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Die "Aufpasser" der Formel 1

Die Sportkommissare passen auf, dass in der Formel 1 alles mit rechten Dingen zugeht. Ein Blick hinter die Kulissen

Charlie Whiting, Technischer Delegierter der FIA
Charlie Whiting ist der Technische Delegierte der FIA
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Wo auch immer die Formel 1 auf ihrer Tour um den Globus zu Gast ist, bringt sie ihre eigene Polizei mit: Auch beim Großen Preis von Spanien passen Sportkommissare auf, dass sich Fahrer und Teams an die Regeln halten. Bei einem Foul schreitet die schnelle Eingreiftruppe sofort zur Tat. Für die Sünder kann das teuer werden.

Als autonome Instanz sind die Sportkommissare nur der Sicherheit in der Formel 1 verpflichtet. Dadurch genießen sie auch das volle Vertrauen der Fahrer, auch wenn die mit ihren Entscheidungen nicht immer ganz einverstanden sind. So wie Juan-Pablo Montoya letztes Jahr beim Großen Preis der USA, als er bei einem Überholmanöver in der Hitze des Gefechts Rubens Barrichello ins Kiesbett gedrängt haben soll. Eine Aktion mit Folgen: Der BMW-Williams-Pilot wurde mit einer Durchfahrtsstrafe durch die Boxengasse belegt und verspielte dadurch trotz seiner guten Performance über die gesamte Saison seine Chance auf den Weltmeistertitel.

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Ganz schön hart, doch wenn es um die Einhaltung des Reglements geht, kennen die Sportkommissare als unabhängiges Schiedsgericht kein Pardon. "Die eine oder andere Entscheidung ist auf den ersten Blick sicherlich hart für die Betroffenen", sagt Detlev Kramp, Rennleiter des Großen Preises von Deutschland und seit 32 Jahren Sportkommissar, "aber die Sicherheit hat nun mal absoluten Vorrang. Und dass sich jeder ans Reglement hält, ist im Sinne aller Beteiligten und nur gut für die Formel 1."

Im Auftrag der Fédération Internationale de l´Automobile (FIA) und im Dienste des Fair Play sind bei jedem Grand Prix drei Sportkommissare im Einsatz. Einer kommt aus dem Land, in dem der Grand Prix stattfindet. Nominiert wird er vom nationalen Motorsport-Dachverband. Seine Kollegen stammen aus anderen Nationen und werden von der FIA aus einem Pool von weltweit rund 20 Leuten ausgesucht. Das Trio arbeitet parallel zum jeweiligen nationalen Rennleiter und zum Briten Charlie Whiting, dem von der FIA eingesetzten permanenten Race Director der Formel 1.

Als Qualifikation für die nicht ganz einfache Tätigkeit dient die internationale Sportkommissarlizenz der FIA. Doch dieses Papier allein ist keine Garantie, um in den exklusiven Kreis der Sportkommissare für die Formel 1 aufzurücken. Neben Sachkenntnis sind auch Diplomatie und Fingerspitzengefühl gefragt.

Der Arbeitsplatz der Sportkommissare hat wenig vom Glamour der Formel 1. Ein Raum an der Rennstrecke, ausgestattet mit TV-Monitoren, auf denen sie die aktuelle Übertragung des Rennens verfolgen, einem Zeitenmonitor für den Gesamtüberblick sowie einem Videorekorder, um sich strittige Szenen noch einmal in aller Ausführlichkeit ansehen zu können - ein eher nüchternes Ambiente.

Normalerweise sind es nur die schwierigeren Fälle, mit denen sich die Sportkommissare befassen. Bei klaren Regelverstößen nehmen ihnen meistens der Race Director und der Rennleiter die Arbeit ab. Solche Standardvergehen sind zum Beispiel, wenn Fahrer in der Boxengasse zu schnell sind, bei der Ausfahrt aus der Boxengasse die weiße Linie überfahren oder sich durch das Auslassen der Schikane einen unerlaubten Vorteil verschaffen. Geahndet werden sie mit einer Durchfahrtsstrafe durch die Boxengasse. Die Sportkommissare sind, als letzte juristische Instanz an der Rennstrecke, eher in strittigen Situationen gefragt, wenn es beispielsweise darum geht, Piloten für unfaire Fahrweise oder das Verursachen von Kollisionen zu bestrafen.

Bei ihrer Arbeit haben die Sportkommissare im Rahmen des Regelwerks fast alle Freiheiten und einen relativ großen Einfluss, auch auf die Technischen Kommissare. Fällt ihnen zum Beispiel an einem Auto ein technisches Detail auf, das ihrer Meinung nach nicht dem Reglement entspricht, dann können sie veranlassen, dass dieses Auto noch einmal ganz genau untersucht wird. Die Sportkommissare sind als unabhängiges Gremium nur der FIA verantwortlich. Verhängen sie an der Rennstrecke eine Strafe oder weisen sie den Protest eines Teams gegen eine vom Race Director oder Rennleiter ausgesprochene Strafe zurück, kann das betroffene Team dagegen Berufung einlegen. Diese wird vor dem Sportgericht der FIA in Paris verhandelt.

Auch für den normalen Straßenverkehr gibt es autonome, übergeordnete Instanzen, die sich dem Bemühen um mehr Sicherheit verschrieben haben. So forschen im Allianz Zentrum für Technik (AZT) in München Ingenieure und Wissenschaftler seit mehr als 70 Jahren in Sachen Unfallprävention und Schadensursachen. Der ganzheitliche Ansatz führt wiederum zu Berührungspunkten mit der Formel 1. "Die 'Allianz' hat in der Risikoforschung einen Erfahrungsschatz angehäuft, von dem auch wir profitieren können", sagt Brian O'Rourke, Chefingenieur für Verbundwerkstoffe bei Williams, und untermauert hiermit das große Vertrauen, welches das AZT bei den Experten von Williams genießt.

Dieses Vertrauen in unabhängige Instanzen sorgt dafür, dass das Bewusstsein für Sicherheit und Fair Play in der Formel 1 stetig gewachsen ist. Und dies ist nicht zuletzt ein Verdienst der Sportkommissare als verlässliche Größe zwischen Paragraphen und Pardon.

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