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Chaos pur in Brünn: Zanardi besiegt die SEAT-Armada!

BMW Team Italy-Spain Fahrer Alessandro Zanardi gewinnt spektakulär in Tschechien - Heftige Kollision zu Beginn eliminiert viele Favoriten

(Motorsport-Total.com) - Es hätte der Tag des Augusto Farfus werden können. Der brasilianische Rennfahrer hatte sich in der Qualifikation von Brünn die Pole-Position gesichert und war auf dem besten Wege, entscheidende Punkte für die Gesamtwertung zu sammeln. Doch schon wenige Meter nach dem Start war Schluss für Farfus: Der 25-Jährige drehte sich noch auf dem Weg zur ersten Kurve in seine Konkurrenten hinein und musste aufgeben. Alessandro Zanardi preschte in die Lücke und schnappte sich den Sieg.

Alessandro Zanardi

Sensation: Alessandro Zanardi holt sich souverän den WTCC-Sieg in Tschechien!

Das Rennen auf dem Automotodrom Brno war kaum freigegeben, schon flog das Feld breit aufgefächert auf die erste Kurve zu. Farfus wollte sich augenscheinlich für den ersten Rechtsknick positionieren, rammte dabei aber Markenkollege Andy Priaulx und rutschte auf einmal quer über die Fahrbahn. Die Chevrolets von Rob Huff, Nicola Larini und Alain Menu waren ohne Chance - gleich in Kurve eins wurde die komplette Cruze-Mannschaft unverschuldet aus dem Rennen genommen.#w1#

Zanardi und Tarquini rasen vorneweg

Während die favorisierten BMW Fahrzeuge nicht mehr mit dabei waren, schickte die Rennleitung das Safety-Car auf die Strecke, um das Feld in Brünn neu zu sortieren. Die Bilanz nach Kurve eins war ernüchternd: Neben Farfus, Priaulx und den Chevrolet-Piloten hatte es auch noch Jordi Gené (SEAT) und Kristian Poulsen (BMW) erwischt - und auf einmal waren die in der Qualifikation so deutlich geschlagenen SEAT Autos wieder fast geschlossen in den Top 8 vertreten.

Augusto Farfus

Augusto Farfus kann's nicht fassen: Noch vor Kurve eins ist alles schon vorbei... Zoom

Das größte Kapital aus dem Tumult am Anfang hatten aber eindeutig Gabriele Tarquini (SEAT) und Alessandro Zanardi (BMW) geschlagen. Die beiden Italiener kamen auf den Positionen eins und zwei aus der ersten Runde zurück, doch Zanardi fackelte nach der Safety-Car-Phase freilich nicht lange und ging schon nach wenigen Ecken an seinem führenden Landsmann vorbei. Danach gab es kein Halten mehr für den italienischen Publikumsliebling, der wie schon 2008 zum Sieg fuhr.

Dahinter wurde einmal mehr packender Rennsport geboten. Während Zanardi und Tarquini auf der 5,403 Kilometer langen Rennstrecke vorneweg fuhren, sortierten sich mit WM-Leader Yvan Muller, Rickard Rydell und Tiago Monteiro die verbliebenen SEAT-Piloten auf den folgenden Plätzen ein. Sehr bequem konnten es sich die Dieselfahrer allerdings nicht machen, denn die restlichen BMW Werkspiloten eröffneten ihrerseits mit den Grünen Flaggen die Jagd auf die gelbe Konkurrenz.


Fotos: Rennwochenende in Brünn


Müller mit Aufholjagd

Vor allem Jörg Müller und Sergio Hernández zeigten viele starke Manöver, quetschten sich der Reihe nach an den SEAT-Autos vorbei und hielten die Zuschauer in Atem. Der einzige deutsche Werkspilot lieferte eine fehlerfreie und richtig starke Leistung ab, die ihn schließlich bis in den Windschatten von Zanardi und damit auf P2 nach vorne führte. Hernández ging beim Überholen weitaus weniger kompromisslos zu Werke, schaffte es aber immerhin bis auf Platz fünf nach vorne.

Felix Porteiro, Jörg Müller

Jörg Müller zeigte eine brillante Fahrt in Brünn, Félix Porteiro war ebenfalls schnell Zoom

Damit ließ der BMW Team Italy-Spain Youngster sogar noch Weltmeister Muller hinter sich, der nach der Hälfte des Rennens urplötzlich zurückfiel. Der französische SEAT-Pilot fing sich dann aber genau auf dem achten Rang wieder, welcher die Pole-Position für Lauf zwei bedeutete. Doch da hatte sich Privatier Félix Porteiro (BMW) schon längst vorbeigedrückt und die siebte Position hinter Zanardi, Müller, Tarquini, Rydell, Hernández und Monteiro übernommen - und damit P1 in der Trophy-Wertung.

Auch die anderen Privatfahrer wussten in Brünn durchaus zu überzeugen: Tom Coronel (SEAT), Vito Postiglione (BMW), Franz Engstler (BMW) und Debütant Tim Coronel (SEAT) lieferten sich einen engen Vierkampf um die weiteren Positionen hinter Porteiro und konnten den Speed der Spitzengruppe mitgehen - letztendlich behielt Muller nur knapp die Oberhand gegenüber den heranstürmenden Privatiers, die sich im Ziel nur 0,9 Sekunden hinter dem Weltmeister aufhielten.

Tschechien feiert Alessandro Zanardi

Doch angesichts des Rennerfolges von Zanardi gerieten die Geschehnisse im Hinterfeld beinahe zur Randerscheinung. Kaum hatte der frühere Formel-1-Fahrer seinen BMW 320si in der Boxengasse abgestellt, war er auch schon aus seinem Cockpit heraus und wurde frenetisch gefeiert. Die Konkurrenz kam vorbei und gratulierte Zanardi zu seinem insgesamt vierten WTCC-Sieg, das Publikum war vollkommen aus dem Häuschen. Und Zanardi? Dessen Jubel kannte kaum Grenzen.

Alessandro Zanardi

Man of the Race: In Brünn wiederholte Alessandro Zanardi seinen Vorjahressieg Zoom

Doch so groß die Freude bei den Zanardi war, so groß war die Enttäuschung bei den Pechvögeln dieses ersten Rennens in Tschechien. Chevrolet wurde schon früh um alle Chancen gebracht, Farfus und Priaulx konnten ihre aussichtsreichen Positionen nicht umsetzen und auch Wiechers-Privatier Stefano D'Aste (BMW) konnte nicht zufrieden sein. Der italienische Rennfahrer war auf Kurs zu einer vorderen Trophy-Platzierung, wurde aber in die Wiese von Brünn hinausgeschickt und fiel zurück.

Angesichts dieser ganzen Tumulte konnte Lada heimlich still und leise ein sehr solides Mannschaftsergebnis einfahren. Jaap van Lagen, Kirill Ladygin und Viktor Shapovalov rasten geschlossen auf den Positionen 14 bis 16 über Start und Ziel, bildeten dabei aber trotzdem das Ende des Feldes. Immerhin: Zumindest die Zuverlässigkeitsprobleme konnten die Russen offenbar abstellen und brachten im Gegensatz zur restlichen Werkskonkurrenz alle Autos ins Ziel...

Die Startaufstellung für Lauf 2 (Top 10):

01. Yvan Muller (SEAT)
02. Félix Porteiro (BMW)
03. Tiago Monteiro (SEAT)
04. Sergio Hernández (BMW)
05. Rickard Rydell (SEAT)
06. Gabriele Tarquini (SEAT)
07. Jörg Müller (BMW)
08. Alessandro Zanardi (BMW)
09. Tom Coronel (SEAT)
10. Vito Postiglione (BMW)


Fotos: Rennwochenende in Brünn


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