Eddie Jordan sieht die Schuld für den verlorenen Titel bei McLaren-Mercedes
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Ganz Großbritannien trauert immer noch dem verlorenen WM-Titel von Lewis Hamilton nach, der durch einen Fahrfehler des 22-Jährigen in der ersten Runde sowie durch ein Getriebeproblem ein paar Runden später zustande kam. Aber Eddie Jordan glaubt vielmehr, dass die Änderung der Strategie Hamiltons Sargnagel war.

Der zu jenem Zeitpunkt noch WM-Führende kam in der 22. Runde zum ersten Boxenstopp herein und nahm für einen 14 Runden langen Zwischensprint weiche Bridgestone-Reifen mit. Diese Rechnung ging aber nicht auf, denn Hamilton pflügte zwar wie ein heißes Messer durch die Butter durch das Feld der Nachzügler, aber er war nur unwesentlich schneller als seine direkten Konkurrenten im Kampf um den für ihn rettenden fünften Platz.

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Warum wurde die Strategie umgestellt?

"Ohne den dritten Stopp wäre Lewis Weltmeister geworden."
Eddie Jordan

Wäre er wie geplant auf einer Zweistoppstrategie geblieben, so mutmaßt nun Eddie Jordan, hätte es trotz der anfänglichen Pannen reichen können: "Ich kann es einfach nicht verstehen. Das Team muss noch erklären, warum es notwendig war, diesen dritten Boxenstopp zu machen, denn ohne den wäre Lewis Weltmeister geworden. Das ist doch die Frage, die sich jeder stellt", erklärte der Ire gegenüber der 'BBC'.

Außerdem fragt sich Jordan, wie es zum mysteriösen Getriebeproblem bei Hamilton kommen konnte, durch das er auf den 18. Platz zurückfiel, ehe sich das Auto wieder erholte: "Was wäre gewesen, wenn das statt Hamilton Alonso passiert wäre? Die ganze Welt wäre in Aufruhr und würde Sabotage vermuten, weil das Getriebe für 30 Sekunden nicht funktionierte und dann auf einmal wieder lief", so der Ex-Teamchef.

Jordan hat Mitleid mit Hamilton

"Als unabhängiger Beobachter muss man sagen, dass Hamilton ein ziemlich hartes Schicksal erlitten hat."
Eddie Jordan

Und weiter: "Natürlich gibt es in diesen Autos Notfallsysteme, die elektronisch geregelt sind, aber meiner Meinung nach muss das Team aufstehen und sagen: 'Wir haben in China mit den Reifen einen Fehler gemacht und wir haben mit dem dritten Boxenstopp in Brasilien einen Fehler gemacht.' Als unabhängiger Beobachter muss man sagen, dass Hamilton ein ziemlich hartes Schicksal erlitten hat..."

Über den Auslöser des kurzfristigen Getriebeaussetzers gibt es übrigens widersprüchliche Aussagen - Hamilton selbst hat einen Bedienfehler gegenüber 'La Presse' angeblich zugegeben, Ron Dennis behauptet, es war ein technisches Problem: "Nichts, was Lewis getan hat, hatte etwas mit dem Getriebe zu tun. Der einzige Grund, warum wir die Weltmeisterschaft nicht gewonnen haben, war das Getriebeproblem", gab der McLaren-Mercedes-Teamchef zu Protokoll.

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