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Winkelhock wartet auf grünes Licht

17. Juli 2007 - 14:58 Uhr

Spyker-Entscheidung bezüglich der Albers-Nachfolge steht noch aus - Debüt beim Heimspiel wäre für Markus Winkelhock perfekt

Markus Winkelhock
Markus Winkelhock fiebert der Spyker-Entscheidung entgegen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Markus Winkelhock zwischen Hoffen und Bangen: Fünf Tage vor dem Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring wartete der 27-Jährige aus Berglen-Steinach sehnsüchtig auf einen Anruf von Spyker-Teamchef Colin Kolles, der ihm grünes Licht für sein Renn-Debüt in der Königsklasse geben sollte.

Noch am Dienstagnachmittag war Winkelhocks Einsatz anstelle des in der vorigen Woche entlassenen Niederländers Christijan Albers offen. "Es ist definitiv noch keine Entscheidung gefallen", sagte Kolles dem 'sid'. Zuvor hatte es Meldungen gegeben, dass Winkelhocks Start an der Seite von Adrian Sutil bereits perfekt sei. Kolles stellte aber eine Entscheidung bis Mittwochmorgen in Aussicht.

Sollte es mit der Formel-1-Premiere ausgerechnet in der Eifel klappen, würde für Winkelhock ein Traum in Erfüllung gehen. "In Deutschland mein erstes Rennen zu fahren, wäre absolut perfekt und etwas ganz Besonderes", sagte Winkelhock dem 'sid'.

Debüt auf der Lieblingsstrecke?

Der Schwabe ist bei Spyker Testfahrer, war zuletzt aber auch in der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) bei Audi dreimal als Ersatzmann eingesprungen. Am vorigen Sonntag belegte er in Mugello den neunten Platz und verpasste knapp die Punkteränge - in einem Auto des Privatteams von Colin Kolles.

"Die Umstellung von der DTM zur Formel 1 wäre natürlich sehr groß", meinte Winkelhock, wäre aber dennoch zuversichtlich für einen Einsatz am Wochenende, da er die Rennstrecke sehr gut kennt: "Der Nürburgring war schon immer meine Lieblingsstrecke, ich bin auch in der Formel 3 dort gut gefahren."

Seine Streckenkenntnis würde ihm zudem helfen, da er in dieser Saison erst wenige Testkilometer im Formel-1-Auto absolviert hat. In der vorigen Woche bei Testfahrten in Spa saß noch Honda-Testpilot Christian Klien, 2006 noch für Red Bull unterwegs, im organge-farbenen Spyker-Ferrari.

Falls Winkelhock beim Heimspiel fahren darf, würden zum zweiten Mal in dieser Saison nach dem US-Grand-Prix in Indianapolis am 17. Juni insgesamt fünf deutsche Fahrer an den Start gehen. Damals war neben den Stammpiloten Ralf Schumacher, Nick Heidfeld, Nico Rosberg und Sutil beim BMW Sauber F1 Team Sebastian Vettel anstelle des verletzten Robert Kubica zum Einsatz gekommen.

Nur wenige Erinnerungen an seinen Vater

Winkelhock, der im vergangenen Jahr als Freitagstester beim Spyker-Vorgängerteam Midland erstmals an Formel-1-Wochenenden auf der Strecke war, würde mit einem Renneinsatz zudem seinem Vater Manfred nacheifern, der zwischen 1982 und 1985 insgesamt 47 Rennen in der Königsklasse fuhr, dann aber am 11. August 1985 bei einem Sportwagenrennen in Mosport/Kanada tödlich verunglückte.

Deshalb hatte Markus' Mutter Martina seine Karriere zunächst auch mit "gemischten Gefühlen" gesehen. "Am Anfang war sie nicht begeistert, mittlerweile hat sie sich damit abgefunden. Auf der einen Seite hat sie Angst, auf der anderen ist sie stolz", sagte Winkelhock, der an seinen Vater nur noch wenige Erinnerungen hat. "An den Menschen kann ich mich nicht mehr erinnern. Da ist er für mich wie eine fremde Person, auch wenn ich alte Fernsehbilder oder alte Interviews von ihm sehe", sagte Winkelhock, der beim Unfall seines Vaters fünf Jahre alt war.

Insgesamt wäre Markus Winkelhock sogar das dritte Familienmitglied in der Formel 1. Sein Onkel Joachim, der im Tourenwagen große Erfolge feierte, war allerdings 1989 nie über die Vorqualifikation hinausgekommen. Drei Fahrer im Formel-1-Zirkus können neben den Winkelhocks lediglich so berühmte Rennsport-Familien wie die Brabhams, Fittipaldis und Villeneuves vorweisen.

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