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Günther Steiner: Hoffe, dass Ferrari in der Formel 1 bleibt

10. November 2017 - 12:55 Uhr

Wie Günther Steiner, dessen Haas-Team Ferrari-Kunde ist, die Ausstiegsdrohungen einschätzt und wieso ihn die aktuellen Motorenkosten nicht schrecken

Günther Steiner, Mattia Binotto
Wird sich Ferrari-Technikchef Mattia Binotto bald von Günther Steiner verabschieden?
© LAT

(Motorsport-Total.com) - Haas-Teamchef Günther Steiner fürchtet, dass es bei einem Rückzug von Ferrari aus der Formel 1 nur Verlierer geben würde. "Ich hoffe, dass es mit Ferrari eine Einigung geben wird", reagiert der Südtiroler, dessen Rennstall Ferrari-Antriebskunde ist, auf die Ausstiegsdrohungen aus Maranello. "Nicht nur aus unserer Sicht, sondern auch, weil es für die Formel 1 gut wäre. Aber auch weil es für Ferrari gut wäre, denn sie profitieren auch von der Formel 1. Ich hoffe, dass sie bleiben und wir weiter daran arbeiten können, den Sport nach oben zu bringen."

Ferrari-Boss Sergio Marchionne fürchtet, dass durch das neue, ab 2021 geplante Antriebsreglement zu viele Teile vereinheitlicht werden und der Motor daher kein ausschlaggebendes Element mehr sei. Ob Steiner die Vorwürfe seines Partners nachvollziehen kann? "Da will ich keine Position beziehen", sagt er. "Sie kämpfen sicher um ihre Interessen, was sie auch tun müssen. Ich stehe aber diesbezüglich weder auf der Seite von Ferrari noch auf der Seite von Liberty (Formel-1-Rechteinhaber; Anm. d. Red.). Ich will auch nicht Partei ergreifen, aber es wäre sicher ein großer Verlust für die Formel 1, wenn Ferrari gehen würde."

Generell ist Steiner trotz der Kritik an den aktuellen Motorenkosten nicht der Ansicht, dass die Formel 1 um jeden Preis ein neues Antriebsreglement benötigt. "Wenn es am effizientesten ist, diese Technologie zu behalten, dann warum nicht? Jetzt wo wir sie entwickelt haben... Das einzige, was fehlt, ist dass wir den Menschen nicht erklären, was wir hier eigentlich haben. Es handelt sich um eine fantastische Technologie."

Steiner von aktuellen Motorenkosten nicht schockiert

Steiner findet, dass es beim Sound Verbesserungsspielraum gibt, außerdem könnten die Antriebseinheiten simpler werden. Die Kosten, die für das Topteam Red Bull einer der großen Kritikpunkte sind, sieht er hingegen nicht als Riesenproblem. "Der Motor ist teuer, das stimmt. Aber wir können ihn uns leisten", bezieht der Haas-Teamchef Position. "Es handelt sich im Vergleich zum restlichen Teambudget nicht um eine schockierende Summe. Werden wir durch niedrigere Motorenkosten nur noch das halbe Budget brauchen, sollte der Motor nur noch die Hälfte kosten? Niemals!"

"Der Motor ist teuer, das stimmt. Aber wir können ihn uns leisten."
Günther Steiner

Seiner Ansicht nach war es das Ziel von Liberty Media und der FIA eher, die Hersteller mit einem neuen Konzept zu bedienen. "Manche Hersteller haben jetzt ihre Zweifel daran geäußert, aber das ist es, wofür sie gestimmt haben", wundert sich Steiner und spielt damit auf die monatelangen Gespräche mit den Herstellern an. "Das ist jetzt eben das Ergebnis."

Was würde ein Ferrari-Ausstieg für Haas bedeuten?

Für sein Team wäre ein Ferrari-Ausstieg ein heftiger Rückschlag, schließlich bezieht man nicht nur die Antriebseinheiten aus Maranello, sondern auch alle sonst laut Reglement erlaubten Kundenteile. "Ich hoffe, dass wir bis Ende des kommenden Jahres wissen, was Ferrari machen wird, weil auch wir Entscheidungen treffen müssen", beschreibt er die Lage seines Teams. "Wir wären heute nicht bereit. Klar werden sie auch in der kommenden Saison da sein, aber ich will nicht bis zum letzten Moment warten. Und wenn sie sich für einen Ausstieg entscheiden, dann muss man das respektieren."

Trotz des Schreckensszenarios gibt sich Steiner aber gelassen: "Die eine Tür geht zu, die andere öffnet sich. So ist das im Leben." Derzeit sehe er sich aber nicht nach Alternativen zu Ferrari um.

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