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Der Kreis der Familie Winkelhock schließt sich

20. Juli 2007 - 16:06 Uhr

Markus Winkelhock beendete seinen ersten Grand-Prix-Arbeitstag mit einem Dreher, dennoch erregte er am Nürburgring bisher viel Aufsehen

Markus Winkelhock
Markus Winkelhock drehte seine ersten Formel-1-Runden am Nürburgring
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Mit seinem Formel-1-Debüt auf dem Nürburgring schließt sich für Markus Winkelhock ein Kreis: "Bevor ich hierher gefahren bin, hat mir meine Mutter noch erzählt, dass mein Vater hier sein letztes Formel-1-Rennen vor seinem Unfall gefahren ist. Dass ich jetzt hier mein Debüt gebe, passt doch sehr gut", meinte der 27-Jährige aus Berglen-Steinach, der mit seinem Einsatz für Spyker beim Großen Preis von Europa ein weiteres Kapitel der Winkelhock-Familiengeschichte auf dem Ring schreibt.

Neben vielen Erfolgen, die Markus Onkel Joachim im Tourenwagen und beim 24-Stunden-Rennen gefeiert hat, ist vielen vor allem noch der spektakuläre achtfache Überschlag seines Vaters Manfred 1980 in einem Formel-2-Rennen auf der Nordschleife in Erinnerung. Nur eine Woche nach seinem 47. und letzten Formel-1-Rennen am 4. August 1985 auf dem Ring verunglückte Manfred Winkelhock bei einem Sportwagenrennen in Mosport (Kanada) tödlich.

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Keine Erinnerungen an den Vater

Erinnerungen an seinen Vater hat der damals fünfjährige Markus kaum noch, ein Andenken an ihn ist bei seinen Rennen aber immer mit an Bord: der Ehering des Papas an einer Halskette. "Den hat mir meine Mutter als Glücksbringer gegeben", erzählte Markus, der auch noch einen alten weißen Porsche seines Vaters besitzt.

Seine Mutter Martina wird am Wochenende aber nicht zum Ring kommen: "Als ich ihr gesagt habe, dass ich fahre, hat sie erst die Augen aufgerissen, mir dann aber Glück gewünscht", erzählte er. "Sie kann sich das Rennen aber nicht mal im Fernsehen anschauen. Ich soll sie anrufen, wenn es vor bei ist." Auch Onkel Joachim und Onkel Thomas werden nicht kommen: "Ich hätte auch gar keine Zeit für sie. So kann ich mich ganz auf meinen Job konzentrieren."

Vielleicht ergibt sich dafür eine andere Gelegenheit, denn es ist möglich, dass Winkelhocks Auftritt auf dem Nürburgring kein einmaliges Gastspiel bleibt: "Es kann sein, dass er wie Adrian Sutil durch Leistung Interesse weckt", sagte der deutsche Spyker-Teamchef Colin Kolles, für dessen Team Winkelhock am vorigen Wochenende schon kurzfristig in der DTM in Mugello eingesprungen war, dem 'sid'.

Winkelhock muss Sponsoren finden

"Wir können nicht von Luft leben."
Colin Kolles

Allerdings sucht Spyker nach der Entlassung von Christijan Albers für den Rest der Saison einen Fahrer, der seinen Einsatz über Sponsoren selbst finanziert. "Wir können nicht von Luft leben", sagte Kolles, für den auch der Österreicher Christian Klien, der Inder Narain Karthikeyan oder sogar Renault-Testpilot Nelson Piquet jun. mögliche Kandidaten für den Platz an der Seite von Adrian Sutil sind. Es könnte sogar sein, dass das Cockpit von Rennen zu Rennen vergeben wird, sagte er dem 'sid': "Aber Kontinuität wäre natürlich besser."

Für großes Interesse am Team hat Winkelhock beim Heimspiel in der Eifel schon gesorgt. Große Illusionen über seine Chancen am Wochenende macht er sich dagegen nicht, die 0,8 Zehntelsekunden Rückstand auf Sutil nach dem wegen eines Drehers 24 Minuten vor Ende vorzeitig beendeten Arbeitstag und der letzte Platz störten ihn nicht wirklich: "Ich hatte in diesem Jahr nur einmal zweieinhalb Stunden im Auto gesessen. Da wäre es unrealistisch, schneller sein zu wollen als mein Teamkollege", sagte Winkelhock, der 2004 schon mal eine Saison als Mercedes-Werksfahrer in der DTM unterwegs war.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug kennt er aber schon sein ganzes Leben, schließlich war dereinst Trauzeuge bei der Hochzeit seiner Eltern. Kein Wunder, dass Haug sich jetzt auch für Winkelhock freut: "Er ist erst spät zum Rennsport gekommen, hat aber in allen Kategorien, in denen er gefahren ist, etwas bewegt", meinte Haug. "Er muss hier einfach versuchen, einen besseren Job als sein Vorgänger zu machen."