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Ferrari: Anzeige gegen McLaren-Mercedes

30. Juli 2007 - 16:22 Uhr

Eine Berufung gegen das Urteil des FIA-Weltmotorsportrats kann Ferrari nicht einleiten, stattdessen zeigt man den Rivalen nun an

Ferrari-Logo
Ferrari geht nun gerichtlich gegen den Konkurrenten aus Woking und Stuttgart vor
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nur wenige Stunden nach Bekanntgabe des Urteils des FIA-Weltmotorsportrats in der "Spionage-Affäre" um umfangreiche Informationen über den Ferrari F2007, die bei Ex-McLaren-Mercedes-Chefdesigner Mike Coughlan zu Hause gefunden worden waren, hat sich der italienische Rennstall aufgebracht über den Freispruch des Konkurrenten gezeigt.

Da man gegen das Urteil keinen Einspruch einlegen kann, soll Ferrari nun anders gegen den Rivalen vorgehen. Nach Informationen der 'Gazzetta dello Sport' soll der Staatsanwaltschaft in Modena bald eine Anzeige gegen den britisch-deutschen Rennstall vorgelegt werden.

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Das sechsseitige Dokument sei schon verfasst und werde der Staatsanwaltschaft voraussichtlich am Dienstag übermittelt werden. Offiziell gibt es seitens Ferrari bisher nur die Bestätigung, dass man gegen das FIA-Urteil keine Berufung einlegen wird.

Zwar hat sich die FIA vorbehalten, McLaren-Mercedes aus der Formel-1-Weltmeisterschaft 2007 und 2008 auszuschließen, sollte man Beweise erhalten, dass die Insiderinformationen in die Entwicklung des eigenen Autos eingeflossen sind, das Team ist abgesehen davon jedoch ungestraft davongekommen, obwohl es von der FIA für schuldig befunden wurde, gegen das Reglement verstoßen zu haben und im Besitz intellektueller Rechte eines Konkurrenten gewesen zu sein.

Ferrari ist sehr wohl der Meinung, dass McLaren-Mercedes durch den Besitz der Informationen in dieser Saison einen Vorteil hat - weil man Ferrari benachteiligen konnte, indem man vom flexiblen Unterboden Wind bekam und diesen bei der FIA "anzeigen" konnte. Daraufhin musste der Rennstall aus Maranello umkonstruieren.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hätte eine Berufung als ziemlich sinnlos erachtet, wie er gegenüber der 'News of the World' erklärte: "Ich denke nicht, dass dies schlussendlich in der Meisterschaft einen Unterschied ausmachen wird".

Parallel läuft das Ermittlungsverfahren gegen Ex-Ferrari-Techniker Nigel Stepney in Modena weiter, der die 780 Seiten Informationen an seinen Freund Coughlan weitergeleitet und vor dem Monaco-Grand-Prix einen Sabotageversuch an den Autos unternommen haben soll, was der Brite bestreitet.

Auch der Automobilweltverband wird beide vernehmen und könnte ein Berufsverbot im Motorsport aussprechen. Stepney zeigt sich bisher proaktiv und möchte Zeitungsberichten zu Folge freiwillig dem ermittelnden Modena-Staatsanwalt Giuseppe Tibis Rede und Antwort stehen, um sich zu verteidigen.

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