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"Spionage-Fall": FIA schließt Fahrer-Bestrafung nicht aus

07. Juli 2007 - 16:13 Uhr

Während die FIA weder eine Bestrafung des Teams noch der Fahrer ausschließt, hofft FIA-Präsident Max Mosley auf eine schnelle Aufklärung der Spionage-Affäre

Max Mosley
Max Mosley in Silverstone: Aufregung hinter den Kulissen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Sollte bei der Untersuchung im "Spionage-Fall" widererwartend ans Tageslicht kommen, dass McLaren-Mercedes in die Spionage um Ferrari-Mitarbeiter Nigel Stepney und die Übergabe sensibler Daten über den Ferrari F2007 an Chefdesigner Mike Coughlan verwickelt ist, schließt der Automobilweltverband FIA nicht aus, dass nicht nur dem Team sondern auch den Fahrern WM-Punkte aberkannt werden könnten.

Derzeit läuft eine Untersuchung gegen Coughlan, bei dem 500 Seiten mit Informationen über den aktuellen Ferrari gefunden worden sein sollen. Der Brite ist bereits von seinem Arbeitgeber suspendiert worden und Teamchef Ron Dennis hat betont, dass man mit diesem Fall als Team nichts zu tun hat und keine der Daten in der Vergangenheit oder Zukunft in die Entwicklung des eigenen Autos eingeflossen sind.

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Das Honda Racing F1 Team hat am Freitag erklärt, dass Coughlan und Stepney vergangenen Monat bei den Japanern vorstellig wurden, um sich um einen Job im Team zu bewerben, und somit die Theorie untermauert, wonach die Daten nicht bei McLaren-Mercedes zum Einsatz kommen sollten. "Es wurden zu keinem Zeitpunkt vertrauliche Informationen angeboten oder entgegen genommen", hieß es in einer Pressemitteilung der Japaner.

Ein Sprecher der FIA wollte gegenüber unseren Kollegen von 'autosport.com' im Moment nicht ausschließen, dass man gegen McLaren-Mercedes eine Strafe ausspricht, sollten Beweise für einen Verstoß gefunden werden. Dies könne, so der Sprecher, sowohl die Konstrukteurs- als auch die Fahrermeisterschaft betreffen: "Wir wissen nicht, wann die Untersuchung beendet sein wird, aber sie wird sicherlich vor dem Ende der Saison beendet sein."

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hatte zuvor in einem Interview mit der 'Times' erklärt, dass im Fall der Fälle die Fahrer keine Bestrafung zu befürchten hätten: "Wenn Informationen verwendet wurden, die in irgendeiner Weise die Leistung des Autos beeinflusst haben, dann könnte die FIA dem Team die Konstrukteurspunkte wegnehmen. Aber dies würde auf keinen Fall die Fahrer treffen. Mit den Fahrern hat das nichts zu tun. Er bekommt das Auto, steigt ins Auto und hat keine Ahnung darüber."

McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis hat im Verlauf des Wochenendes mehrmals beteuert, dass das Team mit dem Vorfall nichts zu tun hat: "Es gibt kein geistiges Eigentum eines anderen Grand-Prix-Teams an unseren Autos, noch wird es das geben oder hat es dies jemals gegeben."

FIA-Boss Max Mosley hat am Samstag gegenüber 'Reuters' erklärt, dass er hofft, dass der Fall "innerhalb von drei Wochen" aufgeklärt werden kann: "Wir schauen uns das im Moment alles an und wenn wir alle Fakten zusammengetragen haben, dann werden wir entscheiden, was zu tun ist. Sowohl McLaren als auch Ferrari stellen uns alle Informationen zusammen, die wir wollen, und wir stellen Fragen. Wir werden beiden Teams kommende Woche weitere schriftliche Fragen stellen."

Fest steht laut FIA bisher nur, dass Honda nichts mit dem Fall zu tun hat: "Es gibt keinen Hinweis, dass Honda in irgendeiner Weise in dieses Geschäft verwickelt ist", so Mosley, der verriet, dass Charlie Whiting, der Technische Delegierte der FIA, die Untersuchung leitet. Coughlan und Stepney, frühere Freunde aus Lotus-Zeiten Ende der 80er-Jahre, wird nun auch zivilrechtlich der Prozess gemacht.

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