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Rückblick 2011: BMW

Die zweite Geige hinter Chevrolet, aber die größte Nummer bei den Privatfahrern der WTCC: Teil 8 des Rückblicks dokumentiert die Saison von BMW

(Motorsport-Total.com) - 344 Rennrunden, zahlreiche packende Zweikämpfe, sechs strahlende Laufsieger und ein erfolgreicher Titelverteidiger: Die WTCC begeisterte im abgelaufenen Rennjahr durch engen Motorsport und viele spektakuläre Szenen. Von Südamerika über Europa nach Asien - Chevrolet hatte die Konkurrenz von Anfang an sehr gut im Griff und setzte sich letztendlich deutlich gegen BMW, SEAT und Volvo durch.

Colin Turkington

BMW konnte der Konkurrenz in diesem Jahr nur zweimal die Heckpartie zeigen

Doch so souverän die Herstellerwertung entschieden wurde, so erbittert kämpften die Piloten um die Fahrerkrone. Yvan Muller, Rob Huff und Alain Menu lieferten sich ein sehr beeindruckendes Duell, das schließlich in einem ungeheuer spannenden Finale mündete. 'Motorsport-Total.com' blickt nun zurück auf die WTCC-Saison 2011 und zeichnet den Jahresverlauf nach. Heute: BMW.

Im ersten Jahr ohne Werksteam etablierte sich BMW als zweite Kraft hinter Chevrolet. Gegen die alten und neuen Weltmeister befand sich die bayerische Marke zwar meist im Hintertreffen, stellte in Tom Coronel (ROAL) aber den besten Verfolger in der Gesamtwertung. Außerdem wussten die zahlreichen BMW-Piloten im Starterfeld der Tourenwagen-WM im Jahresverlauf oftmals zu begeistern.

Coronel mischte in Curitiba, Brünn, Donington Park und Valencia ganz vorne mit und siegte dann in Suzuka, Franz Engstler (Engstler) drehte im Sommer so richtig auf und brillierte in Donington Park und Oschersleben. Norbert Michelisz (Zengö) fuhr vor heimischem Publikum in Budapest wie entfesselt, Javier Villa (Proteam) glänzte hingegen schon in seinem ersten WTCC-Jahr ebenfalls mehrfach.

Kein Werksteam, keine Entwicklung

Auch zwei "alte Bekannte" sorgten kräftig für Furore: Stefano D'Aste und Colin Turkington griffen jeweils für einzelne Rennen beim Wiechers-Team ins Lenkrad und drückten den Rennen in Porto, Suzuka und Schanghai ihre Stempel auf. Insgesamt brachte es BMW dadurch auf zwei Laufsiege, elf Podestränge, vier schnellste Runden und 69 Umläufe in Führung - und auf beide Privatiertitel.

Kristian Poulsen, Franz Engstler

Kristian Poulsen und Franz Engstler sorgten 2011 für einige schöne Erfolge Zoom

Hinter Kristian Poulsen (Engstler/1.) und Engstler (3.), die gemeinsam die Teamwertung gewannen, klassierten sich noch weitere vier BMW-Piloten in den Top 10 der Privatfahrer, was das Potenzial des neuen BMW 320 TC unterstreicht. Dieser Rennwagen versetzte die vielen BMW-Fahrer in die Lage, sowohl im Qualifying als auch im Rennen eine gute Figur abzugeben. Meist aber hinter Chevrolet.


Fotos: WTCC-Höhepunkte 2011: BMW


Dies lag auch daran, dass im BMW-Lager keine wesentlichen Fortschritte auf technischer Seite gemacht wurden. "Das einzige Problem war: Wir beendeten die Saison, wie wir sie begonnen hatten - es gab keine Entwicklung", erklärt Teamchef Roberto Ravaglia. "Das machte es natürlich schwierig, sich zu verbessern." Das Basispaket aus München heimste allerdings auch reichlich Lob ein.

Der BMW 320 TC ist ein Siegerauto

"BMW entwickelte einen super Kit", findet Engstler-Teammanager Kurt Treml und merkt an: "Unser größtes Problem ist, dass wir als Privatteam nicht die Möglichkeit haben, so schnell zu entwickeln. Auf Chevrolet fehlte einiges. Sie machen mit ihren Werksautos eine richtige Testarbeit und können Details verbessern. Das schlägt sich natürlich in Rundenzeiten nieder. Da hinken wir am meisten hinterher."

Tom Coronel, Javier Villa

Tom Coronel wurde WM-Vierter für BMW, Javier Villa zeigte einen guten Einstand Zoom

Zweimal standen die BMW-Piloten jedoch ganz vorne - und der älteste Fahrer im Starterfeld feierte bei seinem Heimevent in Oschersleben seinen ersten WTCC-Laufsieg. "Für mich war es ein herrlicher Tag", sagte Engstler damals, nachdem er kurz zuvor 50 Jahre alt geworden war. "Das ist wirklich das schönste Geschenk überhaupt." Auch für BMW, denn der 320 TC wurde damit zum Siegerauto.

Coronel legte einige Wochen später in Suzuka nach und bescherte BMW einen weiteren Erfolg. Der Niederländer beschloss das Rennjahr hinter Muller, Huff und Menu als WM-Vierter - Ziel erfüllt. "Es war meine bisher beste Saison", meint Coronel. "Es ist wichtig, immer noch etwas nachzulegen. Für mich war es ein großer Fortschritt, mit BMW an den Start zu gehen. Ich bin wirklich sehr zufrieden."

Mehr als Platz vier war 2011 nicht drin

Ravaglia stimmt zu und ergänzt: "Der vierte Platz ist zugleich die erste Position hinter Chevrolet. Wir reden da gewissermaßen von der zweiten Meisterschaft. Für uns ist das ein gutes Ergebnis", sagt der ehemalige Tourenwagen-Weltmeister. "Es war sehr schwierig, Chevrolet zu schlagen. Unterm Strich waren wir einfach nicht so konkurrenzfähig wie sie." Hier und da konnte BMW aber überraschen.

Norbert Michelisz

Norbert Michelisz und BMW fuhren meist hinter den drei Chevrolet-Werksautos Zoom

WTCC-Neuling Villa konnte beispielsweise auf ihm bekannten Strecken regelrecht aufdrehen und um die Toppositionen kämpfen, was ihm auch mehrfach prima gelang. "Wir hatten einige sehr gute Rennen", bestätigt der junge Spanier. "Das motiviert natürlich ungemein. Ich muss aber noch viel mehr über das Auto lernen und wie ich es für mich persönlich verbessern kann", erläutert Villa.

Offen ist allerdings, welche Steigerung der BMW 320 TC über die Winterpause erfahren wird. Für das Rennauto sind laut BMW nämlich "keine wesentlichen Neuerungen" vorgesehen, doch die zahlreichen Kundenteams sollen "weiterhin Unterstützung" beim Einsatz der Fahrzeuge erhalten. Und das heißt unterm Strich: Die BMW-Piloten in der WTCC werden es auch 2012 schwer haben gegen Chevrolet...¿pbvin|0|4290|Coronel|0|1pb¿

Der WTCC-Saisonrückblick 2011:

01. Das erste Saisondrittel
02. Das zweite Saisondrittel
03. Das letzte Saisondrittel
04. Die Privatierwertung
05. Fakten und Zahlen zur Saison
06. Yvan Muller
07. Chevrolet
08. BMW
09. SEAT
10. Volvo
11. Team Engstler
12. Team Wiechers

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